Dezentrale Energieversorgung MQ15-Steckverbinder: Kompakte Power für das Feld

Ein Gastbeitrag von Sebastian Richter 4 min Lesedauer

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Der MQ15-Steckverbinder von Murrelektronik ermöglicht eine schnelle, standardisierte Energieversorgung direkt im Feld. Kompakt, robust und modular – für effiziente dezentrale Automatisierung.

Antriebe, I/O-Module, Netzteile oder Frequenzumrichter sitzen direkt im Feld: Vor diesem Hintergrund gewinnt der MQ15-Steckverbinder an Bedeutung.(Bild:  Murrelektronik)
Antriebe, I/O-Module, Netzteile oder Frequenzumrichter sitzen direkt im Feld: Vor diesem Hintergrund gewinnt der MQ15-Steckverbinder an Bedeutung.
(Bild: Murrelektronik)

Die Energieversorgung in Maschinen und Anlagen verändert sich. Wo früher viele Funktionen zentral im Schaltschrank zusammenliefen, entstehen heute mehr und mehr dezentrale Strukturen. Antriebe, I/O-Module, Netzteile oder Frequenzumrichter sitzen näher am Prozess, direkt im Feld. Das verkürzt Leitungswege, macht Anlagen modularer und reduziert Installationsaufwand. Gleichzeitig steigen damit die Anforderungen an die Verbindungstechnik: Sie muss kompakt sein, hohe Ströme übertragen, schnell montiert werden können und unter rauen Industriebedingungen dauerhaft zuverlässig funktionieren.

Effiziente Motoranbindung mit dem MQ15-Steckverbinder

Vor diesem Hintergrund gewinnt ein Steckverbinder an Bedeutung: MQ15. Immer mehr Anlagenplaner setzen auf diesen Power-Steckverbinder, um Asynchron- und Drehstrommotoren bis 7,5 kW, Frequenzumrichter oder Netzteile mit Energie zu versorgen. Besonders in der Intralogistik, im Maschinenbau und in modularen Anlagenkonzepten ist der Bedarf hoch. Dort müssen viele Motoren auf engem Raum schnell, verwechslungssicher und servicefreundlich angeschlossen werden.

Murrelektronik hat für diese Anforderungen eine umfangreiche MQ15-Produktfamilie entwickelt: Für Anwendungen, in denen hohe Leistung auf kleinem Bauraum gefragt ist und klassische Lösungen technisch oder wirtschaftlich nicht immer die passende Antwort sind. Der MQ15 überträgt hohe Ströme kompakt, ist standardisiert und lässt sich durch sein Schnellanschluss-System besonders effizient installieren.

Der Steckverbinder MQ15 bringt Power dorthin, wo sie gebraucht wird – direkt ins Feld. Kompakt, robust, normiert und mit einem Schnellanschluss schnell montiert. Oder kurz gesagt: stecken, drehen, fertig.

Standardisierung schafft Planungssicherheit

Ein Grund für die wachsende Akzeptanz des MQ15 ist die Normung. Die Polbilder für AC- und DC-Anwendungen sind nach der internationalen Norm IEC 61076-2-116 standardisiert. Für Maschinenbauer ist das ein entscheidender Punkt: Standardisierte Steckgesichter schaffen herstellerübergreifende Kompatibilität und reduzieren Abhängigkeiten von proprietären Lösungen.

In der Praxis schafft das Planungssicherheit. Komponenten unterschiedlicher Hersteller lassen sich einfacher kombinieren, Maschinenkonzepte langfristig robuster auslegen. Gerade international agierende Unternehmen profitieren davon, wenn Anlagen für verschiedene Märkte, Standorte und Betreiberstandards entwickelt werden.

Zudem unterstützt die Standardisierung den Trend zur Modularisierung. Wenn Energieanschlüsse eindeutig definiert, mechanisch verwechslungssicher und international anerkannt sind, lassen sich Maschinenmodule leichter vormontieren, testen und später vor Ort verbinden. Der Steckverbinder wird so zu einem Baustein effizienter Anlagenkonzepte.

Schnellanschluss reduziert Montagezeit

Ein zentrales Merkmal der MQ15-Steckverbinder ist die Schnellverriegelung. Statt eines klassischen Schraubanschlusses genügt eine Vierteldrehung. Ein spür- und hörbares „Klick“ zeigt, dass die Verbindung korrekt verriegelt ist.

Der praktische Effekt ist erheblich: Die Montagezeit bei Neuinstallation, Service und Wartung lässt sich reduzieren. Bei einzelnen Steckstellen mag das zunächst nach einem Detail klingen. In Förderanlagen mit vielen Antrieben oder modularen Maschinen mit zahlreichen Power-Verbindungen summiert sich die Zeitersparnis jedoch schnell.

Gleichzeitig steigt die Prozesssicherheit. Das haptische und akustische Feedback gibt dem Monteur sofort Rückmeldung, dass die Verbindung hergestellt ist. Für Anwender entsteht eine Plug-and-play-Lösung, die Fehlerquellen reduziert und Inbetriebnahmen beschleunigt.

