EHEDG-zertifizierte Linearführung für Lebensmitteltechnik Reduzierter Wartungsaufwand und kürzere Stillstandzeiten

Quelle: Pressemitteilung 3 min Lesedauer

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In der Lebensmittelindustrie ist die leichte Reinigung von Maschinen und Anlagen entscheidend. Doch die Schlitten vieler Linearführungen lassen sich nur umständlich demontieren. Um Stillstandzeiten zu reduzieren, hat igus eine neue Linearführung der Serie drylin W mit einem Polymerschlitten entwickelt, der sich für die Reinigung werkzeuglos abnehmen lässt. 

Die drylin W-Linearführung von igus ist die erste Linearführung mit offizieller  EHEDG-Zertifizierung für die Lebensmittelindustrie. (Bild:   igus SE & Co. KG)
Die drylin W-Linearführung von igus ist die erste Linearführung mit offizieller EHEDG-Zertifizierung für die Lebensmittelindustrie.
(Bild: igus SE & Co. KG)

Als weltweit erste Linearführung hat das System eine EHEDG-Zertifizierung erhalten und somit eine offizielle Freigabe für die Lebensmitteltechnik.

Nahezu jeder Konstrukteur von Automationslösungen für die Lebensmittelindustrie arbeitet mit Linearführungen. Sie ermöglichen beispielsweise das Verfahren von Siegelstationen in Tiefziehverpackungsmaschinen, das Positionieren von Dosierköpfen in Abfüllanlagen sowie die Führung von Messereinheiten in Brotschneidemaschinen. Doch so unverzichtbar Linearführungen sind, stellen sie in hygienekritischen Anwendungen eine Herausforderung dar. Denn in Spalten, Kontaktflächen und schwer zugänglichen Bereichen können sich Schmierstoffe, Abrieb und Schmutz ansammeln.

„Wenn eine gründliche Reinigung erforderlich ist, ist die Demontage klassischer Systeme oft aufwendig und konstruktiv eingeschränkt“, sagt Mira Loges, Entwicklungsingenieurin drylin bei igus. Gefragt sind daher Linearführungen, die hygienegerecht konstruiert sind und sich schnell reinigen lassen. „Eine solche Lösung haben wir mit der neuen Linearführung der Serie drylin W auf den Markt gebracht, die als weltweit erste Linearführung eine Zertifizierung der European Hygienic Engineering and Design Group (EHEDG) erhalten hat.“ 

Die EHEDG ist eine internationale Organisation, die Standards für hygienisches Anlagendesign entwickelt, um die Lebensmittelsicherheit zu erhöhen. Ein EHEDG-Zertifikat bestätigt, dass eine Komponente leicht, vollständig und sicher zu reinigen ist – ein wichtiger Vorteil für Betreiber mit höchsten Anforderungen an Prozess- und Produktsicherheit. Das Zertifikat liefert einen anerkannten Nachweis, dass das Design der drylin W-Lineargleitführung dazu beiträgt, Kontaminations- und Ausfallrisiken zu minimieren. 

Leichte und schnelle Demontage für kürzere Stillstandzeiten 

Linearführungen erschweren oft die Reinigung von Maschinen und Anlagen in der Lebensmittelindustrie. „Klassische Kugelumlaufführungen beispielsweise müssen häufig mit Werkzeug demontiert und über das Schienenende ausgebaut werden“, sagt Mira Loges. „Das führt zu unnötigem Wartungsaufwand und Stillstandzeiten, die einige Anwender bemängeln.“ igus hat die neue Linearführung daher so konstruiert, dass sie sich werkzeuglos demontieren lässt. 

Das System besteht aus zwei Edelstahlwellen und einem monolithischen Gleitschlitten aus Hochleistungskunststoff, auf den Anwender ihre Aufbauten anschrauben können. „Im Fall einer kompletten Reinigung der Anlage lässt sich der Schlitten einfach von der Schiene abziehen und separat reinigen. Die Reinigung der Schiene erfolgt im eingebauten Zustand ohne Demontage“, erklärt Mira Loges.

Schmierfreies Hygienic Design reduziert Kontaminationsrisiko

Viele herkömmliche Kugelumlaufführungen arbeiten mit Schmiermitteln, an denen Staub, Abrieb und Schmutzpartikel haften bleiben können. Dadurch kann sich ein abrasives Gemisch bilden, das die Leichtläufigkeit verschlechtert und ein potenzielles Kontaminationsrisiko darstellt. igus hat die neue Linearführung daher konsequent nach den EHEDG-Richtlinien konstruiert. Die elektropolierten Rundwellen haben eine Oberflächenrauheit von unter 0,8 Mikrometern, die eine effektive Reinigung begünstigen, da Keime und Produktrückstände auf der glatten Oberfläche kaum anhaften. „Bei der Entwicklung haben wir uns konsequent an den Richtlinien der EHEDG orientiert. 

Eine Herausforderung war der Übergang der Wellen zu den Wellenunterstützern bzw. Schienenverbindern. Aber auch hier haben wir es geschafft, die Richtlinien zu befolgen. Die Übergänge sind gefräst, sodass überall Mindestradien von drei Millimetern eingehalten werden konnten“, erklärt Mira Loges. Eine Bodendichtung aus FDA-zertifiziertem Silikon sorgt zudem dafür, dass sich zwischen Schiene und Oberfläche kein Schmutz oder Mikroorganismen ansammeln können. 

Eine weitere Besonderheit ist der Schlitten aus dem blauen Hochleistungskunststoff iglidur A160. Er ist PTFE-frei und PFAS-geprüft, und integrierte, mikroskopisch kleine Festschmierstoffe sorgen für einen besonders hygienischen, schmierfreien Trockenlauf. „Wir haben zudem darauf geachtet, dass das Material eine geringe Wasseraufnahmefähigkeit hat. So bleibt der Schlitten auch nach vielen intensiven Reinigungszyklen formbeständig und funktional.“

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