In der Berliner Event-Location „Motorwerk“ können trotz Corona weiterhin Events mit bis zu 350 Personen stattfinden. Möglich macht dies ein ausgefeiltes Lüftungskonzept, bei dem Know-how und Produkte von Ziehl-Abegg genutzt werden. Der Ventilatorenhersteller ist vor mehr als 110 Jahren in eben diesen Hallen groß geworden und Namensgeber für die Event-Location.
(Quelle: Ziehl-Abegg / Marc Vorwerk)
Die Corona-Pandemie setzt der Veranstaltungsbranche schwer zu. Seit Monaten finden wegen der hohen Hygiene-Auflagen keine Messen, Kongresse oder Firmen-Events statt. Händeringend sucht man nach Lösungen, wie einem passenden Lüftungskonzept, um Veranstaltungen in diesen Zeiten dennoch zu ermöglichen.
Lüftungskonzept für Veranstaltungen
Das „Motorwerk“ im Berliner Szenebezirk Pankow, Ortsteil Weißensee, hat eine solche Lösung gefunden. In der 3.500 Quadratmeter umfassenden Event-Location liefen bereits Germany’s next Topmodels über den Laufsteg und Filmstars über den roten Teppich. Auch Premium-Automarken nutzen die Location gern, um ihre Neuwagen vorzustellen. Seit Beginn der Corona-Welle fanden hier vor allem Streaming-Veranstaltungen statt, allerdings auflagenbedingt stets mit sehr wenigen Teilnehmern.
Zweimaliger Luftaustausch pro Stunde
Seit kurzem sorgen in der Halle acht Axialventilatoren von Ziehl-Abegg (ZN063-ZIL.DG.V7P2) und vier HVLS Deckenventilatoren (high volume low speed) für frische Luft ohne Geräuschbelästigung. Acht CO2-Sensoren sowie ein einheitliches IP-basiertes Haussteuerungssystem von Loxone mit einer Steuerungssoftware von Smartflix überwachen permanent die Luftqualität. Die Halle hat ein Luftvolumen von etwa 16.500 Kubikmeter.
(Einer von acht Axialventilatoren, die gemeinsam bis zu 6000 Kubikmeter Luft pro Stunde bewegen. Bild: Ziehl-Abegg / Marc Vorwerk)
Jeder der eingebauten Axialventilatoren von Ziehl-Abegg bewegt bis zu 6000 Kubikmeter Luft pro Stunde. Drei Ventilatoren werden zum Absaugen verwendet, fünf für die Zuluft. So kann der gesamte Luftinhalt des großen Gebäudes bis zu zwei Mal innerhalb einer Stunde komplett ausgetauscht werden. Bis zu 300 Personen dürfen sich jetzt in der Halle aufhalten, natürlich unter Einhaltung der behördlichen Hygienevorgaben.
Bionische Ventilatoren
„Im Motorwerk arbeitet jetzt die neueste Generation an bionischen Ventilatoren“ sagt Peter Fenkl, Vorstandsvorsitzender bei Ziehl-Abegg. Es sei eine besondere Herausforderung und gleichzeitig eine Ehre gewesen, in den aus Firmensicht sehr geschichtsträchtigen Hallen am Lüftungskonzept mitarbeiten zu können. „Eingesetzt werden Ventilatoren, deren Geräuschentwicklung extrem niedrig gehalten werden kann, weil wir mit Erfolgskonzepten der Natur, wie etwa dem Flug der Eule, die Ventilatoren auf den akustisch besten Stand optimiert haben “, erklärt Fenkl.
(Peter Fenkl (links) und Dr. Michael Gordon besichtigen die Ventilatoren in luftiger Höhe. Bild: Ziehl-Abegg / Marc Vorwerk)
Im August 2020 gab es bereits die erste Veranstaltung mit mehr als 200 Gästen. Normalerweise können im Motorwerk mehr als 1000 Menschen tagen oder feiern. „Jetzt stehen Abstände, Hygieneregeln und besonders die Luftqualität im Fokus“, erklärt Dr. Michael Gordon, Betreiber der Event-Location. „Letztlich waren es 250 Personen, die sich mehrere Stunden im Motorwerk aufhielten. Obwohl die Ventilatoren in unmittelbarer Nähe der Gäste liefen, waren diese nicht zu hören“, lobt Gordon.
Lüftungskonzept mit Steuerung via App
CO2-Sensoren überwachten bei der Veranstaltung die Luftqualität und regelten die Ventilatoren. Deckenventilatoren sorgen für die Vermischung der Luft. Für die gesamte Dauer der Veranstaltung lag der CO2 Wert in der Raumluft bei rund 530 ppm. „Das entspricht fast Außenluftqualität“, freut sich Gordon und verweist auf eine Studie der TU Berlin mit dem Titel „Risikobewertung von virenbeladenen Aerosolen anhand der CO2-Konzentration“, in der die Forscher geringe CO2-Werte als unbedenklich ansehen.
„Das gesamte System ist selbstregelnd programmiert, kann aber auch manuell betrieben werden. Die Steuerung und Überwachung erfolgen via App auf Smartphone, Tablet oder PC. „Konzeption und bauliche Umsetzung waren nicht einfach“, erinnert sich Gordon. Denn das Gebäude steht unter Denkmalschutz. In Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde, der Ingenieurgemeinschaft Weißensee und Ziehl-Abegg gelang es, ein Gebäudetechnikkonzept zu entwickeln, das weder die Innen- noch die Außenansicht des Gebäudes verändert und gleichzeitig sehr dynamisch ist.
Stand: 16.12.2025
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Der Autor Rainer Grill ist Leiter Öffentlichkeitsarbeit bei Ziehl-Abegg.