Stärkung des Geschäfts mit Energie- und Industriesoftware Schneider Electric übernimmt PTC

Von Schneider Electric 3 min Lesedauer

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Schneider Electric will PTC für 22,6 Milliarden US-Dollar übernehmen. Der Zukauf soll Software, KI und Energie-Kompetenz verbinden und neue Umsatzchancen eröffnen. Der Vollzug der Übernahme soll spätestens im dritten Quartal 2027 erfolgen.

Schneider Electric will mit der geplanten Übernahme von PTC Produktentwicklung, industrielle Software und Betriebsdaten im Energie-Management enger verknüpfen.(Bild:  Schneider Electric)
Schneider Electric will mit der geplanten Übernahme von PTC Produktentwicklung, industrielle Software und Betriebsdaten im Energie-Management enger verknüpfen.
(Bild: Schneider Electric)

Schneider Electric übernimmt den US-amerikanischen Softwareanbieter PTC. Die Unternehmen haben eine verbindliche Vereinbarung unterzeichnet, wie Schneider Electric am Montag mitteilte. Der französische Energietechnologiekonzern bietet 205 US-Dollar je PTC-Aktie in bar. Damit wird das Eigenkapital von PTC mit rund 22,6 Milliarden US-Dollar bewertet; der Unternehmenswert einschließlich Schulden beläuft sich auf 23,7 Milliarden US-Dollar.
Der Angebotspreis entspricht einem Aufschlag von 42,3 Prozent auf den letzten Schlusskurs der PTC-Aktie vor der Ankündigung. Gegenüber dem volumengewichteten Durchschnittskurs der vorangegangenen 30 Handelstage beträgt die Prämie 46,1 Prozent. Der Abschluss ist für das dritte Quartal 2027 vorgesehen. Voraussetzung sind unter anderem die Zustimmung der PTC-Aktionäre und die erforderlichen behördlichen Genehmigungen.

Gemeinsam schaffen wir das umfassendste Software- und KI-Kompetenzzentrum der Branche.

Energie- und Industriedaten intelligent vernetzen

Mit der Übernahme will Schneider Electric seine Position bei Industrie-Software und künstlicher Intelligenz ausbauen. PTC entwickelt Lösungen für computergestütztes Design (CAD), Produktlebenszyklusmanagement (PLM), Application Lifecycle Management (ALM) und Service Lifecycle Management (SLM). Die Software unterstützt Hersteller dabei, Produkte zu entwickeln und zu verwalten – von der Konstruktion über die Fertigung bis zu Service und Wartung. PTC zählt weltweit mehr als 30.000 Kunden.
Schneider Electric sieht in der Kombination eine Möglichkeit, Daten aus Produktentwicklung und Engineering mit Informationen aus Betrieb und Energiesystemen zu verbinden. So soll ein durchgängiger digitaler Informationsstrang entstehen, der den gesamten Lebenszyklus von Produkten und Anlagen abbildet. Die Unternehmen wollen damit Anwendungen für industrielle KI voranbringen und Kunden helfen, ihre Systeme effizienter, widerstandsfähiger und nachhaltiger zu betreiben.

Schneider Electric erwartet jährliche Kostensynergien von 250 Millionen Euro bis zum dritten Jahr nach dem Abschluss. Zusätzlich rechnet der Konzern mit Umsatzsynergien von rund 800 Millionen Euro.

Energie- und Softwaregeschäft soll kräftig wachsen

„Gemeinsam schaffen wir das umfassendste Software- und KI-Kompetenzzentrum der Branche“, sagte Schneider-Electric-Chef Olivier Blum. PTC-CEO Neil Barua bezeichnete den Zusammenschluss als Chance, Innovationen zu beschleunigen und das Geschäft auf weitere Regionen und Endmärkte auszuweiten. Schneider Electric verweist dabei auch auf die geplante Übernahme des Datenanalyseunternehmens Cognite. Deren Abschluss steht allerdings noch unter dem Vorbehalt üblicher Bedingungen und behördlicher Genehmigungen.
Finanziell soll PTC das Wachstum und den Anteil wiederkehrender Umsätze stärken. Im Kalenderjahr 2025 erzielte das Unternehmen nach Angaben von Schneider Electric einen Umsatz von 2,4 Milliarden Euro und eine bereinigte EBITA-Marge von rund 40 Prozent. Umsatz und wiederkehrende Jahresumsätze sollen bis 2029 voraussichtlich jährlich um etwa zehn Prozent wachsen. Auf Pro-forma-Basis könnten Software und Services künftig rund 24 Prozent des Konzernumsatzes ausmachen.

Energie-Konzern erwartet hohe Synergien und plant Finanzierungsmix

Schneider Electric erwartet jährliche Kostensynergien von 250 Millionen Euro bis zum dritten Jahr nach dem Abschluss. Zusätzlich rechnet der Konzern mit Umsatzsynergien von rund 800 Millionen Euro. Diese sollen vor allem aus Cross-Selling, einer größeren geografischen Reichweite und gemeinsam entwickelten digitalen Lösungen entstehen. Im ersten vollen Jahr der Konsolidierung soll die Transaktion den bereinigten Gewinn je Aktie bereits leicht erhöhen; mit vollständig realisierten Synergien wird ein Zuwachs im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich erwartet.
Die Finanzierung des Kaufpreises soll über eine Kombination aus Eigenkapital und neuen Schulden erfolgen. Geplant sind eine Eigenkapitalemission von etwa fünf bis sechs Milliarden Euro sowie neue Schuldtitel im Umfang von rund 16 bis 17 Milliarden Euro. Eine Überbrückungsfinanzierung von Morgan Stanley und Société Générale ist nach Unternehmensangaben zugesagt. Schneider Electric hält zugleich an den zuvor angekündigten Grundsätzen seiner Kapitalallokation fest, darunter Dividendenpolitik und Aktienrückkaufprogramm.

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