Neuer Eigentümer Madison Air übernimmt EBM-Papst

Quelle: EBM-Papst 3 min Lesedauer

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Der US-Konzern Madison Air hat die Übernahme der EBM-Papst-Gruppe bekannt gegeben. Das Familienunternehmen wechselt für knapp 5 Milliarden Euro den Besitzer.

EBM-Papst beschäftigt weltweit mehr als 13.000 Mitarbeiter, davon rund 5.800 in Deutschland.(Bild:  EBM-Papst)
EBM-Papst beschäftigt weltweit mehr als 13.000 Mitarbeiter, davon rund 5.800 in Deutschland.
(Bild: EBM-Papst)

Die EBM-Papst-Gruppe, Anbieter von Ventilationslösungen für die Luft-, Kälte- und Klimatechnik, und der US-Konzern Madison Air, Anbieter von Lösungen für die Luftqualität, haben am Montag die Übernahme von EBM-Papst durch Madison Air bekannt gegeben. Die Gesellschafterfamilien Sturm, Ziehl und Philippiak haben eine entsprechende Vereinbarung zur Übertragung ihrer Anteile an Madison Air unterzeichnet. Der Nettoverkaufs
preis für EBM-Papst beläuft sich auf 4,8 Milliarden Euro. Im Rahmen der Transaktion wird das bislang familiengeführte Unternehmen mit einem Enterprise Value von 5,1 Milliarden Euro bewertet.

Langjähriger Kunde von EBM-Papst

Madison Air ist langjähriger Kunde von EBM-Papst und bietet Luftqualitätslösungen für geschäftskritische Anwendungen. Das Unternehmen bedient eine breite Kundenbasis in verschiedenen Endmärkten, darunter das Gesundheitswesen, industrielle Hochleistungsfertigung, Reinräume, Rechenzentren und Wohngebäude. EBM-Papst ergänzt dieses Portfolio künftig mit seiner Ventilations- und Motorentechnologie, seiner Ingenieurskompetenz und seiner Reputation bei Kunden vor allem in Europa und Asien. Madison Air macht den weit überwiegenden Teil seines Geschäfts im Heimatmarkt USA und erhält über EBM-Papst neue Marktzugänge auf dem europäischen Kontinent. Die operative Expertise von Madison soll EBM-Papst wiederum dabei unterstützen, seine Fertigung, die Lieferketten sowie die kommerzielle Umsetzung weiterzuentwickeln und den Wachstumskurs mit noch größerer Geschwindigkeit fortzusetzen. Überdies erhält EBM-Papst durch die Partnerschaft künftig Zugang zum US-Kapitalmarkt.

Mulfingen bleibt Hauptsitz

Madison Air will EBM-Papst mit seinen weltweit mehr als 13.000 Mitarbeitenden, davon rund 5.800 in Deutschland, langfristig stärken und steht für zusätzliche Investitionen bereit. Mulfingen bleibt Hauptsitz der Unternehmensgruppe sowie  Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstandort. Die Transaktion hat keine Auswirkungen auf bestehende arbeitsrechtliche Verpflichtungen sowie tarifliche Regelungen und Betriebsvereinbarungen.

"EBM-Papst steht heute so stark da wie nie zuvor“, sagt EBM-Papst-CEO Dr. Klaus Geißdörfer. „Wir sind dank unserer strategischen Ausrichtung auf Wachstumskurs, unser innovatives Kerngeschäft Air Technology wächst stark, und das Datacenter-Geschäft entwickelt sich außerordentlich dynamisch. Das große Potenzial für die Weiterentwicklung der Gruppe ist aber nicht ausgeschöpft und mit Madison haben wir einen Partner gefunden, der genau versteht, was EBM-Papst ausmacht und was wir brauchen, um unsere Marktführerschaft weiter auszubauen. Wir werden auch von einem besseren Zugang zum US-Markt profitieren.“

"Wir sind fest davon überzeugt, dass die Mitarbeitenden und EBM-Papst insgesamt von diesem Schritt profitieren werden"

„Nach sorgfältiger Prüfung sind wir gemeinsam zu der Überzeugung gelangt, dass Madison Air der ideale Partner für EBM-Papst ist, um den eingeschlagenen Wachstumskurs langfristig fortzusetzen. Madison setzt seit Jahrzehnten auf nachhaltige Unternehmensentwicklung. Der Konzern hat eine beeindruckende Aufstellung in der Luft- und Kühltechnologie sowie regional in den USA, und die Perspektiven in den Bereichen Rechenzentren und KI-Infrastruktur sind enorm. Mit Madison Air haben wir einen neuen Eigentümer gefunden, der die notwendige Finanzkraft, einen langfristigen unternehmerischen Horizont, eine beeindruckende Stärke vor allem im US-Markt und eigene technische Lösungen mitbringt, um das Potenzial von EBM-Papst in der Luft-, Kälte- und Klimatechnologie künftig noch stärker zu heben. Wir sind fest davon überzeugt, dass die Mitarbeitenden und EBM-Papst insgesamt von diesem Schritt profitieren werden. Das ist für uns klar ausschlaggebend“, erläuterten Chloë McCracken, Jan Philippiak und Ralf Sturm im Namen der Gesellschafterfamilien von EBM-Papst.

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Fokus auf Zukunftsthemen zahlt sich aus

Der weltweite Ausbau digitaler Infrastrukturen und der Fortschritt im Bereich Künstlicher Intelligenz schaffen einen rasant steigenden Bedarf an hocheffizienten, skalierbaren Kühllösungen. EBM-Papst verbindet dabei physische Produkte und digitale Plattformen zu intelligenten Gesamtsystemen. Um die Wachstumschancen in diesen Märkten zu realisieren, braucht es nachhaltige Investitionen, globale Skalierungsfähigkeit und Umsetzungsgeschwindigkeit. Die Mulfinger sind ist bereits sehr gut auf die strukturellen Wachstumstreiber ausgerichtet: Rechenzentren, KI-Infrastruktur, Elektrifizierung, Energieeffizienz und nachhaltige Heiz- und Kühllösungen. Die KI-basierte Plattform Nexaira ermöglicht bedarfsgerechte Steuerung, vorausschauende Wartung und eine deutliche Reduktion des Energieverbrauchs in Rechenzentren.

Die Gesellschafterfamilien wurden bei dieser Transaktion von Milbank LLP als Rechtsberater und Goldman Sachs Bank Europe SE als Finanzberater unterstützt. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt regulatorischer Freigaben und üblicher Vollzugsbedingungen. Der Vollzug der Transaktion wird gegen Jahresende 2026 erwartet.