Bereits zum neunten Mal kam die Leichtbau-Community im Rahmen des Technologietags Leichtbau Mitte Oktober 2022 zusammen. Der Kongress in der Filderhalle in Leinfelden-Echterdingen zeigte: Mit Hilfe der Digitalisierung kann der Leichtbau seinen Beitrag zum Klimaschutz sogar noch steigern.
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"Wir wollen Ihnen eine Bühne bieten, sich miteinander zu vernetzten, Technologiepartner zu finden und Kundenbeziehungen aufzubauen“, mit diesen Worten gab Dr. Wolfgang Seeliger, Geschäftsführer Leichtbau BW GmbH, das Startsignal für den Technologietag Leichtbau 2022. In diesem Zusammenhang nutzte Seeliger die Gelegenheit, den von der Leichtbau BW initiierten Unternehmerfond für Leichtbau vorzustellen. Er versetzt junge Unternehmen in die Lage, Finanzierungslücken zu schließen und ihre Marktdurchdringung zu beschleunigen. Den Investoren bietet der Fond die Möglichkeit, in Industrial-High-Tech zu investieren und damit Rendite zu erzielen.
Leichtbau als Gamechanger
Im Anschluss an seine Begrüßung übergab Seeliger das Wort an Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Baden-Württemberg. Per Videobotschaft hieß sie die Teilnehmer und Teilnehmerinnen willkommen und würdigte den Technologietag Leichtbau als „wichtige branchenübergreifende Plattform.“ Den Leichtbau bezeichnete die Ministerin als „Gamechanger-Technologie“ beim Klimaschutz und versprach die Forcierung einer ressortübergreifenden Strategie der Bundesregierung, um das volle Potenzial des Leichtbaus auszuschöpfen.
Richtiger Zeitpunkt für Plattformökonomien
Nach den einleitenden Worten ging es fachlich in die Tiefe: Dr. Farbod Nezami, Mitgründer von InstaWerk, widmete sich in der ersten Keynote des Tages dem Thema künstliche Intelligenz (KI) und Plattformen. Der Vortrag ging auf die zunehmende Bedeutung von Geschäftsplattformen ein, die auch immer mehr Einfluss auf die industrielle Wertschöpfung und den Leichtbau nehmen. Leichtbau-Unternehmen, die die Vorteile der Plattformökonomie für sich nutzen möchten, müssen sich zeitnah entscheiden, wie sie das Geschäftsmodell in ihr Geschäftsmodell einbinden wollen. Dabei haben sie drei Möglichkeiten: Sie können eine eigene Plattform aufbauen, mit Entwicklern kooperieren oder eine externe Plattform in ihre Geschäftsprozesse integrieren.
Leichte Bauteile ressourceneffizient fertigen
In der zweiten Keynote lenkte Gregor Graf von Rosswag den Fokus auf die Vorteile der Digitalisierung bei der Beschaffung von Werkstoffen für den Metall-3D-Druck. Dieser hat das Potenzial, funktionsoptimierte und leichte Bauteile ressourceneffizient zu fertigen. Da derzeit jedoch nur wenige Werkstoffe verfügbar sind und das komplexe Zusammenspiel vieler Prozessparameter die Qualifizierung neuer Anwendungen erschweren, kann die additive Fertigungstechnologie noch nicht vollumfänglich die industriellen Erwartungen erfüllen. Hier kommt die digitale B2B-Plattform „AddiMap“ ins Spiel. AddiMap ist ein offener Marktplatz zum Handel von Parameter- und Werkstoffdaten für den Metall-3D-Druck, um zukünftig schneller, wirtschaftlicher und zuverlässiger fertigen zu können.
Enabler für Ressourceneffizienz und Klimaschutz
Die letzte Keynote des Tages steuerte Thilo Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln e. V. (IW) zum Thema Digitalisierung als Enabler für Ressourceneffizienz und Klimaschutz bei. Schäfer stellte anhand eines IW-Gutachtens klar: Die digitale Vernetzung kann den effizienten Einsatz von Ressourcen voranbringen, die Kreislaufführung verbessern und damit positiv zum Klimaschutz beitragen. Viele Unternehmen setzen bereits digitale Tools ein, um effizienter zu arbeiten. Digitale Geschäftsmodelle setzen sich allerdings bislang erst vereinzelt durch – dabei sind digitale Unternehmen besonders erfolgreich. Deshalb gilt es, das Potenzial zu heben und Hemmnisse abzubauen. Wissenstransfer ist dazu der entscheidende Schlüssel.
Abgerundet wurde der Vormittag durch die Manifestierung der Zusammenarbeit zwischen ELA (European Lightweight Association) und ELCA (European Lightweight Cluster Alliance) in einem Kooperationsvertrag. Nach einer Vorstellungsrunde der verschiedenen Parteien, in Teilen per Video und über Ländergrenzen hinweg, unterschrieben Dr. Wolfgang Seeliger im Namen der ELA und Thomas Hipke vom Fraunhofer-Institut IWU, stellvertretend für die ELCA, die Vereinbarung.
Klimafreundliche und nachhaltige Leichtbauprodukte und -dienste
Nach der Mittagspause wurde der Wissensaustausch in die Sessions verlegt. Hier nutzten Sprecher die Gelegenheit, verschiedene Themen im Zusammenhang mit Leichtbau, Digitalisierung und Klimaschutz vorzustellen und in die Diskussion mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu treten. Dabei ging es unter anderem um biobasierte Faserverbundwerkstoffe, Digitalisierung als Brücke zwischen Leichtbau-Produkt und Produktion, Matrixproduktion in der Raumfahrtindustrie und Berechnung des Product Carbon Footprint. Das internationale Publikum, und alle anderen Interessenten, kamen bei zwei internationalen Sessions auf ihre Kosten. So stellte die ELA Innovationen aus ihrem Netzwerk vor und das kanadische Konsulat nutzte die Bühne, die Expertise Kanadas bei der additiven Fertigung zu unterstreichen.
Stand: 16.12.2025
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Mit Leichtbau durch Digitalisierung schneller ans Klimaziel
Klimaschutz ist ein häufig gehörtes Schlagwort. Der Leichtbau bringt dafür per se sehr gute Voraussetzungen mit, weil er Material einspart, und möglichst umweltschonend handelt und fertigt. Die Keynotes, Sessions und Diskussionen des Technologietags Leichtbau 2022 zeigen: Mit der Digitalisierung als Enabler kann der Leichtbau das Erreichen der Klimaziele sogar noch weiter beschleunigen. Zudem wurde abermals bestätigt, dass der Leichtbau – nicht zuletzt durch internationale Kooperationen – Chancen auf eine bessere Wettbewerbsposition im internationalen Vergleich bietet.