In einem Business-Ökosystem teilen Unternehmen Wissen, beschleunigen Innovation und entwickeln branchenübergreifende Lösungen — von Nachhaltigkeit bis Digitalisierung. Kooperation statt Silodenken schafft Vorteile.
Business-Ökosystem: Kooperation und Kollaboration statt Silodenken schaffen Vorteile, wie auch beim Kick-Off zum Data Literacy Programms von Fraport und VINCI Energies.
(Bild: VINCI Energies)
Der Wandel durch die digitale Transformation vollzieht sich durch alle Lebensbereiche. Grund dafür ist ihr Potenzial, das dank einer Vielzahl an Werkzeugen kontinuierlich weiter ansteigt. Um aber auf dieser umfangreichen Klaviatur spielen zu können, braucht es mehr als nur die eigenen „zwei Hände“. Die Lösung: Business-Ökosysteme. Sie bieten eine Plattform für gleichberechtigte Partner, um allem voran Wissen und Know-how zu bündeln, und um so effizient neue Lösungen zu entwickeln. Zum Beispiel in Sachen Nachhaltigkeit, da hier oft branchenübergreifende Expertise gefragt ist.
Die digitale Transformation geht mit einem hohen Grad an Komplexität einher. Während sich ein Sechskant-Schraubenzieher nur auf genau diese Schraubenart anwenden lässt, steckt in der Tool-Box der Digitalisierung nicht nur eine Vielzahl an verschiedenen Hilfsmitteln. Die einzelnen Werkzeuge können auch miteinander verbunden werden, was komplett neue Möglichkeiten schafft. Diese Komplexität hat aber auch Grenzen: Kein Unternehmen kann über alle digitalen Tools hinweg über ein gleichhohes Know-how verfügen.
Deshalb setzt der globale Systemintegrator VINCI Energies auf die Zusammenarbeit im eigenen Business-Ökosystem. Gerade im Umfeld der digitalen Transformation sind diese zunehmend unausweichlich. Denn sie bieten eine optimale Plattform, über die sich Wissen und Know-how produktiv teilen lassen, um nicht nur von den Erfahrungen und der Expertise, sondern auch von den Ideen der Partner zu profitieren.
Vorbehalte gegenüber Business-Ökosystemen sind noch immer weit verbreitet. So besteht die größte Hürde häufig im vorherrschenden Silodenken. Das gilt für Unternehmen insgesamt, aber auch für einzelne Abteilungen.
Ökosystem für Synergien zwischen Traditionsunternehmen und Startups
Ein Beispiel dafür ist das Thema Nachhaltigkeit. Beim Klima- und Umweltschutz treffen häufig traditionelle Erfahrungen auf neue und teils disruptive Ideen. Es gilt daher, zwei unterschiedliche „Denkschulen“ zur konstruktiven Zusammenarbeit zu bringen. So befinden sich etwa auf der einen Seite Unternehmen aus der Baubranche, die seit Jahrzehnten tätig sind und alle Herausforderungen der Branche kennen.
Auf der anderen Seite gibt es junge Unternehmen und Startups, die ein komplett anderes Mindset besitzen und Probleme oft sehr kreativ angehen. Ein Systemintegrator wie VINCI Energies kann in einem Business-Ökosystem die traditionsreichen Unternehmen mit Startups zusammenbringen – beide wussten vorher nichts voneinander, verfügen aber jeweils über Kenntnisse und Fähigkeiten, die sich ergänzen und smart miteinander verbinden lassen. So kann etwa eine digitale Lösung, die ursprünglich für die Lagerhaltung gedacht war, modifiziert werden, um sie anschließend zum exakten Tracking von Baustellenmaterial einzusetzen und so Verschwendung zu reduzieren.
Insgesamt werden Ressourcen so deutlich effizienter eingesetzt. Geteiltes Wissen und verteilte Aufgaben sorgen dafür, dass Teams ihre jeweilige Expertise sinnvoll ergänzen und dadurch bestmöglich ihre eigenen Stärken ausspielen können.
