Electrix OS ist die erste native KI-Engineering-Software von WSCAD: Sie versteht Engineering-Ziele, entwickelt Lösungswege und orchestriert die anschließenden Engineering-Prozesse.
Electrix OS entwickelt aus technischen Anforderungen ein strukturiertes Energiekonzept mit Spannungsebenen und Verbrauchergruppen. Noch offene Fragen werden direkt im Entwurf gekennzeichnet.
(Bild: WSCAD)
Die WSCAD GmbH stellt mit Electrix OS eine neue Generation von Engineering-Software vor, die die Arbeitsteilung zwischen Ingenieur und Software grundlegend verändert. In der von WSCAD als „Engineering Intelligence“ bezeichneten Softwarekategorie übernimmt die KI Teile der eigentlichen Engineering-Arbeit. Ingenieure definieren die Ziele, bewerten technische Lösungen und geben sie frei.
Während klassische CAD-Systeme vor allem der Konstruktion und Dokumentation dienen und KI-Copiloten einzelne Arbeitsschritte unterstützen, setzt Electrix OS bereits bei der Entwicklung der technischen Lösung an. Die Plattform interpretiert Anforderungen, berücksichtigt technische Randbedingungen und nutzt vorhandenes Engineering-Wissen. Der Konstrukteur steuert den Planungsprozess; das E-CAD-System übernimmt anschließend die konstruktive Umsetzung und Dokumentation.
"Der Ingenieur wird vom Ausführenden zunehmend zum Entscheider und Orchestrator“
„CAD hat das Zeichnen digitalisiert. Engineering Intelligence beginnt, das Engineering selbst zu digitalisieren. Wir haben jahrzehntelang Software gebaut, mit der Ingenieure ihre technischen Entscheidungen dokumentieren. Mit Electrix OS verändert sich dieses Verhältnis grundlegend: Der Mensch definiert das Ziel, die KI entwickelt technische Lösungen, und das CAD-System übernimmt die Umsetzung und Dokumentation. Der Ingenieur wird vom Ausführenden zunehmend zum Entscheider und Orchestrator“, sagt Dr. Axel Zein, CEO der WSCAD GmbH. Wie groß der Entlastungsbedarf ist, zeigt die 2026 veröffentlichte WSCAD-Studie „Die Zukunft der Elektrokonstruktion“ unter 1.267 E-CAD-Anwendern aus 40 Ländern: Rund 54 Prozent der Befragten geben an, keine Zeit für Innovationen oder die Verbesserung ihrer Arbeitsabläufe zu haben.
Electrix OS in Kürze
Vom Zeichnen zum Entscheiden: Electrix OS übernimmt Teile der technischen Planung, bevor die Umsetzung im CAD-System beginnt.
Zusätzliche Engineering-Kapazität: Die Plattform entwickelt aus Anforderungen, Normen und Unternehmensstandards elektrotechnische Entwürfe. Der Konstrukteur bewertet, verändert und gibt sie frei.
Engineering-Wissen skalierbar machen: Bewährte Lösungen und Unternehmensstandards stehen auch für neue Projekte zur Verfügung. Technische Entscheidungen bleiben nachvollziehbar.
Von technischen Anforderungen zum fertigen Entwurf
Electrix OS basiert auf einer KI-nativen Architektur, bei der eine intelligente Engineering-Ebene die technischen Anforderungen interpretiert, Lösungen entwickelt und die Ausführung durch nachgelagerte CAD-Systeme steuert. Der Konstrukteur erteilt Electrix OS den Planungsauftrag und legt Ziele und technische Vorgaben fest. Als Grundlage dienen Lastenhefte, Kundenvorgaben, Unternehmensstandards oder Aufgabenbeschreibungen. Das System zerlegt sie in prüfbare Anforderungen und dokumentiert deren Herkunft. Fehlen Angaben oder widersprechen sich Vorgaben, stellt es Rückfragen und kann Antworten aus Unternehmensstandards oder früheren Projekten vorschlagen. Betroffene Planungsschritte bleiben offen, bis diese Punkte geklärt sind.
