In den vorangegangen drei Jahren waren der aktuellen Studie „How greater intelligence could supercharge supply chains“ des Capgemini Research Institute zufolge drei Viertel der Unternehmen von Unterbrechungen ihrer Lieferketten, Standortschließungen sowie Personalausfällen betroffen. Doch weniger als 20 Prozent sehen sich auf die Auswirkungen solcher Störungen des Betriebs gut vorbereitet.
(Quelle: onty Rakusen/Getty Images und Fabasoft)
Der Capgemini-Report beschreibt, wie Unternehmen mithilfe von Technologie resiliente, nachhaltige und intelligente Lieferketten schaffen können, um Probleme in der Supply Chain besser zu bewältigen. Folgende Aspekte zeichnen eine intelligente Lieferkette aus: Innovative Unternehmen sind laut Reinhard Geissbauer von PwC Deutschland mittels moderner Software mit ihren Partnern wie Lieferanten oder Kunden direkt verbunden, beziehungsweise haben ein gemeinsames Ökosystem etabliert. Basis dieses Ökosystems ist ein eng geknüpftes Datennetzwerk – meist mithilfe einer Cloud. Abteilungs- und unternehmensübergreifende Prozesse sorgen dafür, dass die Partner entlang der Wertschöpfungskette simultanen Zugriff auf relevante Supply Chain-Informationen erhalten und ermöglichen somit eine gezielte Kollaboration, so PwC.
Intelligente Lieferkette: Low-Code im Einsatz
Ein weiteres Merkmal einer smarten Supply Chain, das schnell an Bedeutung gewinnt, ist der Einsatz von Low-Code. Und das hat mehrere Gründe: Zum einen wirkt die Technologie dem Fachkräftemangel entgegen. Derzeit fehlen in Deutschlands Unternehmen nicht weniger als 137.000 IT-Experteninnen und Experten quer durch alle Branchen. Ein Vorteil von Low-Code ist, dass auch technikaffine Mitarbeitende in den Fachabteilungen beispielsweise bei der Erstellung oder Optimierung von Workflows aktiv werden können, was die IT-Abteilungen entlastet.
Geringere Kosten und verbesserte Produktivität
Eine weitere Stärke ist die erhöhte Agilität. Moderne Lieferketten punkten damit, dass sie sich rasch an veränderte Rahmenbedingungen oder Markterfordernisse anpassen lassen. Mit Low-Code ist dies viel leichter möglich als mit traditionellem Coding. Dazu kommen Vorteile wie optimierte User-Erfahrung, geringere Kosten und verbesserte Produktivität. Auf den Punkt gebracht: Intelligente Lieferketten leben von einer hohen Informationstransparenz entlang der gesamten Supply Chain – bei entsprechender Datensicherheit –, einer starken Prozessorientierung und einer nachhaltigen Flexibilität, die Unternehmen im Idealfall durch den Einsatz von Low-Code realisieren. Wie würde ein derartiges technisches System, das all die genannten Aspekte unter einem Dach vereint, in der Praxis aussehen? Dies lässt sich am besten anhand einer digitalen Lieferantendokumentation beschreiben.
Rasche und unkomplizierte Integration neuer Lieferanten
In einer Supply Chain sind oft eine Vielzahl von technischen Dokumenten im Umlauf, etwa Zeichnungen, Betriebs- und Wartungshandbücher, Verträge und Zertifikate sowie Zulassungs- und Genehmigungsdokumente. In der Vergangenheit schickten Unternehmen diese Unterlagen oft in Papierform per Post. Fortschrittlichere Betriebe agieren ausschließlich mit digitalen Dokumenten, die in der Regel als E-Mail-Attachments die Runde machen – mit all den bekannten Nachteilen: Es sind etwa mehrere Versionen eines Dokuments gleichzeitig im Umlauf. Dazu kommt, dass wichtige Unterlagen oft nur schwer auffindbar sind.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer intelligenten Lieferkette hingegen setzen auf eine Cloud, in der die benötigten Unterlagen in einer gemeinsamen Datenumgebung gespeichert sind. Die Vorteile: Die Lieferanten, Kunden, aber auch, wenn notwendig, Behörden greifen auf die jeweils aktuelle Version zu – gemäß dem Single Point of Truth-Konzept. Der Zugriff erfolgt über diverse Endgeräte, vom Stand-PC bis zum Smartphone oder Tablet. Die Cloud ermöglicht auch eine sehr rasche und unkomplizierte Integration von neuen Lieferanten in das Ökosystem, falls es die Marktbedingungen verlangen. Alle Funktionen einer modernen Lieferantendokumentation stehen als Web-Services zur Verfügung, was der User Experience entgegenkommt und auch den weltweiten Zugriff erleichtert.