Grundvoraussetzungen für effektive Partnerschaften
Bevor sich Unternehmen Business-Ökosystemen anschließen, sollten einige Bedingungen geklärt sein. An erster Stelle steht die Bereitschaft, aktiv zu werden, sich zu öffnen und das geschlossene Silodenken sowie die veralteten Vorstellungen eines strikten Wettbewerbs und unmittelbarer Konkurrenz über Bord zu werfen. Denn die digitale Transformation ist geprägt von Vernetzung: Vormals bestehende Grenzen bei Daten, Systemen und Technologien werden Stück für Stück aufgebrochen, um diese miteinander zu verknüpfen. Die Folgen sind neues Wissen, aus dem sich Mehrwerte schaffen lassen. So wie es bei der Digitalisierung systemübergreifend geschieht, muss die Erkenntnis auch branchenübergreifend bei Unternehmen reifen. Es gilt, Anknüpfungspunkte mit Partnern auszuloten, Wissen zu teilen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten.
Business-Ökosysteme bieten dazu ein optimales Umfeld, weil sie wie ihr Vorbild aus der Natur beim Wachstum in Richtung eines Gleichgewichts streben. Anders ausgedrückt: Jeder profitiert vom anderen und niemand wird bevorteilt. In natürlichen Ökosystemen kommen so alle vorhandenen Ressourcen optimal zum Einsatz – alle Nährstoffe werden zu 100 Prozent absorbiert, es geht nichts verloren. Daraus lässt sich auch für den Umgang in Business-Ökosystemen lernen: die aktive Arbeit und den Umgang mit Ressourcen ganz nach dem Vorbild der Natur zu gestalten. Das schafft einen idealen Nährboden für Innovation und Wachstum.
Hindernisse offen erkennen, um sie zu überwinden
Vorbehalte gegenüber Business-Ökosystemen sind noch immer weit verbreitet. So besteht die größte Hürde häufig im vorherrschenden Silodenken. Das gilt für Unternehmen insgesamt, aber auch für einzelne Abteilungen. Vielerorts hat sich eine Kultur gefestigt, die sich vor Austausch scheut. Das liegt zum einen an der Vorstellung, andere Abteilungen könnten mit dem eigenen Spezialwissen nichts anfangen. Zum anderen besteht die Befürchtung, an eigener Expertise und damit an Wettbewerbsvorteilen einzubüßen. Beides ist aber unbegründet. Denn die Idee von Business-Ökosystemen manifestiert sich schließlich in der praktischen Arbeit. Was heißt das? Entscheiden sich zwei oder mehr Unternehmen zur Zusammenarbeit in einem Business-Ökosystem, treffen sie bereits auf einer gemeinsamen Grundlage aufeinander: Sie verfolgen zusammen eine Idee für eine Lösung. Sie wissen also um die eigene Expertise und die der anderen Partner und haben sich bewusst für diese Konstellation entschieden, um gemeinsam zu profitieren. Das gilt genauso für Felder wie Technologiekompatibilität und Datenschutz. Im Vorfeld lässt sich ausloten, ob eine Zusammenarbeit sinnvoll ist. Ist dies geklärt, lassen sich Details etwa im Hinblick auf den Umgang mit den Daten regeln. So können beispielsweise sensible Unternehmens- oder Kundendaten vor der Verarbeitung anonymisiert werden. Eigenschutz steht also keinesfalls im Widerspruch zur Zusammenarbeit in Business-Ökosystemen.
Der Wandel durch die digitale Transformation vollzieht sich durch alle Lebensbereiche. Grund dafür ist ihr Potenzial, das dank einer Vielzahl an Werkzeugen kontinuierlich weiter ansteigt.
