Vom Zeichner zum Systemarchitekten
KI in der Elektrokonstruktion

Ein Gastbeitrag von Christian Rathgeber 4 min Lesedauer

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CAD- und ECAD-Systeme waren lange Dokumentationstools. Heute wandelt sich ihre Rolle: KI-Systeme beeinflussen Entwicklung, analysieren Anforderungen und helfen Ingenieuren bei Routineentscheidungen.

Der digitale Zwilling des Schaltschranks stellt integrierte Elektro‑ und Fluidinformationen als gemeinsame Datenbasis bereit und unterstützt Ingenieure durch KI‑gestützte Analyse, Assistenzfunktionen, automatische Prüfungen und Optimierungen.(Bild:  WSCAD)
Der digitale Zwilling des Schaltschranks stellt integrierte Elektro‑ und Fluidinformationen als gemeinsame Datenbasis bereit und unterstützt Ingenieure durch KI‑gestützte Analyse, Assistenzfunktionen, automatische Prüfungen und Optimierungen.
(Bild: WSCAD)

Gerade in der Elektrokonstruktion zeigt sich dieser Wandel besonders deutlich. Projekte werden komplexer, Normen umfangreicher und Entwicklungszyklen kürzer. Gleichzeitig verschärft der Fachkräftemangel den Druck auf Konstruktionsteams. Vor diesem Hintergrund gewinnt künstliche Intelligenz (KI) nicht als Ersatz menschlicher Expertise an Bedeutung, sondern als strukturierende Assistenz im Engineering-Alltag.

Klassische Engineering-Software ist in erster Linie dokumentationsgetrieben. Schaltpläne werden manuell aufgebaut, Betriebsmittel ausgewählt, Querverweise gepflegt und Stücklisten geprüft. Dieser Ansatz ist etabliert, aber zeitintensiv und anfällig für Inkonsistenzen – insbesondere bei Varianten.

KI erweitert dieses Modell um eine neue Ebene. Statt ausschließlich zu dokumentieren, wird vorhandenes Projektwissen systematisch ausgewertet und kontextbezogen nutzbar gemacht. Auf dieser Basis unterstützt die Software den Anwender bei der Strukturierung von Projekten, der Auswahl geeigneter Komponenten und der Umsetzung technischer Änderungen.