Bosch Connected Industry hat eine SPS-unabhängige HMI-Lösung entwickelt. Damit lassen sich konsistente HMIs ohne Programmierkenntnisse erstellen. Vorgestellt wird das Produkt auf der automatica 2025.
Die webbasierte HMInow-Lösung benötigt zur Anzeige nur einen Browser und kann auf beliebigen Endgeräten genutzt werden.
(Bild: Bosch Connected Industry)
In wenigen Klicks einheitliche Human-Machine-Interfaces (HMI) für jede Maschine erstellen – unabhängig von der jeweils verwendeten Steuerung (SPS): Das ermöglicht Bosch Connected Industry Maschinenbauern und -betreibern zukünftig mit der neuen HMInow. Die Softwarelösung aus dem Nexeed Automation-Portfolio vereinfacht und beschleunigt die Erstellung von leistungsstarken HMIs und Maschinenvisualisierungen durch betriebsbereite Standardansichten und Bedienelemente, die per Drag&Drop direkt verwendet werden können. Erfahrungen aus ersten Anwendungen zeigen, dass die Erstellungszeit von HMIs hierbei um mehr als ein Drittel reduziert werden kann. Neben der offiziellen Markteinführung auf der automatica 2025 (Halle A6, Stand 502) vom 24. bis 26. Juni geben weitere Live-Demos am 9. und 10. Juli 2025 Einblicke in die Funktionalitäten der Softwarelösung.
Human Machine Interfaces sind als Nutzerschnittstelle – oft in Form eines integrierten Bildschirms oder Tablets – unerlässlich für die Bedienung jeder Maschine. Sie beinhalten neben Elementen zur Maschinensteuerung auch eine Anzeige aller wichtigen Daten, etwa zur aktuellen Performance oder dem Status einzelner Geräte. Was aber bei der Bedienung trivial wirken kann – etwa ein simpler Button zum Starten oder Stoppen einer Maschinenbewegung – muss individuell hinzugefügt und programmiert werden, oft unter hohem Zeitdruck. Erschwerend kommt hinzu, dass Endkunden häufig eine bestimmte SPS-Lösung fordern, so dass Maschinenbauer die HMI des SPS-Lieferanten nutzen. Das bedeutet für sie hohe Aufwände für die Pflege und Erstellung dieser Lösungen. Meist geht auch ein inkonsistentes HMI-Design damit einher – was mehr Dokumentations- und Einlernaufwand für das Maschinenbedienpersonal erzeugt. Selbst mit bereits bestehenden Lösungen zur HMI-Erstellung bleibt die tatsächliche Umsetzung meist aufwändig: Von der Platzierung über das Aussehen bis hin zur Verknüpfung mit der SPS müssen dutzende Parameter von Hand definiert werden – und zwar für jedes einzelne Element.
Schnelle Erstellung dank vordefinierten Elementen
Betriebsbereite Standardansichten und Bedienelemente erleichtern und beschleunigen die Erstellung von Human Machine Interfaces für den Maschinenbau
(Bild: Bosch Connected Industry)
Mit der neuen HMI-Lösung erübrigt sich der Großteil dieser Herausforderungen. Die Lösung funktioniert herstellerunabhängig: Dank offener SPS-Anbindung über OPC UA oder native Protokolle kann für jede Maschine mit der gleichen Software gearbeitet werden. Mithilfe vorgefertigter SPS-Strukturen sind dabei keinerlei Programmierkenntnisse nötig. Ein Großteil der wichtigsten Bedienelemente – von simplen Buttons bis hin zu komplexeren Diagrammen oder Achsen – sind zudem bereits in einer stetig wachsenden Bibliothek mit branchenspezifischen Ansichten verfügbar.
SPS-Programmierende können vordefinierte Ansichten schnell in die HMI ziehen und mit den im SPS-Programm genutzten SPS-Strukturen verknüpfen. „Dabei geschieht das Einfügen der betriebsbereiten Elemente einfach per Drag&Drop. Anschließend muss nur noch ein Link zur SPS gesetzt werden – und schon ist die Ansicht nutzbar“, erklärt Produktmanager Andreas Deininger von Bosch Connected Industry. Das spart sowohl Zeit bei der HMI-Erstellung als auch bei der Anbindung der SPS. „Eine solche auf die SPS-Programmierenden zugeschnittene Vorgehensweise bietet kein anderer HMI-Anbieter am Markt. Dieser Ansatz ermöglicht unseren Kunden auch eine sehr hohe Bedienfreundlichkeit und Konsistenz in der HMI über alle Maschinen hinweg“, so Deininger weiter.
Konsistentes Design für alle HMIs
Für maximale Flexibilität können Kunden in der HMI-Lösung auch eigene Standardelemente und Vorlagen definieren und anpassen, um zukünftige HMI-Erstellungen noch weiter zu beschleunigen. Fertig erstellte Ansichten sind webbasiert von verschiedensten Endgeräten abruf- und ansteuerbar. Darüber hinaus bietet die Lösung auch ein einheitliches, ansprechendes HMI-Design, das sich einfach anpassen lässt, ohne dass hierfür zusätzlicher Aufwand bei den SPS-Programmierenden entsteht. „Von diesem durchgängigen Aussehen profitiert auch das Maschinenbedienpersonal, das sich nicht mehr in verschiedenste Maschinenbedienungen einarbeiten muss“, erläutert Andreas Deininger.
Das Tool ist bereits bei drei Pilotkunden im Einsatz, unter anderem bei Bosch. „Wir haben sehr positives Feedback zur Schnelligkeit der Erstellung, der Durchgängigkeit und dem Look&Feel von HMInow erhalten“, sagt Andreas Deininger. Und der Nutzen der neuen Lösung ließ sich auch in Zahlen bestätigen: So konnten bei Bosch die benötigten HMIs mit einer Zeitersparnis von 38 Prozent erstellt werden.
Stand: 16.12.2025
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Für einen einfachen und flexiblen Einstieg bietet Bosch Connected Industry unterschiedliche Lizenzpakete von S bis XL, je nach Anzahl der gewünschten Variablen und Endgeräte. Dieses Lizenzkonzept und die schnelle und simple Installation ermöglicht es Unternehmen, die Lösung bei einer ersten Maschine ohne großes Risiko in Betrieb zu nehmen und auszutesten.
Webbasiert, offen und AI-ready
Die HMI-Lösung ist komplett webbasiert und ermöglicht damit die Nutzung auf beliebigen Endgeräten, solange ein Browser verfügbar ist. Zudem ermöglicht das responsive Design die Nutzung beliebiger Bedienformate. Das offene HTML-basierte Dateiformat ermöglicht die nahtlose Integration in Versionsverwaltungssysteme. Dadurch können auch mehrere Personen optimal gemeinsam an einem HMI-Projekt arbeiten. Zudem schafft das offene Format ideale Voraussetzungen für die zukünftige Nutzung von KI-Technologien in Kombination mit der HMI-Lösung. Fachbesucher der automatica 2025 können sich vor Ort selbst ein Bild der Eigenschaften der Lösung machen.
Live-Demo
Einen tieferen Einblick in die Lösung gibt es bei den Live-Demos, die am 9. Juli in deutscher Sprache von 9:30 bis 10:15 (CEST) und am 10. Juli in englischer Sprache von 16:00 bis 16:45 (CEST) stattfinden. Dabei führen die Expertinnen und Experten von Bosch Connected Industry durch die wichtigsten Funktionalitäten der HMI-Lösung und beantworten Fragen der Teilnehmenden. Interessenten können sich unter www.hmi.now zur Teilnahme registrieren.