Stress und Krisen zwingen manche Menschen in die Knie, während andere unbeschadet, ja manchmal sogar gestärkt aus ihnen hervorgehen. Letztere verfügtenin der Regel über eine starke Resilienz. Dieser aus der Psychologie stammende Begriff lässt sich auch auf die Technik übertragen. So überstehen Unternehmen wirtschaftliche Krisen mithilfe eines resilienten Product Lifecycle Managements (PLM) besser als andere und können sich für künftige Anforderungen wappnen, wie der folgende Beitrag beschreibt.
(Quelle: shutterstock/frank_peters)
Die Ereignisse des vergangenen Jahres trafen viele Unternehmen mit voller Wucht und stellten gewohnte Arbeitsabläufe und Lieferketten auf eine harte Probe. Wer noch mit veralteten Systemen arbeitete, konnte oft nicht schnell genug reagieren. Aus diesen Erfahrungen lässt sich jedoch für die Zukunft lernen, weiß Softwareanbieter Aras: Hersteller benötigen Strukturen wie PLM-Systeme, die ihnen Flexibilität ermöglichen und gleichzeitig nachhaltig auf den Geschäftserfolg einzahlen.
PLM-Systeme: Besondere Anforderungen
Obwohl seit langem postuliert, steht die digitale Transformation bei den meisten Unternehmen bis heute nicht allzu weit oben auf der Agenda. Viele haben vor Jahren in PLM-Systeme investiert, die inzwischen veraltet sind und mit dem Tempo heutiger Innovationszyklen nicht mithalten können. Weil das PLM- und andere Systeme getrennt voneinander arbeiten, entstehen zudem Datensilos zwischen den unterschiedlichen Fachbereichen. Das erschwert die Zusammenarbeit zwischen internen und externen Stakeholdern und die Lieferkette wird fehleranfällig, was sich besonders in Krisenzeiten bemerkbar macht.
Ein robustes und zukunftsfähiges PLM-System kann hier für Voraussicht, Flexibilität und Widerstandsfähigkeit sorgen. Doch verschiedene Anwendungen in einem „Best of Breed“-Ansatz zu konsolidieren, ist nicht zielführend. Denn so entsteht wiederum nur eine unflexible Suite an Technologien, die mitunter kostspielig integriert werden müssen. Stattdessen sollten Unternehmen gezielt in eine umfassende PLM-Plattform investieren, die interne sowie externe Stakeholder sicher und flexibel miteinander vernetzt.
Vorteile resilienter PLM-Systeme
Die passende Technologie macht Herstellern unabhängiger von einzelnen Lieferanten oder Komponenten in der Lieferkette. Sie schafft Resilienz, um auf mögliche Engpässe schnell reagieren zu können und sichert die kontinuierliche Zusammenarbeit sowie Produktversorgung ab. Die Investition in eine resiliente Lösung schafft zudem auch langfristig unternehmerische Vorteile, wie die Studie „Vernetzte und autonome Supply-Chain-Ökosysteme 2025” von PricewaterhouseCoopers (PwC) zeigt. Das Beratungsunternehmen befragte dafür 1600 Führungskräfte aus unterschiedlichen Branchen zur Digitalisierung ihrer Lieferkette.
Digitale Vorreiter gaben an, dass sie durch ihre Initiativen einerseits ihre Ausgaben um 6,8 Prozent senken und andererseits ihren Umsatz um 7,7 Prozent steigern konnten. Mit einer zugrunde liegenden Plattform gewinnt das Unternehmen also an Agilität und kann disruptiven Veränderungen auf dem Markt vorgreifen.
Digitaler roter Faden verknüpft alle Daten
Der Digital Thread vernetzt alle Stakeholder in der gesamten Wertschöpfungskette. Er ist der digitale rote Faden, der alle Daten verknüpft, die im Lebenszyklus eines Produkts anfallen: in unterschiedlichen Quellen in den Fachabteilungen und außerhalb der Organisation, etwa in ERP- oder CRM-Systemen sowie den Autorensystemen der verschiedenen Domänen. Die Informationen werden an einem Punkt zusammengeführt und finden sich dort zentral wieder, statt verteilt in verschiedenen Dokumenten, Excel-Tabellen oder E-Mails zu verstauben.
Durch den Digital Thread werden die Daten jederzeit und für jeden Mitarbeiter einsehbar, wodurch sich die Zusammenarbeit optimiert. So können beispielsweise bei Launch eines neuen Produkts alle Prozessbeteiligten einsehen, wie der aktuelle Status ist. Dabei ist es egal, ob sie in der Produktinnovation, der Entwicklung, der Fertigung, Logistik oder im Service arbeiten. Und auch nach der Produkteinführung profitiert das Unternehmen vom Digital Thread. Denn aus den angefallenen Daten lassen sich wertvolle Erkenntnisse ziehen, die wieder in den nächsten Kreislauf einfließen können.
Hier spricht man von einem Digital End-to-End-Thread und einem „Closed Loop“ Product Lifecycle Management: Als Kreislauf wird das Produkt stetig weiter optimiert. Das führt zu einer höheren Produktqualität und einer schnelleren Markteinführung. Laut der Studie von PwC sind dies zwei der wichtigsten Ziele von Digitalisierungsinitiativen für herstellende Unternehmen.
Veraltete Architektur ersetzen
Gerade der Corona-bedingte Umstieg auf Remote Work hat vielen Unternehmen verdeutlicht, wie wichtig flexible Infrastrukturen für die reibungslose Zusammenarbeit an verschiedenen Standorten ist. Besonders Hersteller stehen hier vor einer Herausforderung, da ihr gesamtes Geschäft nicht nur von internen Systemen, sondern auch externen Elementen in der Lieferkette abhängig ist. Davon können sie sich lösen, indem sie ihre veraltete Architektur gezielt durch eine flexible PLM-Plattform ersetzen. So schaffen sie die nötige Resilienz, um für künftige Anforderungen gewappnet zu sein, und die Agilität, um mit den Innovationen auf dem Markt mitzuhalten.
Stand: 16.12.2025
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Der Autor Peter Schoppe ist Vice President Operations Central & North Europe bei Aras.