Um die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus zu mildern, hat die Regierungskoalition heute Nacht ein Maßnahmenpaket geschnürt. Der VDMA findet das gut.
(Quelle: Mladen Zivkovic/Shutterstock)
Um die Folgen des Coronavirus für die Unternehmen zu mildern, will die Koalition den Weg in die Kurzarbeit erleichtern und die Arbeitgeber bei der Sozialversicherung für ihre Mitarbeiter entlasten.
VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann erklärt: „Es ist das richtige Zeichen zum richtigen Zeitpunkt: Die Große Koalition hat gute und schnell wirkende Beschlüsse getroffen, um die mitteständischen Unternehmen im Kampf gegen die Corona-Krise zu unterstützen.“ Die Verbesserung beim Kurzarbeitergeld, insbesondere die vollständige Erstattung der vom Arbeitgeber zu tragenden Beiträge zur Sozialversicherung, waren Kernforderungen des VDMA und des Maschinenbaus.
Das Corona-Virus sei ein temporärer, heftiger Schock für die Industrie, so der Verbands-Geschäftsführer weiter, zu dessen Bekämpfung die Betriebe in erster Linie genügend Liquidität benötigen, um die Zeit bis zum Wiederanspringen der Nachfrage zu überbrücken. Daher sei es gut, dass die Regierung nun in Abstimmung mit den Spitzenverbänden der Industrie weitere konkrete und schnell wirkende Maßnahmen beschließen will.
Zudem sei es gut, dass über die aktuelle Krise hinaus, der wirtschaftspolitische Reformstau angegangen wird, so Brodtmann. Speziell für den familiengeführten Mittelstand sei es ein wichtiger Schritt, dass Personengesellschaften die Option eingeräumt wird, sich auch wie eine Kapitalgesellschaft besteuern zu lassen.
Hintergrund: Der Coronavirus breitet sich aus
Weltweit gibt es aktuell 110.000 bestätigte Coronavirus-Infizierte, als geheilt gelten demnach 62.000 und gestorben sind 3817 (alle Zahlen Stand Montag, 9. März, morgens, Quelle: n-tv.de). Beruhigend ist, dass die Zahl der Infizierten damit fast eine Woche stabil ist und nicht mehr so stark steigt. Problem ist jedoch die weltweite Ausbreitung: 28.000 Menschen außerhalb China gelten aktuell bereits als erkrankt und das Virus ist auf allen Kontinenten angekommen.
In Deutschland ist die Entwicklung sehr dynamisch und laut Robert-Koch-Institut haben wir über 1100 Infizierte im Land mit Hochburgen in NRW 484 (Kreis Heinsberg), Bayern 256 (insbesondere Oberbayern und München) und Baden-Würtemberg 199. Gerade in Bayern haben die Fallzahlen an diesem Wochenende stark zugenommen. Das könnte mit dem Reiseverhalten in der Region und der Nähe zum in Europa am stärksten betroffen Land liegen. Ein Rückgang ist hier aktuell eher unwahrscheinlich.
Verharmlosung oder Panik helfen nicht weiter
Wie gefährlich oder harmlos das Virus insgesamt ist, kann aktuell wohl keiner so richtig einschätzen. Weder eine Panik, noch Verharmlosungen scheinen daher in der aktuellen Lage angemessen. Das Virus scheint nach aktuellem Stand eher für einzelne Risikogruppen wie ältere Menschen und solche mit Vorerkrankung kritisch zu sein. Das sollte jedoch nicht zur Verharmlosung ermutigen. Denn zu schnell steigende Fallzahlen könnten das Krisenmanagement an Grenzen bringen.
Alle können etwas tun
Aus diesem Grund werden weltweit starke Anstrengungen unternommen, die Geschwindigkeit der Ausbreitung zu verlangsamen. Die Anstrengungen ziehen teils schwere Einschnitte nach sich. Unter anderem werden weltweit reihenweise große Veranstaltungen abgesagt.
Bundesgesundheitsminister Spahn hat am 8.3. zusätzlich dazu angeregt, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern in den kommenden Wochen zu verschieben. Frankreich hat größere Veranstaltungen fast zeitgleich sogar verboten. Zudem sollte jeder selbst abwägen, auf welche private wie geschäftliche Veranstaltungen aktuell verzichtet werden kann. Am 9.3. bittet Spahn die Bundesbürger um Mithilfe bei der Eindämmung der Corona-Ausbreitung und nennt ergänzend Möglichkeiten: Verzicht auf Reisen, Zuhause arbeiten, bei Krankheit den Arzt zunächst telefonisch kontaktieren.
Stand: 16.12.2025
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Gerade die Absagen von Veranstaltungen bringen neben den Maschinenbauern, deren Lieferketten zusätzlich mit China verwoben sind, auch viele Messebauer, Hoteliers und sonstige im Umfeld von Veranstaltungen tätige Unternehmen aber auch viele andere Mittelständler und Selbstständige unter Druck. Auf diesen Mittelstand zielt das jetzt beschlossene Paket.
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