Der Aufzugshersteller Tepper Aufzüge digitalisiert seine Geschäftsprozesse: Einer der zentralen Schritte ist die Umsetzung eines Produktkonfigurators für mehrere Aufzugstypen. Hier ein Einblick in dieses CPQ-Projekt.
(Quelle: Wolfgang-Adobe Stock)
Vertikale Beförderung für Menschen und Güter sind seit jeher das Leitmotiv: Das heutige Tochterunternehmen der TK-Elevator GmbH, Tepper Aufzüge, baut seit mehr als 125 Jahren im Westfälischen individuell angepasste Aufzüge. Heute setzt Tepper Aufzüge den Kundenwunsch jährlich in hunderten vielgestaltiger Aufzugsprojekte um. Dabei sind die Anlagen aus Münster längst nicht mehr nur Beförderungsmittel, sondern vielfach gestalterisches Element im Gebäude oder an der Gebäudefassade. Auch wegen der steigenden Komplexität ist der Produktkonfigurator LifTcon ein wichtiger Teil bei der Digitalisierung des Unternehmens. Federführend beteiligt an diesem Projekt sind dabei die Tepper-Mitarbeiter Marc Braun, Leiter des Vertriebs-Supports, und Jan Blaszkowski, Projektleiter und Leiter der Auftragslogistik. Die erstellte Lösung basiert auf Technologie des CPQ-Anbieters Acatec Software.
Was der Produktkonfigurator kann
Mit der Einführung des LifTcon-Produktkonfigurators bietet der Mittelständler seinen etwa 900 Mitarbeitern an 21 Standorten nun eine zentrale Plattform für die Planung, Konstruktion und Kalkulation. Damit vollzieht das Unternehmen vor allem für Vertrieb und Konstruktion einen Paradigmenwechsel.
Existierte vorher eine stark diversifizierte Systemlandschaft aus unterschiedlichen hochspezialisierten Einzel-Tools, die langwierige Prozesse über mehrere Abteilungen hinweg unterstützten, können heute Vertriebsmitarbeitende Angebote selbständig, schnell und fehlerfrei per Produktkonfigurator erstellen. Der Projekthorizont umfasst die Integration von fünf häufig angefragten Aufzugstypen; der Konfigurator für das Volumenprodukt „Solution Flex“ wurde im November 2021erfolgreich gelauncht.
Obgleich die Konstruktion und Berechnung von Aufzügen keine „Rocket Science” sind, ist das Unterfangen dennoch komplex. Es gilt, Traglasten, Schachtmaße, Kräfte, Kabinen- und Gegengewichte zu berechnen. Zudem ist die Steuerung auszulegen und die Kabine muss designt werden. Nun kommt die Zeichnung für den Kunden hinzu. Sie muss erstellt werden und das konkrete Angebot benötigt darüber hinaus noch die finanzielle Dimension. Mit all diesen Operationen auf einer zentralen Plattform sind Vertriebler künftig in der Lage, Kundenaufträge effizienter abzuschließen.
Einzelmodule als Basis
Bislang hatte Tepper Aufzüge große Teile dieses Produktwissens in den erwähnten einzelnen, oft Excel-basierten Software-Tools abgebildet. Mit deren Hilfe haben die Mitarbeiter die Einzelschritte vom Kundenwunsch bis zum Angebot über verschiedene Abteilungen hinweg erstellt, nachdem sie vom Vertriebsmitarbeiter formulargestützt angefragt wurden.
Projektleiter Jan Blaszkowski erklärt: „Mit der neuen Konfigurations- und Planungsumgebung haben wir nun die meisten dieser Tools durch eine konsistente und zentral zu pflegende Modulsammlung ersetzt. Die Produktkonfiguratoren für unterschiedliche Aufzugstypen können jetzt Schritt für Schritt auf diese zentrale Plattform zugreifen.“ Zudem können auch die Tepper-Spezialisten Einzelmodule für die physikalischen Berechnung von Sonderanlagen „stand-alone“ einsetzen.