Ein möglicher Anwendungsfall ist die Elektrokonstruktion einer Verpackungsmaschine. Der Konstrukteur definiert eine Produktionsleistung von 250 Flaschen pro Minute, den Einsatz von Allen-Bradley-Komponenten, relevante UL-Anforderungen, redundante Sicherheitskreise und eine maximale Schaltschrankbreite von 50 Zoll. Electrix OS entwickelt daraus einen Entwurf – von der Funktionsstruktur über Energie-, Steuerungs- und Sicherheitskonzepte bis zur Geräteauswahl. Der Konstrukteur bewertet Alternativen, verlangt Änderungen und gibt die Lösung frei.
Anschließend nutzt die Plattform das E-CAD-System zur Erstellung der erforderlichen Stromlaufpläne, Stücklisten und Fertigungsdokumentation. Die Anbindung erfolgt zunächst über die unternehmenseigene ECAD-Software Electrix AI.
Vertrauenswürdige KI statt maximaler Autonomie
Technische Entscheidungen im Engineering müssen nachvollziehbar sein und sich anhand definierter Anforderungen, Normen und Konstruktionsregeln überprüfen lassen. Electrix OS verbindet deshalb spezialisierte KI-Agenten mit einem strukturierten Engineering-Modell und festen Prüfregeln. Die Agenten übernehmen unterschiedliche Aufgaben, beispielsweise bei der Analyse von Anforderungen oder der Entwicklung von Energie-, Steuerungs- und Sicherheitskonzepten. Bevor ihre Vorschläge in das Projektmodell übernommen werden, kontrolliert das System sie auf Struktur, Vollständigkeit und Widersprüche. Jeder KI-Arbeitsschritt wird mit Eingaben und Ergebnissen protokolliert. Bei Änderungen kann der Konstrukteur gezielt die davon abhängigen Teile der Planung überarbeiten lassen. Das begrenzt den Aufwand für Anpassungen. „Wir haben nicht ein Sprachmodell vor ein CAD-System gesetzt. Wir haben ein Modell der Elektrokonstruktion gebaut, in dem die KI arbeiten darf, aber nicht die Wahrheit besitzt. Jeder Vorschlag muss durch dieselben Prüfregeln, die auch für einen menschlichen Eintrag gelten. Und wo die KI unsicher ist, fragt sie, statt zu entscheiden. Das ist der Unterschied zwischen einem Assistenten und einem Fundament“, erklärt Daniel Papp, Product Owner Electrix OS bei WSCAD.
Stand: 16.12.2025
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Ein wesentliches Element von Electrix OS ist die Verbindung technischer Anforderungen mit dem vorhandenen Engineering-Wissen eines Unternehmens. Die Plattform verknüpft Anforderungen, Annahmen, Funktionen und technische Objekte in einem gemeinsamen Projektmodell. Dadurch bleibt nachvollziehbar, warum eine bestimmte technische Lösung gewählt wurde und welche Auswirkungen spätere Änderungen haben. Getrennt vom Projektmodell liegt eine Wissensbasis mit Normen, Unternehmensrichtlinien und bewährten Lösungsmustern. Die KI kann dieses Wissen anwenden, aber nicht eigenständig verändern. Einmal erarbeitete Lösungen stehen auch für weitere Projekte zur Verfügung. So bleibt Erfahrungswissen über einzelne Projekte hinaus und bei Personalwechseln nutzbar. Weniger erfahrene Konstrukteure können auf das dokumentierte Wissen und die bewährten Lösungen ihrer Organisation zurückgreifen. Das zugrunde liegende Engineering-Wissen kann auf unternehmenseigenen Rechnern oder Servern gespeichert werden; eine Verarbeitung der Daten in einer öffentlichen oder externen Cloud ist nicht erforderlich.
Entwicklungspartner für den Marktstart 2027 gesucht
Bis zum geplanten Marktstart 2027 können Unternehmen ELECTRIX OS als Entwicklungspartnermitgestalten. Sie arbeiten dafür gemeinsam mit dem WSCAD-Entwicklungsteam an eigenen Projekten und bringen ihre Anforderungen in die weitere Entwicklung ein. Weitere Informationen hier.