Eine Brücke zu neuen Technologien
Business-Ökosysteme erleichtern den Zugang zu neuen Technologien und innovativen Lösung auf zweierlei Weise: Erstens fördern sie insgesamt den Austausch und zweitens vereinfacht die Koordination durch einen Moderator wie VINCI Energies, dass geeignete Partner zueinander finden. Diese Aufgabe mit Fokus auf Startups übernimmt hier konkret Startup Connect. Das Programm vermittelt zwischen den Expertinnen und Experten der verschiedenen Marken und Business Units von VINCI Energies und den verschiedenen Startups. Indem die Vertreter von VINCI Energies kontinuierlich im Austausch mit Kunden und Partnern stehen, kennen sie deren Anforderungen und Herausforderungen im Projektgeschäft. Startup Connect hilft dann, geeignete Kandidaten aus ihrem Pool von jungen innovativen Unternehmen zur Umsetzung von Projekten und für den Aufbau nachhaltiger Geschäftsbeziehungen zu finden.
Stand: 16.12.2025
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Neue Wege der Nachwuchsförderung durch ein Business Ökosystem ging man auch beim Besuch des portugiesischen Formula Student-Teams in der Digitalschmiede in Frankfurt.
(Bild: VINCI Energies)
Auch hier zeigt sich: Das Teilen von Wissen und Erfahrungen ist die Grundessenz eines jeden Business-Ökosystems – und zwar von Anfang an. Tauschen sich die Mitglieder vertrauensvoll untereinander aus, kennen sie neben den Stärken auch die Bedürfnisse der anderen. Daraus ergibt sich der konkrete Zugang zu Technologien und das Potenzial, um innovative Lösungen zu nutzen oder neu zu entwickeln. Allem voran Spezialwissen oder unkonventionelle und kreative Lösungswege, wie sie bei Umwelttechnologien häufig der Fall sind, kommen so schneller und zielgerichteter dorthin, wo Bedarf besteht. Im Zuge solcher an den Bedürfnissen ausgerichteter Konstellationen fällt es dann auch leichter, bestehende Lösungen zu optimieren oder neue Lösungen zu entwickeln.
Ressourcen werden deutlich effizienter eingesetzt
Ein Indikator, an dem die Vorteile eines Business-Ökosystems schnell zutage treten, ist die Entwicklungszeit: Nach den klassischen F&E-Modellen mussten Lösungen entweder komplett in Eigenregie neu entwickelt werden oder es entstand ein langwieriger Prozess, um eine geeignete Lösung eines Drittanbieters zu finden. Über ein Business-Ökosystem reduziert sich die Zeit erheblich. Unternehmen entdecken nicht nur schneller passende Lösungen. Auch Lösungsansätze können zügiger einen Status als business-ready erreichen und schließlich die Time to Market verwirklichen, wenn mehrere Partner ihre Expertisen einbringen. So müssen Unternehmen auch gar nicht erst versuchen, alle notwendigen Kenntnisse selbst vorzuhalten – eine Strategie, die bei der zunehmenden Komplexität, wenn nicht sogar unmöglich, dann zumindest höchst ineffizient ist.
Insgesamt werden Ressourcen so deutlich effizienter eingesetzt. Geteiltes Wissen und verteilte Aufgaben sorgen dafür, dass Teams ihre jeweilige Expertise sinnvoll ergänzen und dadurch bestmöglich ihre eigenen Stärken ausspielen können. Zugleich schafft ein transparenter Umgang mit Know-how Raum für neue Ideen. Denn dadurch lassen sich eine sogenannte Expertenblindheit oder Blind Spots, die in geschlossenen Teams auftreten, verhindern. Auch mit Blick auf die Frage nach einem nachhaltigeren Umgang mit Energie und Materialien gelingt es mit einem unvoreingenommenen Blick von außen besser, Prozesse zu optimieren.
Sascha Bäcker ist CDO von VINCI Energies für DACH und Osteuropa.