Digitale Fahrzeugentwicklung Mit Solidworks zum 8x8-Expeditionsmobil

Von M.A. Tino Böhler 3 min Lesedauer

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FAS Expedition konstruiert sein 8x8-Expeditionsmobil nahezu vollständig mit Solidworks. Swood ergänzt die digitale Planung des individuellen Innenausbaus, begleitet von Bechtle PLM.

Für lange Aufenthalte abseits der Zivilisation sorgen rund 700 Liter Frischwasserkapazität, 300 Liter Grauwassertank, eine leistungsfähige Solaranlage und ein integriertes Starlink-System für die Internetanbindung.(Bild:  FAS Expedition)
Für lange Aufenthalte abseits der Zivilisation sorgen rund 700 Liter Frischwasserkapazität, 300 Liter Grauwassertank, eine leistungsfähige Solaranlage und ein integriertes Starlink-System für die Internetanbindung.
(Bild: FAS Expedition)

Im individuellen Fahrzeugbau sind durchgängige digitale Prozesse entscheidend. Änderungen an Fahrwerk, Wohnkabine oder Innenausbau wirken sich häufig auf zahlreiche Baugruppen aus. Mit Solidworks konstruiert FAS Expedition nahezu sämtliche Komponenten seiner Fahrzeuge digital und schafft damit die Grundlage für effiziente Entwicklungs- und Fertigungsprozesse. Ergänzt wird die Lösung durch Swood, das speziell für die Konstruktion von Möbeln und Innenausbauten entwickelt wurde.
Ein aktuelles Beispiel für die Leistungsfähigkeit dieser digitalen Entwicklungsmethoden ist ein neues Expeditionsmobil, das FAS Expedition vom 28. August bis 6. September auf dem Caravan Salon Düsseldorf gemeinsam mit NAT on Tour präsentiert. Das Fahrzeug verfügt über ein Offroad-Fahrgestell mit acht angetriebenen Rädern und drei gelenkten Achsen sowie eine 8,50 m lange Wohnkabine.

Solidworks als Basis für die digitale Fahrzeugentwicklung

„Unsere Kunden kommen mit sehr individuellen Anforderungen zu uns. Jedes Fahrzeug muss daher von uns vollständig konstruiert und technisch durchdacht werden, bevor die Fertigung beginnt“, erklärt Geschäftsführer Andreas Böttcher. Die technische Entwicklung erfolgt deswegen nahezu vollständig in Solidworks. Vom Kabinenaufbau über Fahrwerkskomponenten bis hin zu Blechteilen wird das Expeditionsmobil digital konstruiert. Auch Stoßdämpfer, Halterungen und zahlreiche Sonderbauteile entstehen zunächst als digitale Modelle. „Rund 98 Prozent aller Bauteile werden bei uns in Solidworks gezeichnet und zu vollständigen Baugruppen zusammengesetzt“, sagt der Geschäftsführer.

Für die Konstruktion des hochwertigen Innenausbaus setzt FAS Expedition zusätzlich auf Swood. Die speziell für den Möbelbau entwickelte Lösung vereinfacht insbesondere parametrische Anpassungen. „Früher haben wir auch unsere Möbel ausschließlich mit Solidworks konstruiert. Wenn sich die Größe eines Schranks änderte, mussten wir viele Einzelteile manuell anpassen. Mit Swood geht das deutlich effizienter. Außerdem konnten wir die Zusammenarbeit mit unseren Schreinerei-Partnern wesentlich vereinfachen“, erläutert der Geschäftsführer.

Für den größten Teil der Konstruktion verwendet FAS Expedition Solidworks.(Bild:  FAS Expedition)
Für den größten Teil der Konstruktion verwendet FAS Expedition Solidworks.
(Bild: FAS Expedition)

Bechtle PLM als Partner für Konstruktion und Visualisierung

Der Impuls für die Einführung von Swood kam von Bechtle PLM. Neben der technischen Beratung stellte Bechtle PLM auch den Kontakt zu einem Schreinerbetrieb her, der bereits mit der Lösung arbeitet. „Mit Swood kamen neue Herausforderungen auf uns zu. Das Team von Bechtle PLM hat uns durch den gesamten Prozess begleitet, kompetent beraten und bei der Optimierung unserer Baugruppen unterstützt. Wir haben jederzeit direktes Feedback erhalten und gemeinsam die bestmöglichen Lösungen erarbeitet“, berichtet Andreas Böttcher.
Auch bei der Kundenberatung spielen die Lösungen von Bechtle PLM eine wichtige Rolle. Dank Solidworks Visualize kann FAS Expedition Innenräume bereits in frühen Projektphasen fotorealistisch darstellen. „Wir modellieren Möbel, vergeben Materialien und erstellen daraus hochwertige Renderings. Das hilft enorm bei der Abstimmung des Lastenhefts, weil die Innenräume nahezu real wirken“, sagt der Geschäftsführer.

Neben der Sitzgruppe verfügt das Expeditionsmobil über eine hochwertig ausgestattete Küche. Statt einer klassischen Arbeitsplatte wurde in der Küche Taj Mahal Granit mit einer Invisacook 2-Burner Unit umge-setzt. Dadurch verschwindet das Kochfeld nahezu unsichtbar in der Arbeitsfläche.(Bild:  FAS Expedition)
Neben der Sitzgruppe verfügt das Expeditionsmobil über eine hochwertig ausgestattete Küche. Statt einer klassischen Arbeitsplatte wurde in der Küche Taj Mahal Granit mit einer Invisacook 2-Burner Unit umge-setzt. Dadurch verschwindet das Kochfeld nahezu unsichtbar in der Arbeitsfläche.
(Bild: FAS Expedition)

Autarkie und Komfort auf höchstem Niveau

Das auf dem Caravan Salon vorgestellte 8x8-Fahrzeug verbindet maximale Unabhängigkeit mit hochwertigem Wohnkomfort. Zur Ausstattung gehören unter anderem eine großzügige Sitzgruppe, Etagenbetten, ein Doppelbett, indirekte Beleuchtung sowie eine Küchenarbeitsplatte aus Echtstein. Darüber hinaus verfügt das Fahrzeug über eine Waschmaschine mit Trockner sowie erstmals über eine Verbrennertoilette.

Vom Reisenden zum Fahrzeugbauer

Die Geschichte von FAS Expedition begann mit einer Leidenschaft für außergewöhnliche Reisen. Bereits 2014 unternahm Andreas Böttcher mit einem Expeditionsmobil eine sechsmonatige Island-Reise und legte dabei rund 10.000 km zurück. Später führte ihn sein beruflicher Weg als Ingenieur in die Automobilindustrie bis nach China und anschließend zu einem Hersteller von Expeditionsfahrzeugen in Europa. Vor fünf Jahren wagte er schließlich den Schritt in die Selbstständigkeit.

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