Automatisierung Das zeigt Siemens auf der SPS 2026

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Auf der SPS 2026 zeigt Siemens den Weg zur Automatisierung der Automatisierung: durch die Integration von Industrial AI in sein Portfolio. Das Ziel ist eine KI-gestützte, autonome Produktion für Kunden aller Branchen.

Siemens stellt das TIA Portal V21.1 vor, ein umfassendes und zukunftssicheres Update seines Automation Engineering Frameworks.(Bild:  Siemens)
Siemens stellt das TIA Portal V21.1 vor, ein umfassendes und zukunftssicheres Update seines Automation Engineering Frameworks.
(Bild: Siemens)

Der Wandel von fest programmierten Aufgaben hin zu zielorientierten Workflows ermöglicht Industrieunternehmen, Aufgaben zu automatisieren, die bisher nicht automatisierbar waren. Somit lässt sich zunehmend auch das Unbekannte automatisieren. Das beschleunigt Innovationen, steigert Flexibilität und Produktivität und ermöglicht einen effizienteren Einsatz von Ressourcen. Dafür braucht es laut Anbieter Siemens Expertise und Innovationen in den Schlüsseltechnologien: Connected Automation, Software-Defined Automation und Industrial AI.

Was ist neu bei Connected Automation, Software-Defined Automation und Industrial AI?

Connected Automation bringt Industrial AI in die Produktion. Sie bildet eine leistungsfähige Grundlage für die horizontale Integration über Automatisierungssysteme hinweg und für die vertikale Integration zwischen Shopfloor und digitaler Welt. So fließen Daten und Erkenntnisse nahtlos und führen in realen Produktionsumgebungen zu konkreten Handlungen.

  • Siemens stellt das TIA Portal V21.1 vor, ein umfassendes und zukunftssicheres Update seines Automation Engineering Frameworks. Zum ersten Mal sind installierte Software und Lizenzierung voneinander entkoppelt. Kunden, die auf die neue Version umsteigen, müssen keine zeitaufwendigen Projekt-Upgrades mehr durchführen. Ab jetzt kaufen sie Funktionen statt Versionen. Der neue Ansatz vereinfacht das Lifecycle-Management und reduziert den Engineering-Aufwand. Gleichzeitig ist der kontinuierliche Zugang zu Software-Updates und Sicherheitsverbesserungen gewährleistet. Zu den neuen Funktionen des TIA Portals gehören erweiterte Simatic Source Documents, die Versionskontrolle und Continuous-Integration-Workflows vereinfachen. Hinzu kommt responsives Design für geräteunabhängige HMI Anwendungen und eine verbesserte Handhabung von Datenbausteinen, was die Effizienz im Engineering steigert. Der KI-gestützte Eigen Engineering Agent von Siemens ist mit dem TIA Portal V21.1 verbunden.
  • Siemens erweitert die Sinamics-Antriebsfamilie um die nächste Generation: die Sinamics G Frequenzumrichter. Das Portfolio entwickelt sich damit von einzelnen Antriebsprodukten hin zu Connected Motion. Damit können Maschinenbauer die wachsende Komplexität und weitere künftige Herausforderungen bewältigen. Zum Portfolio gehören der Universalumrichter Sinamics G200, der kompakte Sinamics G210C für gezielte Maschinenanforderungen, der Sinamics G210X für Pumpen, Lüfter und Kompressoren sowie der vielseitige Allround-Umrichter Sinamics G210 für unterschiedlichste Continuous-Motion-Anforderungen. Um die Effizienz zu steigern, vereinfacht das Portfolio das Engineering und erleichtert die Integration. Skalierbare Lösungen für unterschiedliche Continuous-Motion-Anwendungen und Maschinenkonzepte sorgen für vielseitige Bewegungsabläufe. Integrierte Safety-, Cybersicherheits- und digitale Funktionen bereiten Kunden auf künftige Anforderungen vor, darunter den EU Cyber Resilience Act (CRA). Alle Produkte nutzen ein gemeinsames Engineering Framework und fügen sich nahtlos in moderne Automatisierungsumgebungen ein. Das ermöglicht eine stärkere Standardisierung und eine einheitliche Bedienung.

Software-Defined Automation ermöglicht die Skalierung von Industrial AI. Siemensnimmt hier eine Vorreiterrolle ein und treibt das Thema weiter voran, zum Beispiel mitIT-like Engineering.

