Ist die Länge variabel? Gibt es Bauteilgruppen oder komplette Artikel auch in anderen Farben oder Materialien? Bei industriell gefertigten Gütern fragen Kunden häufig nach, ob der Hersteller eine bestimmte Konfiguration ermöglicht. Moderne Unternehmen stellen dafür Produktkonfiguratoren zur Verfügung.
(Quelle: Revalize)
Durch die Auswahl von Merkmalen können Interessenten in einem Konfigurator einfach und schnell ein individuelles Produkt erstellen. Das Ergebnis ist eine individuelle Massenfertigung. Hinter handelsüblichen Produktkonfiguratoren stecken klassische CPQ-Systeme (Configure, Price, Quote), mit denen Kunden zunächst selbst ein Produkt zusammenstellen, anschließend den angepassten Preis erfahren und am Ende dem Angebot zustimmen.
Massenfertigung geht auch individuell
Eine solche CPQ-Lösung schickt die Konfigurationsanfrage und die entsprechenden Daten aber nicht direkt an die Konstruktionsabteilung. Grundsätzlich empfangen zunächst Vertriebsmitarbeiter die Anfrage und bearbeiten diese gegebenenfalls in Rücksprache mit Ingenieuren weiter. Wichtige Informationen werden also oft erst mühsam manuell, zum Beispiel via E-Mail, Fax oder persönlichem Gespräch, zwischen Vertrieb und Konstruktion ausgetauscht. Das ist ein zeitraubender und oft durch Fehler gebremster Prozess, der die Angebotserstellung stark verzögert. Eine Erweiterung der CPQ-Lösung verspricht weitaus mehr Effizienz.
Ein CPQE-System (Configure, Price, Quote, Engineering) verbindet den Produktkonfigurator mit dem CAD-System (Computer Aided Design) der Mitarbeiter aus der Konstruktionsabteilung. Die Vorteile: Daten werden direkt an die Konstruktion übermittelt, und in Kombination mit einer CAD-Automation lassen sich Standardkonfigurationen schnell in Angebote gießen und somit individuelle Wünsche effizienter umsetzen. Davon profitieren sowohl der Kunde als auch der jeweilige Anbieter des konfigurierbaren Produkts. Der Produktkonfigurator kann mit den Daten aus dem CAD-System auch automatisch eine anschauliche 3D-Visualisierung während der Konfiguration erzeugen. Alle Konfigurationen können beispielsweise nach Auftragsannahme sofort in dem angeschlossenen ERP-System (Enterprise Resource Planning) gespeichert werden. Damit haben alle Mitarbeiter unmittelbar Zugriff auf die Informationen.
Mehr als zuvor automatisiert ein CPQE-System den Prozess vom Vertrieb über die Fertigung bis hin zur Auslieferung. Für Unternehmen bietet das aus betriebswirtschaftlicher Sicht große Vorteile. Die Lösung übernimmt beispielsweise Routineaufgaben von Mitarbeitern, die so Zeit für andere wichtige Aufgaben gewinnen. Das hilft auch dabei, in Spitzenzeiten eine große Zahl von Anfragen entgegenzunehmen und Aufträge abzuarbeiten. Zugleich erhöht sich die Umwandlungsrate zwischen erstellten Angeboten und tatsächlich erteilten Aufträgen.
Ingenieure der neuen Generation haben andere Ansprüche als ältere Kollegen
Fragen von Kunden werden unmittelbar beantwortet: Wie lautet der Preis und wann kommt das Produkt? All das steht im automatisch erstellten Angebot. Das fördert die Kundenzufriedenheit und -bindung. Gerade Ingenieure der neuen Generation haben andere Ansprüche als ihre älteren Kollegen. Sie erwarten schnelle Rückmeldungen: Kommen Informationen zu spät, nehmen sie das Angebot der Konkurrenz an. Investitionen in eine moderne CPQE-Lösung amortisieren sich dank steigender Einnahmen schnell. Kunden sind bereit, für individuelle Produkte mehr zu zahlen. Denn sie erhalten eine Lösung, die genau ihren Vorgaben entspricht.
Mitarbeiter können die Ergebnisse eines Produktkonfigurators auch zur Analyse des Angebots nutzen. Sie sehen direkt, ob Kunden bestimmte Merkmale nie wählen oder andere fordern. Dadurch stehen jederzeit genug Informationen zur Verfügung, um das Angebot an Produkten und ihre Vielfalt zu verbessern. Ein weiterer Pluspunkt: Durch die Einführung eines Produktkonfigurators sammelt ein Hersteller sein Wissen zu einem bestehenden Produkt an zentraler Stelle. Daher bleibt das Know-how zu Eigenschaften und Varianten im Unternehmen, auch wenn das Personal wechselt.
