Die Fachmesse „Quantum Photonics“ hat Unternehmen, Institutionen und Fachleuten aus Forschung, Entwicklung und Anwendung bereits zum zweiten Mal eine Plattform für den fachlichen Austausch bei Quantentechnologie und Photonik geboten.
Aussteller wie Fraunhofer IOF präsentierten ihre aktuellen Entwicklungen in der Quantentechnologie.
(Bild: Karina Heßland-Wissel)
Zum zweiten Mal fand vom 5. bis 6. Mai 2026 die „Quantum Photonics“ in der Messe Erfurt statt. Die Besucherinnen und Besucher konnten nicht nur am Kongressprogramm teilnehmen, in dem Experten von aktuellen Entwicklungen rund um Quantentechnologie und Photonik berichteten, sondern in der Fachausstellung zudem mit verschiedenen Unternehmen und Forschungseinrichtungen ins Gespräch kommen.
„Quantentechnologie und Photonik sind eng miteinander verwandt“, erklärte Michael Kynast, Geschäftsführer der Messe Erfurt GmbH, bei der Eröffnung des Fachkongresses. Eine enge Verbindung, der der anwenderorientierte Kongress mit Fachausstellung Rechnung trägt. „Die Quantum Photonics bietet eine große Bandbreite an Entwicklungen im Bereich der Quantentechnologie und der Photonik und stellt eine ideale Plattform für den Austausch dar,“ so Michael Kynast zur Relevanz der Messe. Sowohl der Fachkongress als auch die Fachausstellung bieten zahlreiche Gelegenheiten, wissenschaftliche Erkenntnisse vorzustellen und zu diskutieren, industrielle Anwendungen zu präsentieren und den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis voranzutreiben.
Was Quantentechnologie zukünftig leisten kann
Colette Boos-John, Thüringer Ministerin für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum, hob vor allem den Neuigkeitsaspekt der Quantentechnologie hervor – ebenso wie ihr großes Zukunftspotenzial: „Die Quantentechnologie muss erst noch beweisen, was sie kann.“ Die Konferenz und Fachtagung fördere jedoch aktiv die Rolle der Quantentechnologie und der Photonik und sei damit eine äußerst wichtige Veranstaltung. Schließlich spiele die Quantentechnologie eine zunehmend große Rolle für die Industrie. „Unsere wirtschaftliche Zukunft hängt von dieser Technologie ab“, bekräftigte Boos-John in ihrer Eröffnungsansprache.
18 Quantentechnologie-Anbieter auf der Fachausstellung
Eine der tragenden Säulen der Quantum Photonics war die Fachausstellung, die insgesamt 18 Aussteller mit Leben füllten. Hier präsentierten namhafte Unternehmen und Forschungseinrichtungen ihre Produkte und Entwicklungen und kamen sowohl mit den Besucherinnen und Besuchern der Messe als auch untereinander ins Gespräch.
So etwa das Unternehmen X-FAB, ein Halbleiterhersteller mit Sitz in Erfurt und weiteren weltweiten Standorten. Zu den Produkten zählen vor allem kundenspezifische Schaltkreise für die Automobilindustrie, für die Luft- und Raumfahrtindustrie und sonstige industrielle Anwendungen sowie MEMS, also Mikro-elektromechanische Systeme, die mechanische Strukturen und Elektronik auf einem Chip vereinen.
„Thüringen hat eine äußerst große optoelektronische Community, für die die Mikroelektronik eine Schlüsselkomponente ist. Als Erfurter Unternehmen ist die Quantum Photonics für uns eine wertvolle Gelegenheit, mit unseren Regionalpartnern in den Austausch zu kommen und viele weitere interessante Kontakte zu knüpfen“, stellte Muralikrishna Sathyamurthy. Director Innovation, IP and Patents bei X-FAB heraus.
Skalierbare Quantentechnologie-Steuersysteme
May Distribution präsentierte am Messestand neue Plattformen für Quanten- und Photonik-Steuersysteme.
(Bild: Karina Heßland-Wissel)
Die May Distribution aus Berlin präsentierte auf der Ausstellung modulare Plattformen für skalierbare Quanten- und Photonik-Steuersysteme. Dabei sind sowohl niedrige Latenzzeiten und exakte Synchronisation als auch hohe Signalqualität gefragt. Zudem müssen die komplexen Systeme skalierbar sein. Die Antwort des Unternehmens auf diese Anforderungen: Standardisierte Komponenten, integrierte Kühlung und Engineering-Services, die die Entwicklungszeiten verkürzen und es ermöglichen, komplexe Systeme effizient zu realisieren. „Wir freuen uns sehr, unsere modularen Lösungen auf der Quantum Photonics präsentieren zu dürfen“, betonte Dipl.-Ing. Peter Siebertz von May Distribution.