<p>Man sieht: Nahaufnahme der dezentralen Automatisierungsplattform Vario-X von Murrelektronik. Das schwarze Steuerungsgehäuse mit der Aufschrift „VARIO-X CONNECTED FUTURE“ ist an einer silbernen Profilschiene montiert. An der Unterseite sind mehrere schwarze und grüne Kabel über kompakte MQ15-Steckverbinder angeschlossen. Im Hintergrund ist eine industrielle Anwendung mit Förderband und Personen in einer Werkshalle unscharf erkennbar.<p>
Power für die dezentrale Automatisierung: Im System Vario-X von Murrelektronik sorgt der MQ15-Steckverbinder für eine schnelle und zuverlässige Energieversorgung direkt im Feld.
(Bild: Murrelektronik)

Robust für den industriellen Einsatz

Staub, Feuchtigkeit, Vibrationen, Schockbelastungen oder Reinigungsprozesse: Verbindungstechnik im Feld muss viel aushalten. Die MQ15-Steckverbinder sind für diese Bedingungen ausgelegt. Nach dem Verriegeln erfüllt die Verbindung Schutzart IP67 und ist damit staub- und wasserdicht.

Auch mechanisch sind die Steckverbinder auf industrielle Umgebungen abgestimmt. Sie sind schock- und vibrationsfest, hartversilberte Kontakte sorgen für geringe Übergangswiderstände und eine lange Lebensdauer. Die PUR-Vollumspritzung sorgt für eine zuverlässige Zugentlastung und schützt die Verbindung vor mechanischer Beanspruchung, dynamischen Belastungen und Manipulationen.

Besonderes Augenmerk liegt auch auf den Leitungen. PUR-Leitungen bieten hohe Flexibilität, sind schleppkettentauglich, flammwidrig sowie öl- und chemikalienbeständig. PVC-Leitungen stellen eine wirtschaftliche Alternative für weniger dynamische Anwendungen dar und sind ebenfalls chemikalienbeständig. Je nach Ausführung sind Wechselbiegezyklen bis zu zehn Millionen möglich. Der Temperaturbereich reicht von -50 bis +80 °C. Damit eignet sich die Produktfamilie auch für anspruchsvolle Bewegungs- und Umgebungsbedingungen.

Standardisierte Schnittstellen ersetzen aufwendige Einzelverdrahtung, Installationen werden schneller, Serviceeinsätze einfacher und Anlagen flexibler.

Effiziente Energieverteilung und einfache Motoranbindung

In vielen Anlagen ist Bauraum knapp. Der MQ15 spielt hier seine Stärken aus: Er überträgt hohe Ströme, benötigt jedoch deutlich weniger Platz als größere Power-Steckverbinder. Wenn deren Leistungsreserven nicht erforderlich sind, bietet er eine technisch passende und wirtschaftlich attraktive Alternative. Murrelektronik setzt dabei auf robuste Hochleistungskunststoffe statt auf aufwendige Metallkomponenten – ohne Abstriche bei der industriellen Belastbarkeit.

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<p>Man sieht: Studioaufnahme verschiedener MQ15 Steckverbinder von Murrelektronik vor weißem Hintergrund. Mehrere schwarze Kabel fächern sich auf und zeigen unterschiedliche Steckerköpfe in geraden und 90-Grad-gewinkelten Ausführungen. Die sichtbaren Steckgesichter haben grüne oder graue Kunststoffeinsätze mit verschiedenen Pin-Konfigurationen.<p>
Vielfalt für die dezentrale Installation: Die MQ15-Produktfamilie umfasst gerade und gewinkelte Steckverbinder mit unterschiedlichen Polbildern für AC- und DC-Anwendungen, um flexibel auf jeden Bauraum reagieren zu können.
(Bild: Murrelektronik)

Die MQ15-Produktfamilie eignet sich nicht nur für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen. Mit Komponenten wie dem MQ15-h-Stück lässt sich Energie direkt im Feld verteilen. Motoren können einfacher verbunden, Abzweige ohne aufwendige Verdrahtung realisiert werden. Besonders beim Anschluss mehrerer Antriebe reduziert das Installationsaufwand.

Auch MQ15-Flanschsteckverbinder erweitern die Einsatzmöglichkeiten. Mit ihnen können Motoren steckbar ausgeführt oder entsprechend umgerüstet werden. Über das M20 × 1,5-Gewinde ist die Integration ohne Adapter und ohne mechanische Sonderlösungen möglich. Das vereinfacht Konstruktion und Montage und unterstützt standardisierte Maschinenplattformen.

Dass der MQ15 in der Praxis angekommen ist, zeigt sich insbesondere in der Intralogistik. Förderstrecken arbeiten mit vielen Antrieben, häufig in modular aufgebauten Anlagen. Hier sind schnelle Installation, einfache Wartung und robuste Verbindungstechnik entscheidend. Auch namhafte Motorenhersteller setzen bereits auf entsprechende Lösungen. Zudem nutzt Murrelektronik den MQ15 im dezentralen Automatisierungssystem Vario-X.

MQ15: Weltweite Power im Feld

Dank CE- und UL-Zulassung ist der MQ15 weltweit einsetzbar. Er ersetzt aufwendige Einzelverdrahtung durch eine steckbare, modulare Energieversorgung direkt im Feld. Das macht Anlagen flexibler und reduziert den Serviceaufwand. Als Lösung für die dezentrale Automatisierung ist der MQ15 kompakt, robust und normiert. Motto: stecken, drehen, fertig.

Sebastian Richter ist Global Director Product Management, Global Business Unit Connectors, bei der Murrelektronik GmbH.