Der „Eigen Engineering Agent“, die speziell für die industrielle Automatisierungstechnik entwickelte KI von Siemens, deckt mit zwei neuen Funktionen nun auch frühere Phasen des Engineering-Lebenszyklus ab.
Der „Eigen Engineering Agent“ plant, erledigt und validiert Aufgaben im Bereich der industriellen Automatisierungstechnik von Anfang bis Ende.
(Bild: Siemens)
Die meisten KI-Assistenten generieren Vorschläge. Der „Eigen Engineering Agent“ agiert eigenständig: Er plant, erledigt und validiert Aufgaben im Bereich der industriellen Automatisierungstechnik von Anfang bis Ende. Er versteht das Projekt, schreibt die Steuerungssoftware, konfiguriert das System und verfeinert seine Arbeit so lange, bis sie den vorgegebenen Qualitätsstandards entspricht. Dadurch können sich Automatisierungsingenieure auf Entscheidungen auf Systemebene konzentrieren. Der „Eigen Engineering Agent“ ist mit TIA Portal, der Engineering-Softwareplattform von Siemens, verbunden und Teil des Siemens Xcelerator-Portfolios.
Produktivitätssteigerungen in der realen Welt
Mehr als 100 Unternehmen in 19 Ländern setzen den „Eigen Engineering Agent“ ein, darunter Andritz Metals (Österreich), CASMT (China) und Prism Systems (USA). Der Agent beschleunigt alltägliche Engineering-Aufgaben wie die Programmierung von speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS), die Visualisierung über Mensch-Maschine-Schnittstellen (HMI) und die Gerätekonfiguration – mit messbaren Vorteilen: 2- bis 5-mal schnellere Ausführung als bei manuellen Arbeitsabläufen, bis zu 50 Prozent höhere Effizienz im Engineering und 80 Prozent bessere Gesamtqualität der Lösung. „Der "Eigen Engineering Agent" zeigt, was KI über die digitale Welt hinaus leisten kann“, sagt Peter Körte, Mitglied des Vorstands der Siemens AG, Chief Technology Officer und Chief Strategy Officer. „Dadurch werden Unternehmen bei komplexen technischen Aufgaben bis zu 50 Prozent effizienter, wobei die Ergebnisse gleichzeitig zuverlässiger werden. Genau das ist erforderlich, um die Maschinen, die Fabriken und die Infrastruktur zu bauen, die den Alltag für alle aufrechterhalten – so sieht echter Mehrwert durch KI in der realen Welt aus.“
Dank der neuen Funktionen – ECAD-Integration und standardkonforme Projekterstellung – erfasst der „Eigen Engineering Agent“ nun mehr von dem Kontext, der noch vor der eigentlichen Softwareentwicklung liegt: dazu gehören die Hardwaretopologie, die Maschinenstruktur und die ingenieurtechnische Absicht. Gemeinsam integrieren diese beiden Funktionen den „Eigen Engineering Agent“ früher in den Automatisierungslebenszyklus und helfen Ingenieuren, direkt vom entworfenen System aus zu starten und manuelle Vorabarbeiten zu sparen.
ECAD-Integration: die Lücke zwischen elektrischem Design und Automatisierungscode schließen
Heute laufen Elektro- und Automatisierungs-Engineering nacheinander ab. Dabei kommen unterschiedliche Werkzeuge und unterschiedliche Methoden zur Beschreibung derselben Maschine zum Einsatz. Elektroingenieure entwerfen die Verkabelung und die Hardware in ECAD-Tools. Anschließend programmieren Automatisierungsingenieure anhand von Tags, Funktionsblöcken und Steuerungslogik das Verhalten der Maschine. Die Übertragung von der einen in die andere Welt erfolgt heute manuell: Ingenieure tippen Gerätelisten neu ein, korrigieren abweichende Bezeichnungen und spüren nachträgliche Hardwareänderungen auf. Das kostet Zeit und führt zu Fehlern. Der „Eigen Engineering Agent“ liest elektrische Konstruktionsdateien in gängigen Formaten wie XML und AML. Er erkennt Inkonsistenzen, behebt oder markiert sie, fügt Geräte zum TIA Portal-Projekt hinzu, konfiguriert die Verbindungen und generiert SPS-Tags auf Basis der tatsächlichen Hardwaretopologie. Das Ergebnis ist ein schnellerer und reibungsloserer Start bei jedem Projekt sowie Software, die auf dem tatsächlichen elektrischen Design basiert.
Von der Maschinenbeschreibung zum standardkonformen Projekt
Jedes neue Automatisierungsprojekt beginnt auf dieselbe Weise. Ingenieure gliedern die Maschine in ihre einzelnen Komponenten, benennen die Module, strukturieren die Daten und legen fest, wie die Maschine zwischen den Zuständen wechselt. Selbst erfahrene Teams benötigen Tage dafür, bevor sie auch nur eine einzige Zeile der Steuerungssoftware schreiben können. Neu eingestellte Teammitglieder brauchen länger. Der „Eigen Engineering Agent“ wandelt Maschinenbeschreibungen nun innerhalb weniger Minuten in standardkonforme Projekte um. Ingenieure beschreiben die Maschine in natürlicher Sprache: ihre Stationen, Geräte und ihr gewünschtes Verhalten. Der Agent erstellt ein vollständiges Projekt, das dem Siemens Automation Framework folgt, der Best-Practice-Referenz von Siemens für die Strukturierung von TIA Portal-Projekten. Das Projekt wird direkt in TIA Portal geöffnet und ist sofort einsatzbereit. „Engineering-Teams verlieren Zeit zwischen der elektrischen Konstruktion und der Softwareentwicklung sowie zwischen dem Erkennen bewährter Verfahren und deren Umsetzung“, sagt Vasi Philomin, Executive Vice President und Leiter des Bereichs Data & Artificial Intelligence bei Siemens. „Mit diesen neuen Funktionen bringt der "Eigen Engineering Agent" Hardwaretopologie, Systemstruktur und ingenieurtechnische Absicht in den Automatisierungs-Workflow ein. So können Automatisierungsingenieure mit einem Projekt beginnen, das das zu automatisierende System bereits abbildet. Auf diese Weise können sich Ingenieure stärker auf das konzentrieren, worauf es ankommt.“ Beide Funktionen sind ohne Aufpreis im Standardabonnement für den „Eigen Engineering Agent“ enthalten.
Stand: 16.12.2025
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