Um sich gegen den massiven Wettbewerb aus dem Ausland behaupten zu können, müssen deutsche Werkzeugbauer eine eigene Strategie entwickeln. Wesoba hat dies getan. Grundstein sind Simulationstools von Autoform.
Im Rahmen einer Schulung zu Autoform Forming, die das Unternehmen auf Class-A-Flächen ausgerichtet hat, konnte das Werkzeug für ein Grauzonenteil im ersten Schuss simuliert und gefertigt werden.
(Bild: Wesoba/AutoForm)
Der Werkzeugbau in Deutschland hat ein Abwanderungsproblem. „Von – sagen wir – 1000 Teilen, die noch vor 15 Jahren im deutschen Markt vergeben wurden, sind heute vielleicht noch 200 oder 300 übrig“, verdeutlicht es Leonard Krauss an einer Relation. „Viele Werkzeuge werden mittlerweile in Osteuropa, Italien oder Fernost hergestellt. Aus diesem sinkenden Volumen resultierte in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Insolvenzen.“ Der Global Key Account Manager von Autoform ist aber überzeugt, dass betreuungsintensive Bauteile, zum Beispiel Sichtteile, auch weiterhin in Deutschland angefragt werden. Sie sind die Zukunft des deutschen Werkzeugbaus und damit von Unternehmen, die dieses Spektrum bedienen können. Zu ihnen gehört Wesoba aus Schwarzenberg. Zumal das Unternehmen den Werkzeugbau bis zum Tryout systematisch mit Simulationstools von Autoform absichert, damit schneller zum ersten Bauteil kommt sowie planungssicher und kosteneffizient agiert.
Entwicklung zum größeren Werkzeug
„Im Werkzeugbau konzentrieren wir uns auf Transfer- und Linienwerkzeuge für Stahl-, Edelstahl- und Aluminiumbauteile“, berichtet Geschäftsführer Georg Pfaff. „Schwerpunkt ist das gezogene Teil mit komplexer Geometrie. Hier entwickeln wir uns konsequent zum größeren Werkzeug weiter.“ Zunehmend geschieht dies auch für Teile aus hochfesten Stählen – extreme Toleranzen und hohe Oberflächenansprüche sind ohnehin zu erfüllen. „Diese Kombination erklärt, warum wir simulieren müssen. Erfahrungswissen und händisches Arbeiten reichen einfach nicht mehr aus.“
Modell und Werkzeug immer besser übereinbringen
Aus diesem Gussrohling wird das Werkzeug für ein Radhaus hergestellt, für das Wesoba die Rückfederung mit dem AutoForm-Compensator kompensiert hat.
(Bild: Wesoba/AutoForm)
Das größere, komplexere Werkzeug, das anspruchsvolle, hochwertige Bauteil – gern im Sichtbereich – und die Entwicklung zum Systemanbieter, mit der ein Kunde neben den Werkzeugen auch die Schweißvorrichtung oder die Roboteranlage für ein Produkt erhält, sind für die nächsten Jahre die vorrangigen Ziele der Schwarzenberger. Dafür beherrscht das Unternehmen eine große Fertigungstiefe, kann die Betriebsmittel komplett liefern und schafft systematisch noch fehlende Voraussetzungen. So entsteht im Augenblick zum Beispiel ein Anbau für eine neue 1600-Tonnen-Presse, mit der sich künftig vermehrt Linienwerkzeugsätze und größere, kompliziertere Transferwerkzeuge fertigen lassen und das Unternehmen sich vom Wettbewerb abheben kann. Zugleich baut es die Zusammenarbeit mit Autoform aus, um Modell und Werkzeug immer besser übereinzubringen. „Wir sind jetzt die ersten Schritte in Richtung Oberfläche gegangen“, erklärt Christian Pfaff, der zusammen mit seinem Bruder das Unternehmen leitet. „In langfristigen Kooperationen werden wir diesen Weg mit unseren Kunden fortsetzen, sodass diese selbst einschätzen können, welcher Schritt als nächster möglich ist.“
Herstellbarkeit der Bauteile garantieren
Autoform nimmt in dieser Konstellation mittlerweile eine besondere Rolle ein: Die Zusammenarbeit hatte zwar schon 2008 begonnen, richtig intensiv wurde sie jedoch vor etwa zwei Jahren. „Heute sehen wir in Autoform die Lösung, die Herstellbarkeit der Bauteile zu garantieren und unseren Kunden mit Gewissheit sagen zu können, dass es funktioniert. So erhalten wir frühzeitig im Fertigungsprozess die entscheidende Unterstützung auf dem Weg zum maßhaltigen Teil“, unterstreicht Christian Pfaff. Zudem sorgt die Software für einen Zeitsprung in der Entwicklung: „Speziell mit dem Autoform-Compensator erhalten wir auch eher die fertige Kompensation: Was früher mehrere händische Korrekturschleifen samt Konstruktionsänderung, Umprogrammierung, Schweißen, mechanischer Bearbeitung und Tryout erforderte, macht mittlerweile das Programm – und zwar schneller und genauer.“
Simulationstools: Ohne jede Korrekturschleife
Bei einer Schulung zur Rückfederungskompensation mit dem Compensator wurde gleich ein erstes Projekt umgesetzt und Schritt für Schritt die Kompensation für ein Radhaus realisiert.