Die große Herausforderung der Massenfertigung liegt in der Verknüpfung
Für die erfolgreiche Einführung eines Produktkonfigurators ist es für Hersteller unverzichtbar, auf die Bedürfnisse ihrer Kunden zu achten. Idealerweise liegt der Fokus darauf, wie die Lösung am Ende aussieht und welche Funktionen sie besitzt. Eine weitere Herausforderung besteht darin, alle Systeme zu verknüpfen, damit der Datenaustausch gelingt. Ein Produktkonfigurator braucht außerdem ein Regelwerk, nach dem Kunden ihre Varianten schaffen. Hersteller legen dafür fest, welche Merkmale kombinierbar sind.
Bei der Auswahl einer CPQE-Lösung sollten Unternehmen auf einen erfahrenen Anbieter setzen, der neben dem Produkt auch die entscheidende Beratungskompetenz mitbringt, um sie bei der Entwicklung des Layouts und der Definition des Regelwerks zu unterstützen. Ihre Entscheidungsfreiheit bleibt davon unberührt – eine moderne Lösung ist ein Baukasten. Aufbau, Design und Funktionen bestimmen die Hersteller selbst. Sie können den gesamten Prozess nach der Konfiguration eines Produkts bis zur Massenfertigung schrittweise automatisieren. Weitere Schritte wie die Verknüpfung mit dem ERP-System oder die 3D-Visualisierung folgen später.
Stand: 16.12.2025
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In den vergangenen Jahren wurden Investitionen in der Industrie zurückgefahren – unter anderem aufgrund von Pandemie und Rezession. Doch irgendwann zieht die Wirtschaft wieder an, und die Zahl der Anfragen wird absehbar zunehmen. Wenn Kunden dann nach Lösungen suchen, heben sich Unternehmen mit einem Produktkonfigurator und schnellen Angeboten deutlich von der Konkurrenz ab. Deshalb gilt es, gerade jetzt in ein CPQE-System zu investieren und sich für den Aufschwung - auch in der Massenfertigung - zu rüsten.
Der Autor Johann Dornbach ist Head of Product bei Revalize.
Interview mit Marc Maurer, Managing Director EMEA bei Revalize
Welche Vision verfolgt Revalize?
Marc Maurer: Wir wollen uns als weltweit führender Anbieter von Vertriebs- und Entwicklungslösungen für die Fertigungsindustrie etablieren. Wir bieten Lösungen an, die Anwendern aus der Branche dabei helfen, ihre Vertriebs- und Entwicklungsprozesse signifikant zu beschleunigen von der Produktidee (Idea) bis hin zur Rechnungsstellung (Cash) – wir nennen dieses Konzept Idea-to-Cash. Darüber hinaus möchten wir unseren Kunden dabei helfen, ihre Prozesssicherheit zu erhöhen und sie in die Lage versetzen, sich besser mit Ihren Lieferanten und Kunden zu vernetzen. Dies alles bieten wir mit einem modularen Produktportfolio von klassischen CAD-Anwendungen bis hin zum vernetzten SCM. So können Verantwortliche selbst entscheiden, mit welcher Geschwindigkeit sie den Digitalisierungsgrad in ihrem Unternehmen erhöhen möchten.
Was bedeutet dies für die Lösungen und Unternehmen unter dem neuen Dach?
Maurer: Wir bieten Lösungen an, die Unternehmen in unterschiedlichen Segmenten, aber besonders im Bereich Fertigung, adressieren. Der Spezialisierungsgrad ist unterschiedlich. Mit Lösungen, die Mehrwerte in mehreren Industriesegmenten bieten, sprechen wir gezielt unseren Kundenstamm von über 15.000 Betrieben an. Stärker spezialisierte Lösungen werden wir weiterhin den jeweiligen bestehenden Kunden zwecks weiteren Ausbaus ihres Digitalisierungsgrads mit Hilfe unserer Lösungen anbieten. Längerfristig ist es unser Ziel, Revalize-Kunden einen möglichst schnellen Time-to-Value zu ermöglichen. Unsere Strategie zielt darauf ab, unsere Lösungen und globalen Kundensupport so weiterzuentwickeln, dass sie die Pain-Points der Industrie und Massenfertigung noch gezielter adressieren und unsere Kunden in die Lage versetzen, mittels schnellem Idea-to-Cash profitabler zu arbeiten.
Welche Vorteile haben Bestandskunden der europäischen/deutschen Marken wie Procad, Tenado, Keytech oder Acatec gegenüber Neukunden von Revalize?
Maurer: Unsere Bestandskunden profitieren zum einen von zusätzlichen Lösungen, die wir ihnen aus einer Hand anbieten können. Das bedeutet zum Beispiel für einen Kunden, der unsere PLM Lösung Pro.File von Procad einsetzt, nun auch Vertriebskonfiguratoren samt eingebundener oder eine einzelne CAD-Automatisierung durch uns beziehen kann. Andererseits erhalten Neukunden eine gesicherte und langfristige Roadmap. Wenn sie in einem Bereich starten (zum Beispiel technisches DMS oder PLM), können sie mit Revalize zusammen weitere Digitalisierungsschritte wagen.
(Marc Maurer ist Managing Director EMEA bei Revalize. Bild: Revalize)