Für Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau gehört es zum Selbstverständnis, passende Lösungen für individuelle Kundenanforderungen zu finden. Kundenindividuelle Lösungen führen jedoch zu hohen Kosten im Angebots- und Auftragsabwicklungsprozess. Die Kombination aus CPQ und PLM bietet hier eine adäquate Lösung zur Verschlankung interner Prozesse.
(Quelle: Smartech & Smartpress)
Engineering-to-Order in der Praxis: Um das passende Angebot zu erstellen, muss der Vertrieb zunächst die Kundenanforderungen mit dem Standard-Portfolio abgleichen. Das erfordert bereits viel Wissen und technisches Verständnis. Spätestens bei Sonderwünschen beginnt dann ein Marathon durch das Unternehmen mit vielen Hürden und Umwegen. Haben wir schon Ähnliches gemacht? Wer im Unternehmen liefert welche Informationen? Ist die Lösung technisch möglich? Wie hoch sind die Kosten?
Hohe Kosten und unkalkulierbare Risiken gefährden Wirtschaftlichkeit
All diese Fragen binden nicht nur die ohnehin knappen Vertriebsressourcen, sondern belasten zusätzlich Konstruktion und Entwicklung. Eine unkoordinierte Kommunikation in verteilten Teams über mehrere Standorte führt schließlich zur Kostenexplosion. Zusätzlich erschwert eine inkonsistente Datenbasis das Anbieten der richtigen Lösung. Erfahrungsgemäß verringern lange Reaktionszeiten zudem die Wandlungsrate vom Angebot zum Auftrag.
Auch besteht das Risiko fehlerhafte, veraltete oder nicht herzustellende Produkte zu wenig profitablen Preisen anzubieten. Neben teuren Nachbesserungen oder gar Vertragsstrafen steht so auch schnell der gute Ruf des Unternehmens auf dem Spiel. Hinzu kommt, dass fehlende Margen und ein ausufernder Produktbaukasten besonders in Zeiten globaler Krisen und steigender Energiekosten die Wirtschaftlichkeit von Herstellern enorm gefährden.
Engineering-to-Order: Produkte aus dem Baukasten sind mehr als ein Trend
Speziell Maschinenbauer haben aktuell einen hohen Handlungsdruck. Nach dem Motto „Standard wo möglich, Sonder wo nötig“ beschäftigen sich derzeit viele Unternehmen damit, den ETO-Anteil (Engineering-to-Order) in ihren Aufträgen zu reduzieren und ihre Produktbaukästen stärker auszuprägen. Erfolgsversprechend ist das allerdings nur, wenn standardisierte Angebots- und Auftragsabwicklungsprozesse und eine passende Datenbasis kombiniert werden. Hierbei kann eine ausgereifte Softwarelösung unterstützen.
CPQ: Individuelle Produkte und Lösungen kosteneffizient anbieten
Mit einer CPQ-Lösung (Configure Price Quote) können Unternehmen komplexe und variantenreiche Lösungen schnell und sicher anbieten. Durch das Geführte Verkaufen, das sogenannte Guided Selling, gelingt es auch unerfahrenen Vertriebsmitarbeitern innerhalb kürzester Zeit, Kundenanforderungen in die passende Lösung zu übersetzen und anzubieten. Dabei wird sichergestellt, dass nur geprüfte Produkte angeboten werden. 3D-Visualisierung fördert zudem das Produktverständnis und macht abstrakte technische Zusammenhänge greifbar.
Da ein CPQ-System auf aktuelle und korrekte Produktdaten angewiesen ist, nutzen es bisher vor allem Variantenfertiger mit einem niedrigen Engineering-to-Order-Anteil. Wie also kann CPQ bei Angeboten eingesetzt werden, bei denen wichtige Produktdaten erst auftragsspezifisch entwickelt und bereitgestellt werden?
Prozesse und viele weitere Vorteile.
