Um die Abläufe in der additiven Fertigung zu vereinfachen, entschied sich Toolcraft bereits 2017 für Siemens NX. Mittlerweile vertreibt der Auftragsfertiger unter der Marke „AMbitious“ die Software selbst und schult und berät seine Kunden auch in der Anwendung. Diese Vorteile bietet die durchgängige digitale Prozesskette für das Design und den Druck von Bauteilen.
(Quelle: Toolcraft)
Zuvor hatte Toolcraft bei der additiven Fertigung verschiedene Softwaresysteme für die einzelnen Prozessschritte genutzt. Langwierige Daten- und Fertigungsprozesse waren die Folge. 2017 entschied sich das Unternehmen mit Sitz im mittelfränkischen Georgensgmünd für das NX-Software-Paket von Siemens, eine integrierte Lösung für CAD, CAM und CAE. Seither wird bei dem Auftragsfertiger die Additive Fertigung von der Konstruktion über die Fertigung bis zur Nachbearbeitung mit Siemens NX unterstützt.
Siemens NX: Einfach und innovativ
„Siemens NX bietet eine durchgängige digitale Prozesskette in der additiven Fertigung, von der Konstruktion über die Simulation bis zur Fertigung und spanenden Weiterbearbeitung. Es gibt keine Schnittstellen mehr, da nur ein Dateiformat verwendet wird,“ erklärt Uwe Schulmeister, Bereichsleiter AMbitious. „So werden Feedbackschleifen zwischen den einzelnen Prozessschritten ermöglicht.“ AM-spezifische Designtools wie Gitter-, Gyroidstrukturen oder Topologieoptimierung sind ebenfalls integriert und ermöglichen neuartige Bauteilfunktionen. Die Be- und Verarbeitung von gescannten Bauteilen sind mit Hilfe des Moduls Convergent Modelling möglich. Das bietet einen Mehrwert bei umfangreichen Reverse-Engineering-Tätigkeiten.
Die Software gewährleistet außerdem eine unkomplizierte Rohteilerstellung für den AM-Baujob durch Synchronous-Modelling und die parametrische Bearbeitung externer Daten. Weiterhin ist eine hohe Modellierungsperformance über die gesamte additive Prozesskette gegeben. Änderungen an Bauteilen werden direkt in Rohteilen und anderen betroffenen Elementen der Entwicklung übernommen. Die Durchführung von schnellen Iterationen reduzieren die Zeiten von der Designerstellung bis zur CAM-Strategie. Alle Prozessschritte – von der Erstellung additiver Designs bis hin zum Druck – sind in einzelne Funktionspakete gepackt und kombinierbar. „Somit können unsere Kunden ihren Softwarebedarf individuell auf ihre Bedürfnisse anpassen,“ so Schulmeister.
("Mit Siemens NX gibt es keine Schnittstellen mehr, da nur ein Dateiformat verwendet wird." Uwe Schulmeister, Bereichsleiter AMbitious. Bild: Toolcraft)
Die eigene Fertigung verbessern
Der Toolcraft-Geschäftsbereich AMbitious vermittelt in einem interaktiven Grundlagenseminar (Basic Level) die wichtigsten Technologien im Bereich Additive Fertigung. Zudem lernen die Teilnehmer die einzelnen notwendigen realen und virtuellen Prozessschritte sowie die Einsatzmöglichkeiten unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte kennen. Die Expertenschulung (Expert Level) befasst sich mit den wichtigsten Technologien im Bereich AM und legt einen intensiveren Fokus auf die einzelnen Prozessschritte. „Darüber hinaus bieten individuelle Schulungen Unterstützung bei Fragen zu unterschiedlichsten Themen entlang der gesamten AM-Prozesskette,“ erläutert Schulmeister.
Weiterhin bietet AMbitious als Smart Expert Partner im Bereich Siemens NX AM-Schulungen zur NX Software an, vom 3D-Druck und NX Basics, über Baujobsimulation und Kalibrierung, Topologie Optimierung, Gitterstrukturen, Laser Metal Deposition (LMD)/Pulverdüse bis zu CAD-Grundlagen. Außerdem kann eine individuelle Beratung in Anspruch genommen werden. Sei es in strategischen, softwaretechnischen, oder Gesundheits-, Arbeits- und Umweltschutzfragen, oder im Bereich AM-gerechtes Design, Fertigung, Qualitätssicherung sowie Implementierung, Hallenplanung und Zertifizierung.
Additive Fertigung mit Robotern
Als Geschäftsbereich von Toolcraft profitiert AMbitious von der 30-jährigen Erfahrung des Unternehmens in der Herstellung von High-End Präzisionsbauteilen und von seinem Know-how in verschiedenen High-End-Branchen. Der Auftragsfertiger bildet die komplette Prozesskette im Haus ab – von der Konstruktion und Simulation, Materialprüfung im eigenen Labor, über die Fertigung mit anschließender Wärmebehandlung, spanende Weiterbearbeitung bis zur optischen, taktilen und zerstörungsfreien Prüfung der Bauteile.
("Siemens NX ist sehr interessant für die additive Fertigung mit Roboteranlagen." Toolcraft-Vorstand Christoph Hauck Bild: Toolcraft)
„Toolcraft verfügt über ein starkes Netzwerk und ein umfassendes Wissen im Bereich 3D-Druck in Metall, vom Prototypen bis zur Serie. Der gesamte Prozess ist qualifiziert nach Nadcap und TÜV Süd,“ so Toolcraft-Vorstand Christoph Hauck. AMbitious versteht sich daher als Partner aus der Praxis für die Praxis. „Die durchgängige Prozesskette und Funktionalität von Siemens NX ist auch sehr interessant für die additive Fertigung mit Roboteranlagen,“ gibt Hauck einen Ausblick in die Zukunft. Auch hierbei kann der neue Geschäftsbereich auf die langjährige Erfahrung von Toolcraft im Bereich Robotik zurückgreifen. Erste Projekte, so Hauck, seien bereits angelaufen.
Stand: 16.12.2025
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Die Autorin Tina Hartmann-H`Lawatscheck arbeitet im Marketing von AMbitious.