Das dänische Unternehmen NKT harmonisiert den weltweiten Angebotsprozess mit einer Configure-Price-Quote-Lösung (CPQ) im Bereich Hochspannungssysteme. Was die übersichtliche Kalkulation und der automatische Workflow dem Kabelsystemlieferanten bringt, lesen Sie in diesem Beitrag.
(Quelle: NKT Group)
Konfigurationssoftware auf dem Prüfstand: Die Elektrifizierung der Welt steckte noch in den Kinderschuhen, als 1891 die dänische NKT A/S gegründet wurde. NKT leistete Pionierarbeit, als es darum ging, den elektrischen Strom überall dorthin zu bringen, wo er gebraucht wird. Auch heute zählt das Unternehmen weiterhin zu den großen Kabelsystem-Lieferanten für den Energietransport weltweit.
Konfigurationssoftware für Großprojekte
Beispielsweise entwickelt, fertigt und installiert NKT schlüsselfertige See- und Landkabelsysteme für die Strominfrastruktur. Insbesondere im Bereich der Seekabel gehört das Unternehmen zu den großen Playern und verfügt mit der NKT Victoria über ein eigenes Kabellegeschiff. Strategisch bedeutend ist die Victoria, weil mit ihr Offshore-Projekte aus einer Hand angeboten werden können: von Planung und Fertigung, über Kabellegung und Installation, bis zu Inbetriebnahme, Testing, Betrieb und Wartung. Solche Großprojekte erreichen schnell Volumen im dreistelligen Millionenbereich.
Projekte mit 1.500 Konfigurationselementen
Die Konfiguration hat bei NKT einen hohen Stellenwert, weil schon für die Kabeltechnik kaum Standardlösungen existieren. Die elektrische Spannung, die Streckenlänge, die Beschaffenheit des Bodens und viele weitere Faktoren beeinflussen die Zusammenstellung des individuellen Produktes. So hat das 623 Kilometer lange Seekabel von NKT, das den Energieaustausch zwischen Norwegen und Deutschland ermöglicht (Projekt Nord Link) kaum Gemeinsamkeiten mit NKT-Fahrleitungen für den Schienenverkehr.
Aber nicht nur die Produkte sorgen für eine hohe Varianz: „Ein Projekt besteht aus bis zu 1.500 Konfigurationselementen und das sind nicht nur Produktkomponenten, sondern weitere Projektleistungen wie Bauleistungen, Versicherungen oder Logistikanforderungen zur Projektrealisierung“, erklärt Sebastian Appel, Prozessingenieur und Leiter des CRM- und CPQ-Projektes bei NKT.
Weltweit einheitliche Basis
2017 übernahm NKT den Geschäftsbereich Hochspannungskabel der ABB Group – inklusive der südschwedischen Produktionsstätte. Mit dieser Akquisition sind die Fertigungsstandorte in Schweden und Deutschland die beiden größten des Unternehmens. Beide konnten sich auf dem Wachstumsmarkt Offshore-Windindustrie und beim Ausbau des europäischen Verbundnetzes hervorragend positionieren. Das CPQ-Vorhaben wurde durch die ABB-Übernahme noch wichtiger.
(NKT produziert in Europa Hoch-, Mittel- und Niederspannungskabel sowie Zubehör. Bild: NKT Group)
Appel erinnert sich: „Das verteilte Produkt- und Projektwissen sollte für den Angebotsprozess zentralisiert werden. Wir wollten standortspezifische Abläufe und IT-Systeme vereinheitlichen und optimieren, um unsere Position im Wettbewerb zu stärken. Das Ziel war ein vollständig digitalisierter Angebotsprozess mit einer weltweit einheitlichen Konfigurations- und Kalkulationsbasis.“ Hierzu galt es, zahlreiche historisch gewachsene Exceltabellen für Kabel-Varianten, Garnituren, Rohstoffe und Dienstleistungen durch eine ganzheitliche Lösung (Konfigurationssoftware) zu ersetzen, weil diese fehleranfällig und in ihrer Pflege aufwändig waren.
Anforderungen an Software und Partner
Bei der Auswahl der standortübergreifenden Angebots- und Kalkulationslösung hat sich NKT auf mehrsprachige Software beschränkt, die eine Integration von CRM-, ERP- und Engineering-Systemen ermöglichen. „Wir haben uns für den CPQ-Spezialisten camos entschieden, weil die CPQ-Lösung bereits eine Vielzahl unserer Anforderungen im Standard abdeckt. Zum Beispiel automatisierte Freigabeprozesse, Auditierbarkeit und die Rückverfolgung von Konfigurationen und Kalkulationen. Außerdem brachte camos wichtige Erfahrungen für die Prozessharmonisierung für fusionierte Unternehmen und heterogene IT-Strukturen mit“, erklärt Appel die Gründe für die Anbieterauswahl.
Agil zum Ziel mit der richtigen Konfigurationssoftware
Für die Planung und Steuerung des Projektes Konfigurationssoftware wurde ein agiles Projektvorgehen gewählt. Dadurch war es nicht notwendig, alle Anforderungen an die Software bereits im Vorfeld bis ins kleinste Detail zu kennen. Vielmehr wurden diese auf Basis der NKT-Projektvision in kurzen Iterationen von 2-4 Wochen schrittweise und direkt in der Software umgesetzt, um die Komplexität des Projektes zu bewältigen. Mit diesem Vorgehen wurde die neue CPQ-Lösung effizient eingeführt und zentralisiert heute das weltweite NKT-Angebotswissen zu Produkten, Preisen und Kosten. Sie ist die Grundlage des neuen, homogenen Angebotsprozesses für eine einfachere und effizientere Zusammenarbeit zwischen den internationalen Standorten.
(NKT war an dem Projekt zur Erweiterung des Offshore-Windparks Burbo Bank beteiligt. Bild: NKT Group)
Klare Workflows beschleunigen den Prozess
In vielen Projekten kommt es auf Geschwindigkeit an. Bei kleineren Kabelprojekten unter zwei Millionen Euro Projektvolumen erwarten die Kunden ein verbindliches Angebot teilweise innerhalb von zwei Tagen. Mit regelbasierten Workflows des CPQ-Systems wurden viele Schritte im Angebotsprozess automatisiert. Zum Beispiel nutzt die Lösung für die Erstellung von Angebotsdokumenten freigegebene, standardisierte Textbausteine. Eine Prüfung beschränkt sich daher nur noch auf wenige vom Standard abweichende Passagen. „Damit liegen wir heute bereits im Rahmen der kundenseitigen Zeitvorgaben und werden mit jeder neuen Version weitere Verbesserungen einbringen, was sich positiv auf unsere Vertriebskosten auswirken wird.“, kommentiert Appel.
Stand: 16.12.2025
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Cockpit der Konfigurationssoftware verschafft Kostenüberblick
Bei Großprojekten mit bis zu 1.500 Konfigurationselementen wirken sich bereits vermeintlich kleine Änderungen folgenschwer auf die Gesamtkosten aus. Da ist es ein Vorteil, dass die CPQ-Software alle angebotsrelevanten Daten zusammenführt und Änderungen transparent dokumentiert. Appel: „In einem tabellarischen Kostencockpit sehen wir alle Anpassungen für Kosten und Preise auf einen Blick. Das ist wichtig, um komplexe Projekte, wie zum Beispiel im Bereich unserer Landkabel, kostendeckend kalkulieren und vertragssicher anbieten zu können.“
Der Autor Daniel Kaiser ist Marketing & PR Manager bei camos Software und Beratung in Stuttgart.