Usability im Fokus VDMA: Firmen kämpfen mit wenig Budget und fehlendem Know-how

Von VDMA 2 min Lesedauer

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Laut einer neuen VDMA-Studie setzen 90 Prozent der Unternehmen bereits auf Usability – doch es fehlt an Budgets, Fachwissen und Rückenwind aus dem Management.

Eine intuitive Bedienung soll ermöglichen, dass Nutzende ohne ausführliche Anleitung und ohne großer Suche mit dem System interagieren können. (Bild:  © Nongluk/stock.adobe.com)
Eine intuitive Bedienung soll ermöglichen, dass Nutzende ohne ausführliche Anleitung und ohne großer Suche mit dem System interagieren können.
(Bild: © Nongluk/stock.adobe.com)

Vom Smartphone über die Kaffeemaschine bis zur CNC-Fräsmaschine: Komplexe Technik muss sich auf einen einzigen Tastendruck hin intuitiv erschließen. User sollen nicht ratlos vor einem Display stehen, weil sich die Logik der Bedienung nicht greifen lässt. Dass durchdachte Usability nicht nur Komfort schafft, sondern längst ein entscheidender Wettbewerbsfaktor im Maschinen- und Anlagenbau ist, belegt eine aktuelle Kurzstudie des VDMA Software und Digitalisierung. Neun von zehn Unternehmen integrieren heute schon Usability und User Experience (UX) in ihre Produktentwicklung, doch 59 Prozent geben an, dass ihre Budgets nicht ausreichen, 48 Prozent berichten von fehlender fachlicher Expertise und 40 Prozent sehen eine unzureichende Unterstützung durch das Management.

 „Gute Usability ist unsichtbar – schlechte kostet Marktanteile. Richtig umgesetzt macht Usability komplexe Technik auf einen Blick verständlich, senkt den Schulungsaufwand drastisch und verhindert teure Bedienfehler und Produktionsstillstände“, betont Florian Klein, Referent für Software Engineering im VDMA. Während 46 Prozent eigenes UX-Personal beschäftigen, kaufen ein Drittel der Unternehmen externes Know-how zu – ein klares Signal an Softwarehäuser und Designagenturen, die Branche zu unterstützen. Unternehmen, die das Thema in den Fokus rücken und konkrete Business-Cases präsentieren, reduzieren nicht nur Bedienfehler und Supportaufwand, sondern differenzieren sich deutlich im Wettbewerb.

Konsistenz über verschiedene Geräte und Plattformen hinweg ist wichtig

Laut den Befragten sind bei der Gestaltung von Mensch-Maschine-Schnittstellen in der Branche drei Aspekte besonders entscheidend: Erstens eine klare und übersichtliche Benutzeroberfläche, die dafür sorgt, dass Informationen schnell erfasst und verarbeitet werden können. Zweitens soll eine intuitive Bedienung ermöglichen, dass Nutzende ohne ausführliche Anleitung mit dem System interagieren können. Und drittens ist die Konsistenz über verschiedene Geräte und Plattformen hinweg wichtig, damit Anwenderinnen und Anwender unabhängig vom Endgerät dieselben Bedienmuster vorfinden.

Der Blick nach vorn ist eindeutig: 92 Prozent der befragten Unternehmen erwarten einen starken Schub für KI-gestützte Assistenzsysteme, 88 Prozent für virtuelle Assistenten und 69 Prozent für die Entwicklung adaptiver Benutzeroberflächen. Damit rücken adaptive, selbstlernende Human-Machine Interfaces (HMIs) in greifbare Nähe, die Bediener situationsabhängig führen, Wartung per AR-Brille unterstützen und sich in Echtzeit an Erfahrungsgrad oder Rolle des Nutzers anpassen. Wer heute modulare sowie zukunftsfähige Bedienkonzepte entwickelt, schafft die Basis, um in wenigen Jahren KI-Funktionen, digitale Zwillinge oder Remote-Services nahtlos zu integrieren.

zentrale Ergebnisse der Umfrage:

- 66 Prozent der Unternehmen berücksichtigen Usability/User Experience-Aspekte hauptsächlich in der Entwicklungsphase.

- In 69 Prozent der Unternehmen gibt es einheitliche Gestaltungsvorgaben.
 
- Die meisten Unternehmen setzen Touchscreens oder Multitouch-Displays für die Mensch-Maschine-Schnittstellen in ihren Produkten ein.
 
- Die befragten Unternehmen messen den Erfolg ihrer Usability/User Experience-Maßnahmen hauptsächlich an dem Kriterium der „Kundenzufriedenheit“ (58 Prozent). Dennoch führt eine Vielzahl bisher keine systematische Messung durch.

Insgesamt wurden 69 Personen aus Unternehmen aller Größenordnungen befragt. Fast zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten stammen aus Maschinenbauunternehmen.

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