Peter Schneck ist seit Januar 2022 CEO der Cenit AG und will die Unternehmensstrategie des internationalen IT- und Software-Hauses hin zu mehr Nachhaltigkeit ausrichten. Was das für die Fertigungsindustrie bedeutet, wo die größten Herausforderungen liegen und welche Rolle dabei die Digitalisierung spielt, erfahren Sie in diesem Interview.
(Quelle: Peter Schneck ist CEO der Cenit AG. (Bild: Cenit))
Herr Schneck, das Thema Nachhaltigkeit wird auch in der Fertigungsindustrie immer wichtiger. Wie weit sind hier die mittelständischen Unternehmen bereits?
Peter Schneck: Nachhaltigkeit nach unserem Verständnis beschreibt die Zielsetzung, Verantwortung gegenüber Kunden, Mitarbeitern, dem sozialen und ökomischen Umfeld und auch – aber eben nicht nur – Verantwortung für die Umwelt zu übernehmen und dadurch bestmögliche Profitabilität für ein Unternehmen zu erreichen. Dies setzen die meisten mittelständischen Unternehmen bereits seit vielen Generationen gerade in Deutschland vorbildlich um. In der Fertigung besteht nun die Möglichkeit, durch die Digitalisierung von Prozessen, die Effizienz der Produktionsleistung, Qualität der Produkte und die Attraktivität für die Arbeitnehmer und somit die Profitabilität erheblich zu steigern. Zusätzlich ermöglicht die Digitalisierung der Prozesse die Rückführung der Materialien in den Wertschöpfungskreislauf – und des Weiteren bereits bei der Produktentstehung die Schaffung neuer werthaltiger Produkte.
Und wo liegen für mittelständische Unternehmendie größten Herausforderungen im Bereich Nachhaltigkeit?
Peter Schneck: Leider hat die Fertigungsindustrie gerade bei mittelständischen Unternehmen einen enormen Aufholbedarf. Dies ist als eine riesige Chance zu werten. Die größte Herausforderung im Bereich Nachhaltigkeit besteht für mittelständischen Unternehmen darin, in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld nunmehr Investitionen in die Digitalisierung vorzunehmen. Zudem gilt es, die Einstellung der Mitarbeiter gegenüber Digitalisierung und Automatisierung positiv zu verändern und dies als eine Investition in die Zukunft aller Beteiligten darzustellen.
Welche Rolle spielt die Digitalisierung für eine nachhaltige Produktion?
Peter Schneck: Die Digitalisierung ist das Herzstück einer nachhaltigen Produktion. Durch die Digitalisierung seiner Produktion ist dem Hersteller zu jedem Zeitpunkt bekannt, welche Materialien er in welchen Mengen verwendet und ob Prozesse bei der Verarbeitung eingehalten oder sogar optimiert werden können. Zudem kann er Simulationen für neue Produktideen, Prozessabläufe und Produktionsverfahren digital durchführen, und so die Wertschöpfung eines Unternehmens erheblich steigern. Schließlich kann der Hersteller auf die Daten auch im Nachhinein zurückgreifen und Recyling so durchplanen, dass sich die Materialien dem Produktionskreislauf wieder zuführen lassen. Angesichts steigender Materialkosten wird dies zum Wettbewerbsvorteil.
Wie kann Cenit seine Kunden bei der Entwicklung nachhaltiger, energieeffizienter Produktionsprozesse unterstützen?
Peter Schneck:Cenit hat zum heutigen Zeitpunkt etwa 6.000 aktive Kunden, mit denen wir in verschieden Industriesegmenten über mehr als 30 Jahre in der Fertigungsindustrie Expertise erworben haben. Diese Expertise teilen wir mit unseren Kunden, um den für das jeweilige Unternehmen bestmöglichen Weg in die Digitalisierung zu gehen. Es gibt keine Blaupause für die Digitalisierung der Fertigungsprozesse, sondern nur Best Practices auf Basis unserer Softwarelösungen, die wir gemeinsam mit den Kunden auf die jeweiligen Unternehmensanforderungen anpassen und die Prozesse abbilden. Mit unserer Erfahrung gehen wir somit mit dem Kunden gemeinsam alle seine Prozesse durch und optimieren diese, simulieren Alternativen und suchen gemeinsam Ersatzstoffe oder andere Verfahren. So entstehen neue Produktionsabläufe, neue Produktideen oder bestehende Produkte aus neuen Materialien oder recycelten Materialien. Im Kern besteht unser Anliegen darin, für unsere Kunden durch nachhaltige Prozesse die Profitabilität zu steigern.
„Es gilt, die Einstellung der Mitarbeiter gegenüber Digitalisierung und Automatisierung positiv zu verändern und dies als eine Investition in die Zukunft aller Beteiligten darzustellen.“
Peter Schneck, CEO Cenit AG
Welche Mehrwerte bietet eine „nachhaltige Digitalisierung“ Unternehmen in der Fertigungsindustrie?
Peter Schneck: Steigerung der Effizienz von Produktionsabläufen, Optimierung der Materialverwendung, vereinfachte Neuschaffung von Produkten, Verkürzung der Produktionszyklen, Simulation von Flächenbedarf für Produktion, Simulation und vereinfachte Herstellung von Prototypen, Rückführung von Altmaterialien in den Kreislauf. Kurzum: gesteigerte Profitabilität für jedes Unternehmen.
Stand: 16.12.2025
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Das neue Jahr ist noch jung. Wie sehen Ihre Erwartungen für 2023 aus?
Peter Schneck: Trotz der geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen sehe ich für das Jahr 2023 im Bereich der Digitalisierung ein weiteres Wachstum und eine Aufholphase der deutschen mittelständischen Unternehmen in diesem Bereich. Denn es gibt keine Alternative für eine nachhaltige Unternehmensführung. Um im internationalen Wettbewerb zu bestehen, muss sich jedes Unternehmen stets optimieren und die Mitarbeiter bestmöglich einsetzen. Genau dies ermöglicht die Digitalisierung der Fertigungsprozesse. Das bedeutet für Cenit ebenfalls Wachstum und viele Chancen.
Herr Schneck, vielen Dank für das Gespräch!
Die Fragen stellte Rainer Trummer, Chefredakteur Digital Engineering Magazin.