  • Simatic AX ist die Engineering-Umgebung, die Software-Defined Automation für das Engineering von Steuerungen und Motion Control in die Praxis bringt. Anders als klassisches Automation Engineering setzt Simatic AX von Anfang an auf Methoden der Softwareentwicklung. Das reduziert die Komplexität, beschleunigt die Entwicklung und unterstützt die wachsende Zahl von Automatisierungsingenieuren mit IT-Kenntnissen. Auf der SPS kündigt Siemens die weltweite Markteinführung von Simatic AX Logic Control Engineering an.
  • Außerdem bringt Siemens Simatic AX Motion Control Engineering auf den Markt. Erstmals lassen sich Technologieobjekte in Simatic AX projektieren, sodass der gesamte Workflow in einer IT-orientierten Umgebung abläuft. Ein komplettes Projekt einschließlich Motion Control lässt sich nun mit Methoden aus der Softwareentwicklung verwalten. Dazu gehören die dokumentbasierte Konfiguration von Technologieobjekten mit PLCopen-Unterstützung und die direkte Git-Integration.
  • Beide Simatic AX Engineering-Lösungen verfolgen einen durchgängig textbasierten Ansatz mit Standardformaten, Klartext, CLI und Scripting. Das sorgt für strukturierte Projektdaten und transparente Prozesse und schafft ideale Voraussetzungen für den Einsatz und das Training von KI-Technologien.

Industrial AI verbindet all das und hebt es auf die nächste Stufe. Sie macht Daten ausder realen und der digitalen Welt nutzbar, sodass Systeme ihr volles Potenzialausschöpfen können. Sie reduziert Iterationsschleifen und ermöglicht fundierte,datenbasierte Entscheidungen, die auf verlässlichem Engineering-Wissen beruhen undin der Realität verankert sind.

  • Im April dieses Jahres hat Siemens den auf generativer KI basierenden Eigen Engineering Agent vorgestellt. Verbunden mit dem Engineering FrameworkTIA Portal kann er Aufgaben im Automation Engineering ausführen, etwa SPSProgrammierung,die Visualisierung von Human-Machine-Interfaces (HMI) undGerätekonfiguration. Die Fähigkeiten des Agenten wurden um neueAnwendungsfälle erweitert, die das Automation Engineering effizienter machensollen. Auf der SPS 2026 zeigt Siemens diese neuen Anwendungsfälle,darunter die ECAD-Integration und die normgerechte Projektgenerierung zur Unterstützung seines Automation Frameworks. Hersteller leiden zunehmendunter dem Mangel an qualifizierten Fachkräften im Engineering. KI-gestütztesEngineering ist deshalb ein zentraler Hebel für schnellere Innovation, höhereProduktivität und mehr Wettbewerbsfähigkeit.

Cybersicherheit: In der EU werden die Vorschriften für Operational Technologystrenger. Damit ist Cybersicherheit zur Grundlage für vertrauenswürdige Industrial AIgeworden. Siemens bringt dafür jahrzehntelange Erfahrung mit, allen voran eineDefense-in-Depth-Architektur auf Basis der Norm IEC 62443, die Anlagen-, NetzwerkundSystemintegrität umfasst. Diese Expertise bildet auch die Grundlage für dasSiemens-Portfolio, das bis Dezember 2027 vollständig den Anforderungen des EUCyber Resilience Act (CRA) entsprechen wird.

Innovation Hub: Wie Industrial AI die Automatisierung von morgen prägt

Mit der nächsten Generation entwickelt sich das Portfolio der Sinamics G Frequenzumrichter in Richtung Connected Motion. Damit können Maschinenbauer die wachsende Komplexität und künftige Herausforderungen bewältigen.(Bild:  Siemens)
Mit der nächsten Generation entwickelt sich das Portfolio der Sinamics G Frequenzumrichter in Richtung Connected Motion. Damit können Maschinenbauer die wachsende Komplexität und künftige Herausforderungen bewältigen.
(Bild: Siemens)

Im Innovation Hub auf dem Siemens-Stand der SPS sehen Besucherinnen und Besucher, was heute bereits möglich ist und wie die Automatisierung von morgen aussehen kann, wenn Industrial AI mit Schlüsseltechnologien wie Connected Automation, Software-Defined Automation und dem Comprehensive Digital Twin integriert wird. Siemens macht dafür zwei Zukunftsszenarien erlebbar. Zum einen veranschaulicht eine Pop-up-Fabrik, wie Industrial-AI-Lösungen und der Digital Twin Composer kontextualisierte Daten nutzen, um die Konsumgüterindustrie zu transformieren. Die Pop-up-Fabrik verbindet Produkt, Produktion und Lieferketten zu einem adaptiven System und macht so das Digital Enterprise erlebbar. Zweitens zeigt Siemens anhand eines Intralogistik-Ablaufs, wie fortschrittliche Industrial-AI-Ansätzewie Agentic AI und Physical AI die Grundlage für die autonome Produktion der Zukunftschaffen.

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