Neben namhaften Unternehmen waren auch zahlreiche Forschungseinrichtungen auf der Fachausstellung vertreten, so zum Beispiel das Institut für Photonische Quantensysteme PhoQS der Universität Paderborn. Die Forscherinnen und Forscher – ein interdisziplinäres Expertenteam aus Physik, Mathematik, Informatik und Elektrotechnik – arbeiten vor allem in den Bereichen Quantensimulation, Quantenkommunikation, Quantenmetrologie und Quantencomputing. „Die Messe Quantum Photonics bedeutet für uns Vernetzung mit der Community – auch und gerade mit den in Deutschland aktiven Playern“, hebt Philip Held von der Universität Paderborn hervor.
Fachkongress mit Forum „Quantum in Computing & AI“
Die zweite tragende Säule der Quantum Photonics war der Fachkongress, der sich in vier Forenthemen aufgliederte. Nach der Begrüßung drehte sich im Forum „Quantum in Computing & AI“ alles um Quantencomputer. Diese sollen langfristig ausreichend Rechenpower zur Verfügung stellen, um Probleme zu lösen, an denen herkömmliche Superrechner sich vergeblich abmühen.
Stand: 16.12.2025
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Auf den engen Zusammenhang zwischen Quantencomputing und Photonik wies Dr. René Sondenheimer von der Friedrich-Schiller-Universität Jena hin. „Photonik dient als grundlegende Technologie für das Quantencomputing – sei es bei den Ionenfallen-Quantencomputern, sei es bei Systemen, die auf neutralen Atomen beruhen.“ Doch bevor Quantencomputing vollständig universell verfügbar sein würde, blieben erhebliche technologische Herausforderungen bestehen, hob er hervor, so etwa Verluste von Photonen bei photonischen Quantenprozessoren. Diese nutzen Photonen, um Quanteninformationen zu kodieren, zu übertragen und zu verarbeiten. Sondenheimer und sein Team arbeiten an Lösungen, um Verluste von Photonen gezielt zu minimieren.
Während übliche Ansätze für das Quantencomputing in der Supraleitung oder in natürlichen Qubits wie Ionenfallen, Festkörperspin und neutralen Atomen liegen, nutzt die NVision Imaging Techologies GmbH molekulare Spins. „Moleküle vereinen das Beste dieser beiden Welten und bieten viele Möglichkeiten für Qubits“, erläuterte Dr. Matthias Pfender, Senior Director bei NVision, in seinem Vortrag. Als Basis für die rein organische Quantenplattform nutzt er photoaktive Triplett-Carbene, die in eine starre kristalline Wirtsmatrix eingebettet sind.
Fachkongress mit Forum „Quantum for Cyber Security & Networks“
Sicherheit wird großgeschrieben im Bereich der Quantentechnologie. Um sie zu garantieren, müssen quantenkryptographische Verfahren weiterentwickelt und in die Anwendung gebracht werden, allem voran die Quantum Key Distribution (QKD): Diese Verschlüsselung hält – anders als herkömmliche Verschlüsselungen – auch Angriffen von Quantencomputern stand. Entsprechende Ansätze stellten Expertinnen und Experten im Forum „Quantum for Cyber Security & Networks“ vor.
Wie ein quantensicheres Kommunikationsnetz aussehen kann, erläuterte Dr. Nils gentschen Felde von der Universität der Bundeswehr anhand des Projekts „MuQuaNet – das Quanten-Internet im Großraum München“. Das Ziel sei der Aufbau einer QKD-Testumgebung für Forschung und Evaluierung. Der Fokus liege, wie der Computerwissenschaftler erklärte, auf der Sicherheitsanalyse von Quantum Key Distribution. Dabei gehe es nicht um einmalige Testergebnisse, sondern um einen wiederholbaren und vergleichbaren Evaluierungsablauf über verschiedene Anbieter und QKD-Technologien hinweg.
„Die QKD verspricht bewiesene Sicherheit“, bestätigte er. Schließlich verändert jeglicher Versuch, die Übertragung auszulesen, die Quantenzustände und ist somit erkennbar. Doch habe sich anhand eines faserbasierten Testbetts, das auch anderen Forschungseinrichtungen, Behörden und militärischen Stellen zur Verfügung gestellt werden soll, gezeigt: Keines der zahlreichen getesteten QKD-Systeme verschiedener Anbieter erfülle die notwendigen Sicherheitskriterien – nicht aufgrund der Physik, sondern aufgrund der nicht perfekten Implementierung. Um solche Sicherheitslücken zu schließen, arbeite die Universität der Bundeswehr eng mit den Anbietern zusammen.