Digitalisierung Einheitliche Elektroplanung für sichere Schleusen

Von Roswitha Menke 3 min Lesedauer

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Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) standardisiert ihre Elektroplanung bundesweit und setzt dabei auf die Lösungen von Mensch und Maschine (MuM). Mit dem Wechsel von ecscad zu eXs gewinnt sie nicht nur ein modernes Planungstool, sondern auch einen verlässlichen Partner für die weitere Digitalisierung.

In den acht Neubau- und 17 Wasserstraßen-Schifffahrtsämtern gilt heute ein einheitlicher Planungsstandard.(Bild:  Wasserstraßen-Neubauamt (WNA) Datteln)
In den acht Neubau- und 17 Wasserstraßen-Schifffahrtsämtern gilt heute ein einheitlicher Planungsstandard.
(Bild: Wasserstraßen-Neubauamt (WNA) Datteln)

„Nur, wenn Schiffe pünktlich und sicher ihr Ziel erreichen, haben wir unseren Job gemacht“, heißt es im Imagefilm der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV). Sie untersteht dem Bundesministerium für Verkehr (BMV) und gliedert sich in die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) mit Sitz in Bonn, die Wasserstraßen- und Schifffahrtsämter (WSA) sowie die Wasserstraßen-Neubauämter (WNA) in den Regionen. Zu den Aufgaben gehören Betrieb, Unterhaltung sowie Ausbau- und Ersatzmaßnahmen an den Bundeswasserstraßen und der dazugehörigen Anlagen wie Schleusen, Wehre, Sicherheitstore, Schiffshebewerke und Brücken.

Mammutaufgabe: Schleusenbau

Bundesweit sorgen mehr als 300 Schleusen dafür, dass Schiffe Höhenunterschiede in Flussläufen und Kanälen sicher überwinden. Mittlerweile werden viele Schleusen von einer zentralen Leitstelle fernbedient – Schleusenwärter, die heute Schichtleiter heißen, sind immer seltener im Einsatz. Tore und Elektrik sind immer wieder modernisiert oder erneuert worden. Doch nun muss man alte Anlagen sukzessive komplett ersetzen, ohne die Passage für die Schifffahrt zu unterbrechen.

Beispiel: WNA Datteln

Das Wasserstraßen-Neubauamt (WNA) Datteln ist aktuell für den Neubau von fünf Schleusen im Bereich des nördlichen Dortmund-Ems-Kanals zuständig. Stefan Milchau verantwortet als Baubevollmächtigter die Umsetzung der Elektroplanung – vom einfachen Lichtschalter bis hin zur Schleusensteuerung. Der Bauvertrag formuliert eine machbare Umsetzung und gibt die Rahmenbedingungen vor. Aufgrund dieser Vorgaben erstellt ein Subunternehmer (Auftragnehmer) die detaillierte Ausführungsplanung. Anschließend prüft das WNA Datteln diese Pläne und gibt sie zur Ausführung frei. Die abschließenden Bestandspläne erhalten eine Bestätigung, dass sie mit der baulichen Umsetzung übereinstimmen und werden für künftige Instandhaltungsmaßnahmen und/oder Sanierungen archiviert.

Elektroplanung vereinheitlichen

Mit eXs schnell und sicher geplant: Ausschnitt der 400-V-Versorgung in der neuen Trafostation der Schleuse Rodde.(Bild:  Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV))
Mit eXs schnell und sicher geplant: Ausschnitt der 400-V-Versorgung in der neuen Trafostation der Schleuse Rodde.
(Bild: Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV))

Acht Neubauämter und die 17 Wasserstraßen-Schifffahrtsämter in Deutschland haben über viele Jahre hinweg ihre Aufgaben mit individuellen Vorgehensweisen erfüllt. Im Zuge der Standardisierung und der fortschreitenden Digitalisierung wuchs der Bedarf, einen einheitlichen Standard festzulegen. Damit ergab sich die Chance, Arbeitsabläufe und Tools zu verbinden und dadurch Synergien zu schaffen. Auch für die Elektroplanung wurde damals eine Lösung gefunden, die sowohl den Anforderungen der Ämter als auch der Auftragnehmer gerecht wird: ecscad von MuM.

Die Software wurde 2019 bundesweit ausgerollt, und Stefan Milchau stellte zunächst nüchtern fest: „Die Software tut, was sie soll. Beim Umgang mit Herstellersymbolen ist noch Luft nach oben, aber die Tatsache, dass wir damit direkt an die Autodesk-Welt angebunden sind, ist prima.“ Der erste Schleusenneubau an der Schleuse Gleesen wurde noch mit ecscad geplant und verlief reibungslos.

Nachfolgeprodukt eXs

Elektrik macht’s möglich: Viele der über 300 Schleusen werden von einer zentralen Leitstelle fernbedient.(Bild:  Wasserstraßen-Neubauamt (WNA) Datteln)
Elektrik macht’s möglich: Viele der über 300 Schleusen werden von einer zentralen Leitstelle fernbedient.
(Bild: Wasserstraßen-Neubauamt (WNA) Datteln)

MuM entwickelte in der Zwischenzeit das Nachfolgeprodukt eXs. Dieses bietet die gleiche, wenn nicht sogar bessere Anbindung an die Autodesk-Welt, eine noch klarere Projektstruktur und eine komfortablere Bedienung. „Es war klar, dass wir dabeibleiben würden“, sagt Stefan Milchau, „die bisherigen Erfahrungen hatten gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“Nach dem Launch von eXs gehörte die WSV zu den ersten Umsteigern. Dementsprechend intensiv war die Zusammenarbeit mit dem MuM-Support. Ämterübergreifend wurde eine Arbeitsgruppe gebildet. Pro Amt gibt es einen sogenannten Verfahrensbetreuer, der als Schnittstelle zur Arbeitsgruppe fungiert. Die Arbeitsgruppe erstellt einheitliche Unterlagen, zum Beispiel Deckblätter sowie Zeichnungsrahmen und unterstützt die Verfahrensbetreuer in den einzelnen Ämtern. Jährliche Treffen, an denen auch Mitglieder des Betreuungsteams bei MuM teilnehmen, beschleunigen den erfolgreichen Erfahrungsaustausch. „eXs macht vieles noch besser als die Vorgängerversion, und die Zusammenarbeit mit MuM ist außergewöhnlich“, sagt Stefan Milchau. „MuM greift Ideen auf, die wir entwickeln, und setzt sie um. Auch unsere Nachunternehmer sind inzwischen von dem neuen Tool sehr angetan.“

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Digitalisierung geht weiter

MuM wird die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung künftig auch beim Erarbeiten von Projektvorlagen für die Nachunternehmer unterstützen. Parallel möchte man ein System für das Lizenzmanagement aufbauen, um die vorhandenen Lizenzen effizienter zu nutzen. Und in nicht allzu ferner Zukunft ist die Virtualisierung der CAD-Arbeitsplätze angedacht. „Gut, dass MuM auch in diesem Bereich kompetent ist“, sagt Stefan Milchau. „Wir sind froh, einen Partner zu haben, der mit- und weiterdenkt.“

Roswitha Menke ist freie Autorin.