(Bild: Wesoba/AutoForm)
„Begonnen hat die intensivierte Zusammenarbeit mit Schulungen zu Autoform Forming, die wir auf die Erstellung von Class-A-Flächen ausgerichtet haben“, erzählt Leonard Krauss. An der Exklusivschulung nahm neben den Simulationsanwendern und der Projektleitung von Wesoba auch ein Vertreter der Kundenseite teil. „Das hat gleich Vertrauen geschaffen“, betont Georg Pfaff. Dem Kunden wurde klar, was alles bei der Simulation zu beachten ist oder wie ausgewertet werden muss. Bei dem Grauzonenteil, an dem geschult wurde, musste keine einzige Schleife gefahren werden: 97 Prozent aller Messpunkte waren sofort in Ordnung.
„Im Anschluss erfolgte eine nächste Schulung zur Rückfederungskompensation“, ergänzt Krauss. „Mit einem Radhaus für Mercedes-Benz wurde gleich ein erstes Projekt umgesetzt und die Kompensation Schritt für Schritt gemeinsam aufgebaut.“ Beim Radeinbau gab es dann zunächst eine Abweichung zwischen Simulation und Praxis. In mehreren Runden wurde zusammen nach der Ursache geforscht, woher diese Abweichung stammt. Auch Fragen zur Auswertung am Bauteil wurden geklärt. Schließlich war die Lösung gefunden und das Bauteil konnte gefertigt werden. „Die Schulung, der Service und die Anwendung liefen sehr gut ab“, hebt daher Christian Pfaff hervor. „Mittlerweile ist es so, dass wir kein Teil mehr ohne Compensator fertigen.“
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
So wird das Bauteildesign mit dem Compensator geprüft
Der Compensator ordnet sich ein in eine Reihe von Autoform-Tools, die Wesoba heute prozessbegleitend einsetzt. Zuerst wird dabei das Design eines Bauteils – mitunter schon vor Angebotslegung – auf Herstellbarkeit geprüft. Nach Rücksprache mit dem Kunden wird anschließend die Methode simuliert. Steht diese, wird das Werkzeug konstruiert und erstmals kompensiert, um etwaige Probleme der Herstellbarkeit herauszuarbeiten. Sind die Bauteile im Guss – ist das Werkzeug fertig –, startet eine weitere Kompensation. „Im nächsten Schritt haben wir dann ein fertiges Ziehteil, von dem wir die Flächen scannen. Um diese Flächen zu bewerten, nutzen wir erneut den Compensator“, erläutert Christian Pfaff. Schließlich werden die Fräsflächen für die Beschneidwerkzeuge umgesetzt. Auf diese Art erfolgen prozessbegleitend immer wieder Vergleiche von Simulation und Werkzeug – bis das erste Teil vorliegt.
Schneller zum genaueren Ergebnis
Das Unternehmen zieht aus der Arbeit mit dem Compensator im Wesentlichen drei Haupteffekte: „Erst einmal nähern wir uns damit immer mehr der Praxis an. Und weil wir weniger Korrekturschleifen brauchen und schneller zum Ergebnis kommen, sparen wir natürlich Zeit und Kosten. In der reinen Kompensationsarbeit sind das pro Teil locker drei Wochen Arbeit. Drittens erhalten wir genauere Ergebnisse als beim händischen Arbeiten“, resümiert Christian Pfaff. Dabei kann neben der Rückfederung in Werkzeuglage heute auch die in Fahrzeuglage bestimmt und auf diese Art die Schwerkraft berücksichtigt werden. Bei all dem ist Pfaff so weit zu sagen: „Ohne Tools wie den Compensator würden wir uns die immer größeren, komplexeren Teile ebenso wenig zutrauen wie die Sichtteile.“