Die digitale Transformation im Engineering nimmt weiter an Fahrt auf: Künstliche Intelligenz hält Einzug in Entwicklungsprozesse, digitale Zwillinge werden vom Zukunftskonzept zum praktischen Werkzeug, und Simulation, Datenmanagement und Systeme wachsen zusammen. Was die Industrie daraus macht, zeigen Praktiker auf der CADFEM World Conference in Darmstadt.
Simulate. Optimize. Innovate: Auf der CADFEM World Conference geben Experten technische Einblicke, was physikbasierte Simulationen und durchdachte Digital-Engineering- Prozesse möglich machen.
(Bild: CADFEM)
Die Simulation physikalischer Phänomene ist in der Produktentwicklung der meisten Branchen fest verankert – ihr Anwendungsspektrum, die Modellgrößen und Detailtiefe wachsen kontinuierlich. Zudem beschäftigt Ingenieurinnen und Ingenieure eine weitere Herausforderung: Wie lassen sich Daten, Modelle, Prozesse und Fachdisziplinen so miteinander verbinden, dass daraus skalierbare Entwicklungsentscheidungen entstehen?
Genau das ist die digitale Transformation im Engineering, der sich die CADFEM World Conference 2026 widmet. Vom 20. bis 22. Oktober 2026 zeigen im Wissenschafts- und Kongresszentrum „darmstadtium“ sieben Keynote-Speaker und mehr als 120 Expertinnen und Experten in bis zu acht parallelen Technologietracks, wie Unternehmen heute die Bausteine aus dem Digital Engineering zu einer durchgängigen Entscheidungsgrundlage zusammenführen. Mit dem Programm richten sich die Veranstalter von CADFEM sowohl an Entwicklungsverantwortliche als auch an Anwendende aus verschiedenen Fachgebieten. Per Konferenz-App lässt sich eine individuelle, auf das eigene Handlungsfeld zugeschnittene Agenda konfigurieren.
Was die Konferenz über das umfassende Fachprogramm hinaus so wertvoll macht: Sie gibt viel Raum für den persönlichen Dialog und fachlichen Austausch mit Menschen, die sich mit ähnlichen Herausforderungen beschäftigen.
Physikbasierte Simulation als Decision Engine
Ein Top-Thema auf der CADFEM World Conference 2026: Die Implementierung und der praktische Nutzen von künstlicher Intelligenz in Simulation und Digital Engineering.
(Bild: CADFEM)
Seit der ersten Konferenz von CADFEM im Jahr 1985 ist das Herzstück der Veranstaltung die physikbasierte Simulation. Ihre Rolle hat sich seither grundlegend gewandelt. Über die möglichst präzise Abbildung physikalischer Effekte hinaus geht es heute darum, aus Simulationen handlungsrelevantes Wissen abzuleiten. Risiken früh erkennen, Varianten schnell bewerten und Entscheidungen auf einer belastbaren Datengrundlage treffen: Simulation als Decision Engine. Dies gilt für etablierte Bereiche wie Strukturmechanik, Strömungsmechanik, Elektromagnetik und Multiphysik, vor allem aber auch für neue Technologien, etwa Quantum Engineering, Photonik oder Hochfrequenztechnik. Genau diese Entwicklung zieht sich wie ein roter Faden durch die Beiträge, wobei der Wert der Veranstaltung über das Anhören einzelner Projekte hinausgeht: Diskussionen und Rückfragen sind erwünscht, denn genau dieser Erfahrungsaustausch unter Fachleuten aus demselben Anwendungsgebiet inspiriert und transportiert Wissen.
