Große Expertenumfrage

Produktentwicklung: Das sind die aktuellen Trends in der Simulation

< zurück

Seite: 3/4

Anbieter zum Thema

Statements von Inneo Solutions und Synopsys

Fragen an die Experten

1. Welche Trends prägen aktuell die Simulation in der Produktentwicklung?

2. Wo liegen derzeit die größten Hürden beim Einsatz von Simulationssoftware in der Produktentwicklung und wie lassen sich diese überwinden?


3. Welche Rolle spielen künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning bereits heute in CAE-Anwendungen und wo liegt der größte praktische Nutzen für Anwender?
 

Gerhard Rieger, Inneo Solutions

Gerhard Rieger ist Vice President Simulation bei Inneo Solutions.(Bild:  Inneo Solutions)
Gerhard Rieger ist Vice President Simulation bei Inneo Solutions.
(Bild: Inneo Solutions)

1. Generell verstärkt sich der Trend, Simulation sehr früh und kontinuierlich in der Produktentwicklung einzusetzen. Nachhaltigkeit durch Reduzierung von Prototypen oder Materialeinsatz sowie Steigerung der Effizienz sind dabei wesentliche Merkmale. Darüber hinaus gewinnen die Bereiche Optik sowie Elektromagnetik stark an Bedeutung. Durch den Einsatz von digitalen Zwillingen lassen sich Sensordaten in Echtzeitsimulation analysieren und beispielsweise für Wartungsthemen nutzen.

2. Der hohe Nutzen, welcher sich durch den Einsatz modernster Simulationstools erzielen lässt, wird leider oftmals nicht erkannt. Argumente wie lange Einarbeitungsprozesse oder Komplexität der Software, um nur zwei herauszugreifen, gehören der Vergangenheit an. Durch konstruktionsbegleitende CAE-Tools, die häufig schon in CAD-Werkzeugen eingebunden sind, können die Anwender schnell und effizient in die Welt der Simulation eintauchen und erste wertvolle Ergebnisse erzielen. Dann ist auch der Schritt zum Einsatz weiterer Tools nicht mehr weit. Mit gezielten Trainings und Consulting lassen sich schon in kurzer Zeit wertvolle Ergebnisse erreichen. Um diese zu erzielen, muss auch im Bereich Simulation investiert werden.

3. Die ersten KI/ML-Lösungen für CAE sind schon am Markt und werden von sehr großen Unternehmen bereits erfolgreich eingesetzt. Dies liegt meiner Einschätzung nach noch an der Preisstruktur sowie dem Aufwand, welche für das Trainieren der KI benötigt wird. Ich bin mir sehr sicher, wir werden hier in kürzester Zeit KMU-gerechte Lösungen zur Verfügung haben. Der Nutzen wird erheblich sein, denn es ist möglich, innerhalb von Sekunden Vorhersagemodelle zu generieren. Ein großer Vorteil ist auch die Unterstützung bei der Geometrieerkennung und Netzgenerierung. KI/ML wird ein großer Schritt für den Einsatz von CAE-Tools in nahezu jedem Produktentwicklungsprozess sein.

Durch konstruktionsbegleitende CAE-Tools können Anwender schnell und effizient in die Welt der Simulation eintauchen.

Gerhard Rieger

Frank Kaufmann, Synopsys

Frank Kaufmann ist Director Applications Engineering bei Synopsys. (Bild:  Synopsys)
Frank Kaufmann ist Director Applications Engineering bei Synopsys.
(Bild: Synopsys)

1. Aus meiner Sicht ist die Simulation heute ein zentraler Bestandteil eines durchgängigen ‚Silicon-to-Systems‘-Ansatzes. Da moderne Produkte stark mechatronisch und softwaregetrieben sind, wachsen Elektronik-Design, Software und physikbasierte Simulation zusammen. Gleichzeitig verlagert sich die Simulation durch ‚Shift-left‘-Strategien weiter nach vorne in den Entwicklungsprozess, um Entscheidungen früher abzusichern. Auch digitale Zwillinge werden zunehmend praxisrelevant, da sie Design, Verifikation und Betrieb verbinden. Zudem ermöglichen Cloud-, HPC- und GPU-basierte Rechenmodelle eine schnellere Variantenexploration.

2. Zu den zentralen Herausforderungen zählen der Zielkonflikt zwischen Modellgenauigkeit und Rechenzeit, fragmentierte Tool-Landschaften und der hohe manuelle Aufwand bei Setup und Analyse. Hinzu kommen Fragen von Vertrauen, Nachvollziehbarkeit und Organisation. Diese Hürden lassen sich durch integrierte Workflows über Disziplinen hinweg, mehr Automatisierung, eine skalierbare Recheninfrastruktur und klar definierte Simulationsprozesse überwinden. Entscheidend ist, Simulation als strategischen Entscheidungsprozess und nicht nur als einzelnes Werkzeug zu verstehen.

3. KI wird bereits produktiv eingesetzt, um große Designräume autonom zu erforschen, Simulationen zu beschleunigen und Verifikationsprozesse effizienter zu steuern. Der größte praktische Nutzen liegt in weniger Iterationen, einer schnelleren Zielerreichung und der Entlastung von Routinearbeit. Dadurch können Anwender früher belastbare Entscheidungen treffen und Entwicklungszyklen deutlich verkürzen. Zudem können auch Nicht-Experten Simulationen schneller und sicherer nutzen, was den Zugang zu CAE deutlich demokratisiert.

Entscheidend ist, Simulation als strategischen Entscheidungsprozess zu verstehen und nicht nur als einzelnes Werkzeug.

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung