Engineering Digitale Souveränität: Strategischer Ansatz für resiliente Datenprozesse

Von Christopher Woll 5 min Lesedauer

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Digitale Souveränität ist heute keine Option mehr, sondern notwendig. Die jüngsten Ausfälle globaler Anbieter von Rechenzentrumsdiensten und Cloud-Infrastrukturen haben gezeigt, wie abhängig Anwender von hochkomplexen, vernetzten Systemen sind. 

Neue Zollbestimmungen, globale Konflikte und regulatorische Anforderungen wie zum Beispiel NIS-2 erhöhen den Druck, IT-Strategien neu auszurichten.(Bild:  ©Nazuro/stock.adobe.com; generiert mit KI))
Neue Zollbestimmungen, globale Konflikte und regulatorische Anforderungen wie zum Beispiel NIS-2 erhöhen den Druck, IT-Strategien neu auszurichten.
(Bild: ©Nazuro/stock.adobe.com; generiert mit KI))

Ein DNS-Fehler, eine fehlerhafte Richtlinie oder eine überdimensionierte Konfigurationsdatei führten bei vielen Unternehmen allein in Europa zu weitgehenden Störungen bei zahlreichen Internetdiensten und Beeinträchtigungen von Cloud-Ressourcen – bis zum vollständigen Ausfall. Während die digitale Transformation europäischer Unternehmen stetig voranschreitet, zeigen diese aktuellen Entwicklungen das Risikopotential im Umgang mit stark zentralisierten Infrastrukturen. Ausfälle können für Unternehmen hohe Kosten verursachen, insbesondere wenn Geschäftsprozesse stark davon abhängen. Gleichzeitig belasten volatile Märkte, Lieferengpässe und steigende Preise aufgrund willkürlicher Zollbestimmungen und geopolitischer Konflikte die Wertschöpfung und verlangsamen die Produktion.  

Unternehmen aller Branchen sind daher gut beraten, ihre Resilienz zu stärken und die Risiken durch Abhängigkeiten von zentralen IT-Diensten aktiv zu managen. Regulatorische Anforderungen wie NIS-2 erhöhen zusätzlich den Druck, IT-Strategien neu auszurichten. Vielfältige Initiativen auf europäischer Ebene zeigen bereits heute, dass der Bedarf nach souveränen Lösungen längst erkannt ist. Doch letztlich liegt es an den Unternehmen, den Grad ihrer digitalen Souveränität konkret zu gestalten. GNS Systems unterstützt insbesondere die Branchen Manufacturing und Automotive, Engineering Daten und Entwicklungsprozesse resilient aufzustellen und so eine stabile Basis für Wachstum und Innovation zu schaffen.

Digitale Ressourcen unabhängig und sicher verwalten

Während die Public Cloud flexible Ressourcen und Skalierbarkeit bietet, stellt ein souveräner Private Stack eine dezidierte, isolierte Umgebung für sensible Daten und Anwendungen bereit. (Bild:  GNS Systems)
Während die Public Cloud flexible Ressourcen und Skalierbarkeit bietet, stellt ein souveräner Private Stack eine dezidierte, isolierte Umgebung für sensible Daten und Anwendungen bereit.
(Bild: GNS Systems)

Digitale Souveränität darf nicht als vollständige Isolation von globalen Ökosystemen verstanden werden – zu groß sind die Skalierungschancen. Vielmehr geht es darum, jederzeit die vollständige Kontrolle über Daten, Anwendungen und digitale Prozesse zu behalten – rechtlich, technisch wie auch operativ. Sie stärkt somit die Resilienz und strategische Sicherheit maßgeblich. Im Umfeld dominanter globaler Anbieter von Infrastruktur und Software geht es vor allem darum, Chancen zu nutzen, Abhängigkeiten zu verstehen und Risiken einzugrenzen. Ansätze sind zum Beispiel Open Source oder die Förderung europäischer Unternehmen. Diese müssen ebenfalls robuste Ökosysteme schaffen und die Innovationskraft innerhalb Europas stärken. Die Einhaltung europäischer Gesetze und hoher Sicherheits- sowie Datenschutzvorgaben wird dabei jederzeit berücksichtigt.  

Genau hier setzt GNS Systems an: Als unabhängiger Partner unterstützen die Experten aus Braunschweig Unternehmen dabei, den Grad ihrer digitalen Souveränität zu lenken und den Aufbau von Alternativen zu stärken. Dabei gilt es, vorhandene IT-Infrastrukturen, geschäftskritische Daten und erforderliche Software jederzeit kontrollierbar, anpassbar und rechtssicher zu betreiben – ganz gleich, ob in internationalen IT-Systemen oder der eigenen Cloud im europäischen Rechenzentrum. Speziell auf den Business Case abgestimmte Lösungen schaffen die Fähigkeit, flexibel auf aktuelle technische, politische und wirtschaftliche Veränderungen zu reagieren. Der Einsatz von Open-Source-Lösung und eigener Software kann die Abhängigkeiten von einzelnen Technologien oder Anbietern zusätzlich reduzieren. Die dahinterstehende resiliente IT-Strategie schafft insgesamt die notwendigen Handlungsspielräume, um Risiken bei Infrastrukturen, Software und Daten zu minimieren, Compliance zu gewährleisten und jederzeit handlungsfähig zu bleiben.  

Souveräne Cloud als Grundlage für neue Wettbewerbsvorteile

Skalierbare, bedarfsgesteuerte Infrastrukturen in der Cloud sind für Unternehmen nach wie vor essenziell, um wettbewerbsfähig zu sein. Aktuell gewinnt zunehmend die Frage an Bedeutung, wo Daten verarbeitet werden, welchem Rechtsraum sie unterliegen und wie Wechsel- und Ausstiegsszenarien gestaltet sind. Souveräne Cloud-Infrastrukturen vereinen Skalierbarkeit, Datenkontrolle, Interoperabilität und europäische Rechtskonformität. Ein unabhängiger Cloud-Betrieb in Europa sichert unternehmenseigene Daten in vertrauenswürdigen Umgebungen und schützt sensibles Know-how vor unbefugtem Abfluss durch moderne Sicherheitskonzepte wie Zero Trust und Verschlüsselung.   Gleichzeitig reduzieren souveräne Clouds Abhängigkeiten durch offene Standards und vermeiden Vendor Lock-in, indem Hardware, Virtualisierung, Netzwerken und Software nicht unbedingt über festgelegte Anbieter bereitgestellt werden. Unternehmen profitieren von maximaler Flexibilität, Transparenz in Lieferketten und geringeren Ausfallrisiken – auch in geopolitisch unsicheren Zeiten.  

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Vielfältige Einsatzmöglichkeiten für Industrial AI in souveränen Cloud-Umgebungen

Künstliche Intelligenzen (KI) und Modelle maschinellen Lernens in einer Cloud-Umgebung zu entwickeln, zu trainieren und zu implementieren, eröffnet Unternehmen weltweit neue Potenziale. Die Einsatzmöglichkeiten für KI in der Cloud sind dabei vielfältig: Von der Verarbeitung und Analyse von enormen Datenmengen, der Simulation in der Produktentwicklung bis zur Erkennung von Mustern mithilfe von KI können Prozesse und Workflows in hohem Maße beschleunigt werden. Besonders in der Fertigung optimiert KI die Produktionsprozesse und Qualitätssicherung. In einer souveränen Cloud können Unternehmen aktuelle Technologien wie künstliche Intelligenz (KI) regelkonform nutzen, ihre Innovationskraft steigern und die Position im globalen Wettbewerb stärken. KI-Ressourcen und sensible Daten bleiben in der EU, sodass europäische Standards und Normen jederzeit eingehalten werden. Sensible Betriebsdaten sind verschlüsselt in deutschen Rechenzentren, während KI-Algorithmen Effizienzsteigerungen ermöglichen. Das gilt sowohl für lokale Rechenzentren als auch für souverän betriebene Infrastrukturen bei den führenden Hyperscalern.

Die richtige HPC-Strategie: Public Cloud oder Private Stack? 

Insbesondere bei rechenintensiven Anwendungen wie Simulationen, KI-Training, Datenanalyse oder wissenschaftlicher Forschung, die sich auf High Performance Computing (HPC) stützen, ist die Wahl zwischen Public Cloud und souveränem Private Stack entscheidend. Für schwankende Workloads, zeitkritische Projekte sowie Entwicklungs- und Testphasen bietet die Public Cloud klare Vorteile, da Rechenleistung und spezialisierte Hardware flexibel und kurzfristig bereitgestellt und nutzungsabhängig abgerechnet werden. Geht es jedoch um sensible Daten in regulierten Branchen oder kritischen Infrastrukturen, ist ein souveräner Private Stack die bessere Wahl. Er ermöglicht den Betrieb in einer kontrollierten Umgebung mit voller Datenhoheit, hoher Sicherheit und Compliance sowie langfristig planbarer Performance ohne Abhängigkeit von externen Anbietern.

Digitale Souveränität: Passgenaue Lösungen entwickeln

Ob man HPC in der Public Cloud nutzt oder eigene, souveräne Systeme betreibt, hängt somit nicht ausschließlich von der reinen Rechenleistung ab. Wichtiger sind Aspekte der Sicherheit, Kontrolle über die eigenen Daten, Flexibilität und regulatorische Rahmenbedingungen. Sie entscheiden am Ende darüber, wie souverän ein Unternehmen seine IT-Strategie aufstellt, um möglichst selbstbestimmt über Infrastrukturen, Software und Daten bestimmen zu können. Hier setzen die Lösungen des Anbieters an, indem sie Unternehmen dabei unterstützen, passgenaue und souveräne IT-Lösungen zu entwickeln und umzusetzen. 

Weitere Einblicke in die Sovereign-Cloud-Lösungen erhalten Interessierte am Stand F19 von GNS Systems auf der ISC High Performance vom 22. bis 26. Juni in Hamburg.

Dipl.-Ing. Christopher Woll ist Geschäftsführer bei GNS Systems.