(Grafik: Encoway)
PLM: “Single Source of Truth” für Produktdaten
Hier hilft PLM, eine Software für das Produktlebenszyklusmanagement, die der zentrale Dreh- und Angelpunkt bei der Verwaltung von Informationen und Prozessen ist. Dabei umfasst es sowohl Daten von Produkten, Teilen und Artikeln als auch Dokumente, Anforderungen, technische Änderungsaufträge und Workflows zur Qualitätssicherung.
Durch das „Prinzip der Single Source of Truth“ stellt ein PLM allen Mitarbeitern konsistente Informationen bereit und teilt so das Wissen im Unternehmen. Diese einheitliche Informationsverteilung reduziert den Suchaufwand und stellt die Aktualität der Daten sicher. Hinterlegte Workflows erleichtern die internen Prüf- und Freigabeprozesse. So werden mögliche Fehlerquellen reduziert, die Abwicklung beschleunigt und die damit verbundenen Kosten deutlich reduziert. PLM-Software allein führt aber noch nicht dazu, dass der Vertrieb schnelle und fehlerfreie Angebote erstellt, die die Kunden überzeugen.
Engineering-to-Order: Standardisierte Angebote auf einheitlicher, geprüfter Datenbasis
Die Verknüpfung mit einem PLM-System macht CPQ besonders für Unternehmen attraktiv, die auf dem Weg vom Sonder- zum Variantenfertiger sind. Das PLM versorgt das CPQ-System mit den relevanten Produktdaten und stellt sicher, dass alle Bereiche – vom Vertrieb über die Fertigung bis hin zur Supply Chain – auf dieselbe Datenbasis zugreifen.
Genügt das Standardportfolio nicht, um die Kundenanforderungen abzudecken, nimmt der Vertrieb im CPQ eine Sonderposition in das Angebot auf. Per Workflow gelangt diese dann aus dem CPQ in das PLM und wird dort nach den definierten Vorgaben von der Konstruktion bewertet. Wurde bereits etwas Ähnliches entwickelt, kann der Konstrukteur dies schnell finden. So spart er Zeit, vermeidet Dubletten und ein unnötiges Aufblähen des Produktbaukastens. Nach der Bearbeitung erhält der Vertrieb im CPQ die benötigten Informationen inklusive der geschätzten Kosten und kann sein Angebot fertigstellen. Im Auftragsfall wird die Stückliste aus dem CPQ ganz einfach an das PLM übergeben, wo dann alle nötigten Informationen zur Auftragsabwicklung vorliegen.
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
Dieses Zusammenspiel hilft, die Kosten der Angebotserstellung und Auftragsabwicklung erheblich zu senken. Es entlastet sowohl den Vertrieb als auch die Konstruktion. Klar definierte Prozesse regeln, wer wann welche Informationen bereitstellt und wie Prüfungen und Freigaben ablaufen. So kann der Vertrieb dem Kunden das Angebot schneller vorlegen und damit die Auftragswahrscheinlichkeit erhöhen. Gleichzeitig ist sichergestellt, dass die Lösung technisch realisierbar ist – sowohl für die Standardkomponenten als auch für die Engineering-to-Order-Anteile.
Siempelkamp: Mit PLM und CPQ zur effizienteren Angebotserstellung
Bei Siempelkamp, einem internationalen Technologieausrüster für den Maschinen- und Anlagenbau sowie die Guss- und Nukleartechnik, ist CIM Database PLM von Contact Software bereits als Single Source of Truth für Produktdaten erfolgreich etabliert. Mit der Einführung von Encoway CPQ möchte der Konzern nun seine Effizienz weiter verbessern.
„Durch die Kombination des Angebotskonfigurators von Encoway mit der bestehenden PLM-Lösung von Contact möchten wir unsere analogen Prozesse bei der Angebotserstellung und Auftragsabwicklung digitalisieren und beschleunigen“, beschreibt Tobias Marx, Konstruktionsingenieur bei Siempelkamp, die Ziele des Unternehmens. „Der Aufwand für die Kalkulation und Erstellung von Angeboten ist aktuell sehr hoch. Eine Verschlankung unserer internen Prozesse soll hier Abhilfe schaffen.“
Die Autorin Nina Malaka ist Portfolio Owner bei der Encoway GmbH.