Dank Produktkonfigurator: 20 Minuten statt Tage bis zum Angebot
Die größten Effekte zeigen sich bei der Sequenz für die vollumfänglich integrierten Aufzugstypen: „Mit dem LifTcon kann ein Vertriebsmitarbeiter jetzt binnen weniger Minuten ein valides Angebot komplett selbst erstellen, und hat noch zusätzlich die automatisch generierte Planzeichnung, die er dem Kunden just-in-time an die Hand geben kann. Dies hat die Durchlaufzeit im Vergleich zum bisherigen Prozess um 80 Prozent gesenkt“ erläutert Marc Braun. Das Tüpfelchen auf dem i sind zusätzlich BIM-Objekte (Building Information Management), die ebenfalls in diesem Schritt erzeugt werden und es Planern und Architekten ermöglichen, den Aufzug bereits virtuell in das Gebäudedatenmodell einzupassen.
Mit der Zeit möchte das Aufzugsunternehmen weitere Projektschritte mit dem der Lösung zugrundeliegenden Speedmaxx-Konfigurator von Acatec realisieren. Zum aktuellen Zeitpunkt endet der Wirkbereich der CPQ-Lösung damit, dass Vertriebsmitarbeitende ein Angebot samt zugehöriger Anlagenzeichnung erhalten. Schritt für Schritt soll diese Produktkonfiguration für alle vorab definierten Aufzugtypen bei Tepper möglich sein. Zudem soll eine Funktion zur Auftragsmeldung integriert werden, die zentral in LifTcon erfolgt – das gilt auch für Anlagen, vornehmlich Sonderbauten, die über den bisherigen Weg durch den Vertriebssupport kalkuliert worden sind.
Stand: 16.12.2025
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(Mehr Zeit für Sonderkonstruktionen wie den Personenaufzug für den Aussichtsturm „Himmelsglück“: Tepper Aufzüge erstellt heute Angebote per CPQ. Bild: Tepper Aufzüge)
„Heute wird die Aufzugsanlage technisch von einem Konstrukteur ausgelegt. Dies geschieht in einem 3D-CAD Programm durch manuelle Eingaben und teilautomatisierte Prozessschritte. Zukünftig wird ein Teil der Konstruktion über ein Batch-System abgearbeitet, auf dem sich ein 3D-CAD Programm befindet. Über den LifTcon gesteuert, werden alle notwendigen Informationen übermittelt, sodass dann automatisch das 3D-Modell gerendert, die Zeichnungen erstellt und abgelegt werden.“
Besonders interessant ist das dann im Zusammenhang mit der vernetzten Laser- und Kantanlage. „Am Ende heißt das: Der Aufzug wird in LifTcon kalkuliert, die Anlagenzeichnung automatisch generiert, in LifTcon gemeldet, Konstruktions- und Fertigungszeichnungen werden automatisch erzeugt und für die Vorfertigung abgelegt, welche die Bauteile zum richtigen Zeitpunkt produziert“ so Blaszkowski.
Spürbare Entlastung im Innendienst
Nicht nur der Vertrieb profitiert von dem neuen Workaround: „Die Einführung von LifTcon im Vertriebssupport und der Konstruktion bietet den Vorteil, dass wir uns noch mehr auf die Planung und Kalkulation von Sonderanlagen konzentrieren und unseren dezentralen Vertrieb zielgerichtet unterstützen können“ schildert Marc Braun den neuen Fokus für den Innendienst, bei dem die Verlagerung von Kapazitäten bereits deutlich spürbar geworden ist.
Unabhängig dank No-Code-Ansatz
Blaszkowski kommentiert: „Für uns war bei der Entscheidung für die technische Plattform wichtig, alle Inhalte der Konfiguratoren, Regelwerk und Interface weitgehend unabhängig von einem Dienstleister über ein No-Code-Autorensystem selbst erstellen und ändern zu können.“ Mit diesem Ansatz konnte der Tepper-Produktkonfigurator nach nur wenigen Monaten Projektzeit live gehen.
Der Autor Nikolas Fähnrich ist Management Consultant bei Acatec.