Blick über den Tellerrand: Simulation, Silicon, Systems
Technologische Entwicklungen entstehen heute selten aus einer einzelnen Disziplin heraus. Denn die zunehmende Software- und Elektroniklastigkeit moderner Produkte verschiebt den Fokus vom Einzelbauteil hin zum Gesamtsystem, an dessen Schnittstellen spürbar große Innovationen entstehen. Im Fokus steht die Frage, wie sich komplexe Systeme ganzheitlich verstehen, entwickeln und absichern lassen. Deswegen ist der Blick über den Tellerrand, das Verständnis darüber, was im Nachbarbüro passiert, welche Technologien kommen und wohin sich die Industrie bewegt, so wichtig. Nicht, um innerhalb weniger Tage zum Experten für neue Disziplinen zu werden, sondern um die Zusammenhänge zu verstehen, die moderne Produktentwicklung heute prägen und die die Qualität technischer Entscheidungen maßgeblich beeinflussen.
Vom Modell zur durchgängigen Wertschöpfung
Bei der digitalen Transformation im Engineering rückt ein durchgängiges Daten- und Prozess-Management in den Mittelpunkt. Denn je komplexer Produkte sind, desto wichtiger wird die gesamte Qualität der Entwicklungsumgebung. Daten müssen verfügbar sein, Modelle konsistent aufgebaut werden und Prozesse miteinander kommunizieren können. Der eigentliche Wert der digitalen Transformation entsteht durch das Zusammenspiel der Informationen. Die in Darmstadt vorgestellten Praxisbeispiele zeigen, wie Unternehmen genau solche Herausforderungen meistern.
Das Konferenz-Programm spiegelt dies wider durch dedizierte Sessions zu KI- und ML-Anwendungen, digitalen Zwillingen, Materials Engineering, Automatisierung und python-basierter Workflow-Entwicklung. Bei den praxiserprobten Beispielen, die in Darmstadt von den Verantwortlichen vorgestellt werden, geht es unter anderem um
Stand: 16.12.2025
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eine globale Standardisierung von Ansys-basierten CAE-Workflows für die Entwicklung von Fahrgestellsystemen (SAF-Holland),
die mit Python automatisierte Zuverlässigkeitsbewertung von Leiterplatten (Webasto) und
virtuelle Sensoren für elektrische Steckverbinder auf Basis thermografischer Messdaten (Wago).
Blick hinter die Kulissen: Meet the Developers
Auch das ist die CADFEM World Conference: Alle, die sich tiefer mit den Simulationswerkzeugen, ihren Features und Architekturen beschäftigen, können in Darmstadt unmittelbar mit den Entwicklern der Ansys-Simulationstools von Synopsys ins Gespräch kommen. Im Rahmen der „Meet the Developers“-Sessions geben diese exklusive Einblicke in die geplante technologische Weiterentwicklung ihrer Lösungen. Und natürlich stellen sie sich auch den Fragen der Anwender und nehmen Anregungen und Wünsche entgegen.
Keynotes zu Megatrends der digitalen Transformation im Engineering
Während die Fachvorträge konkrete Anwendungen und Methoden adressieren, richten die Keynote-Speaker den Blick auf übergeordnete Entwicklungen im Engineering. Einer davon ist Sassine Gazi, CEO und President von Synopsys, dem Unternehmen aus dem Silicon Valley, zu dem Ansys seit Juli 2025 gehört. Er teilt sich die Bühne mit
Dr. Thomas Albrecht (Head of Simulations and Analysis bei Krones),
Amado Bautista-Salvador (CEO von Qudora Technologies),
Satya Chakravarthy (CEO und Gründer vom ePlane-Entwickler Ubifly Technologies),
Steve Pytel (Senior Vice President S&A Product Management bei Synopsys),
Simon Wolfangel (Section Manager Digitalization bei Bosch) und
Christoph Müller (CEO von CADFEM International).
Wer neue Simulationsmethoden kennenlernen, aktuelle Technologietrends verstehen, von den Erfahrungen führender Industrieunternehmen profitieren und dabei sein berufliches und fachliches Netzwerk erweitern möchte, findet dafür in Darmstadt die ideale Plattform.
Klaus Kuboth ist Content Lead bei der CADFEM Germany GmbH.
Auf einen Blick - CADFEM World Conference 2026
(Bild: CADFEM)
Wann: 20. – 22. Oktober 2026
Wo: Wissenschafts- und Kongresszentrum darmstadtium, Darmstadt