Intelligente Lieferkette: Cloud-Provider sorgt für starken Schutz
Angesichts dieser Vorteile wundert es nicht, dass Cloud-Computing auf der digitalen Agenda der Lieferketten-Verantwortlichen ganz oben steht, so der Report „Evolution to Revolution: Building the Supply Chains of Tomorrow“ des Material Handling Institute. Um Datenschutz auf höchstem Niveau sicherzustellen, nutzen cloudbasierte Lieferantensysteme eine mehrdimensionale Strategie. Dazu gehören eine Zwei-Faktor-Authentifizierung beim Login sowie ein ausgeklügeltes Berechtigungssystem, damit die oftmals sensiblen Daten nicht in falsche Hände geraten. Auch der Cloud-Provider selbst sorgt für einen starken Schutz – vorausgesetzt, er ist ein europäischer Anbieter mit entsprechenden Zertifizierungen.
(Falls die mitgelieferten Workflows nicht reichen oder nicht dem Arbeitsalltag entsprechen, steht ein sogenannter grafischer Prozesseditor zur Verfügung. Bild: Fabasoft)
Dank Low-Code kurzfristig auf Ausnahmesituationen reagieren
Neben der Datentransparenz ist eine intelligente Supply Chain durch abteilungs- und unternehmensübergreifende Prozesse als Basis der Zusammenarbeit aller Teilnehmer definiert. Die auf diese Weise geschaffene Prozessorientierung besteht in der Praxis darin, dass Standard-Workflows wie Prüfungs- und Freigabeprozesse mit an Bord des digitalen Lieferantendokumentationssystems sind. Die Integration der fortgeschrittenen elektronischen Signatur gemäß der eIDAS-Verordnung (electronic Identification, Authentication and trust Services) für rechtsverbindliche digitale Unterschriften unterstützt die Zusammenarbeit zusätzlich.
Stand: 16.12.2025
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Falls die mitgelieferten Workflows nicht reichen oder nicht dem Arbeitsalltag entsprechen, steht ein sogenannter grafischer Prozesseditor zur Verfügung. Genau hier kommt Low-Code ins Spiel, denn auch die Mitarbeitenden in den Fachabteilungen sind in der Lage, diesen zu nutzen, um neue Abläufe zu erstellen oder existierende zu modifizieren. Ad-hoc-Prozesse, die jeder Benutzende aus vorbereiteten Prozessbausteinen zusammenstellen kann, helfen dabei, kurzfristig auf Ausnahmesituationen zu reagieren.
Die drei Säulen einer intelligenten Lieferkette
Betriebe können dank der unterschiedlichen Funktionen des Lieferanten-Dokumentationssystems die Dokumentationen ihrer Partnerunternehmen effizient überprüfen und diese zu einer normen- und richtlinienkonformen Gesamtdokumentation zusammenfügen. Eine regelbasierte Vollständigkeitskontrolle und eine automatisierte Fristenverwaltung sorgen dafür, dass alle an der Supply Chain Beteiligten ihre Aufgaben rechtzeitig erledigen.
Eine intelligente Lieferkette zu schaffen, ist keine Zukunftsmusik mehr. Mit modernen digitalen Werkzeugen wie einem cloudbasierten Lieferanten-Dokumentationssystem treten Unternehmen den Herausforderungen, die aktuell auf Lieferketten zukommen, erfolgreich entgegen. Die zentralen Säulen sind dabei Cloud, Prozessorientierung und – mit rasch steigender Bedeutung – Low-Code.
Der Autor Andreas Dangl ist Entrepreneur und Geschäftsführer der Fabasoft Approve GmbH.