Im Rahmen der Preisverleihung des German Innovation Award 2026 kamen am 12. Mai 2026 im DRIVE. Volkswagen Group Forum in Berlin rund 200 Gäste aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen, um ausgezeichnete Innovationslösungen zu würdigen und zentrale Zukunftsfragen der Innovationspraxis zu diskutieren.
Bei der Preisverleihung des German Innovation Award 2026 wurden 22 Gold Preisträger*innen geehrt.
Erstmals stellte Prof. Dr.-Ing. Sven Schimpf, Geschäftsführer des Fraunhofer-Verbunds Innovationsforschung, das German Innovation Spotlight 2026 vor – eine Studie, die der German Design Council in Kooperation mit seinem wissenschaftlichem Partner Fraunhofer-Verbund Innovationsforschung realisiert hat.
German Innovation Spotlight 2026
Das German Innovation Spotlight 2026 untersucht die Innovationsfähigkeit deutscher Unternehmen mit Schwerpunkt auf dem Mittelstand und macht strukturelle Stärken, Hemmnisse und Erfolgsfaktoren sichtbar. Die Ergebnisse zeigen, dass der Stellenwert von Innovation in deutschen Unternehmen ausgesprochen hoch ist – strukturelle Voraussetzungen bleiben jedoch in vielen Unternehmen hinter den Ambitionen zurück.
84,6% halten Innovation für wichtig oder sehr wichtig.
71,7% haben Innovation fest in ihrer Unternehmensstrategie verankert.
Lediglich 53 % steuern Innovation über klar definierte Prozesse.
Nur 32,5% steuern Innovation anhand von Kennzahlen.
Häufig fehlen etablierte Prozesse, messbare Kennzahlen, eine robuste Datenbasis und systematische Methoden, um Innovationspotenziale dauerhaft wirksam zu machen. Besonders deutlich wird dies beim Einsatz von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz: Während KI bereits breit in Ideengenerierung und Konzeption eingesetzt wird, bremsen Defizite bei Datenqualität, Standards und Zugänglichkeit die Skalierung.
Erhebliche Entwicklungspotenziale zeigen sich in den Bereichen Nachhaltigkeit, Qualifizierung und Entscheidungsgeschwindigkeit. Die Studie macht deutlich: Innovationsfähigkeit entsteht nicht allein durch Ideen, sondern durch integrierte Systeme, die Strategie, Daten, Prozesse, Kompetenzen und Design wirksam miteinander verbinden.
Sven Schimpf, Geschäftsführer Fraunhofer-Verbund Innovationsforschung, Stellt den German Innovation Spotlight 2026 vor, eine Studie zur Innovationskraft deutscher Unternehmen.
„Es mangelt deutschen Unternehmen nicht an Innovationswillen, sondern häufig an den Strukturen, die Innovation dauerhaft wirksam machen. Viele Unternehmen wissen sehr genau, wo Potenziale liegen. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, aus einzelnen Innovationsinitiativen belastbare Systeme zu entwickeln, die Geschwindigkeit, Technologien, Daten und Nutzerorientierung dauerhaft zusammenführen.“
Von KI bis Kreislaufwirtschaft: Die prägendsten Innovationen des Jahres
Aus 462 internationalen Einreichungen prämierte eine interdisziplinäre Jury 22 Produkte und Konzepte mit der Auszeichnung Gold und 156 mit der Auszeichnung Winner.Die mit Gold ausgezeichneten Projekte greifen Themen auf, die für die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft weiter an Relevanz gewinnen. Sie machen zugleich sichtbar, wie breit das Innovationsverständnis heute gefasst werden muss. Die Schwerpunkte im Überblick:
Innovationen rund um Selbstbestimmung, Zugänglichkeit und Nutzerorientierung im Alltag. Zum Beispiel:
BLINGS-digitale Lösung zur alltäglichen Unterstützung von Menschen mit Sprachstörungen
LOCI-modulares Bausystem für Kinder, das eigenständiges Konstruieren und erste MINT-Zugänge ermöglicht
KI-Systeme, die Prozesse vereinfachen, Kommunikation verbessern und neue Zugänge schaffen. Zum Beispiel:
noinoi-bildschirmfreie Audio-Spielkonsole für Kinder mit generativer KI
DocToRead-Plattform zur automatisierten Übersetzung medizinischer Dokumente in leicht verständliche Sprache
EHBT-50 Mini Lab Multi-Functional Analyzer – KI-gestützte Diagnostik direkt am Point of Care
Lösungen für Industrie, Infrastruktur und Mobilität, die ökologische Wirkung, technische Machbarkeit und Skalierbarkeit zusammenbringen. Zum Beispiel:
InfinityCrane (CeiliX) – weltweit erster frei beweglicher Deckenkran, der den Materialfluss auf die Deckenebene verlagert
Deutschlands Innovationskraft ist intakt und der German Innovation Award macht sichtbar, wie Innovationswille konsequent in angewandte Lösungen übersetzt werden kann. Nun sind Politik, Wirtschaft und Organisationen gleichermaßen gefordert, diese Innovationsfähigkeit gezielt zu strukturieren und wirksam zu verankern.
Lutz Dietzold, Geschäftsführer German Design Council
Die Rolle von Design im Innovationsprozess
Ergänzt wurde das Rahmenprogramm durch einen Talk zur Rolle von Design in der Innovationspraxis. Stephan Ott, Director Design Research & Appliance, German Design Council, und Dr. Christopher Stillings, VP – Head of Research & Development, Envalior, sprachen darüber, wie Design Innovationsprozesse in Unternehmen strukturiert, nutzerzentriert ausrichtet und damit wirksamer macht. Dazu veröffentlicht der German Design Council im Oktober 2026 ein Whitepaper, unter folgendem Link können Sie sich für eine Zusendung nach Fertigstellung vormerken lassen: https://gdc.jotform.com/261163218692862
Stand: 16.12.2025
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