Produktkonfiguration CPQ-Lösung: Konstrukteure freuen sich über zentralen Datenspeicher

Ein Gastbeitrag von Falk von Rötel 4 min Lesedauer

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Von der ersten Idee bis zur Marktreife kommt es oft zu Verzögerungen. Das liegt vor allem an komplizierten Abläufen und Datensilos, die im Laufe der Zeit entstehen. Abhilfe schafft eine kombinierte Lösung mit automatisiertem Produktkonfigu­rator. Wie sich damit Prozesse optimieren lassen, zeigt der Einsatz einer CPQ-Lösung bei der Bleichert Automation.

Mit dedizierten CPQ- und PLM-Lösungen lassen sich auch Herausforderungen wie hohe Arbeitskosten und die Varianz bei der Produktion gut bewältigen.(Bild:  Revalize)
Mit dedizierten CPQ- und PLM-Lösungen lassen sich auch Herausforderungen wie hohe Arbeitskosten und die Varianz bei der Produktion gut bewältigen.
(Bild: Revalize)

In der Produktentwicklung wurden im Laufe der Jahre vielerorts aufwändige Prozesse etabliert, die die Entstehung von Datensilos begünstigen. Diese komplexen Strukturen können die Zeit von der Idee bis zum Produktlaunch erheblich verzögern. Denn wenn Informationen nur lokal in den Systemen einzelner Abteilungen gespeichert sind, ist das Teilen von Dokumenten aufwändig und erfordert eine intensive Kommunikation, die viel Zeit kostet. Vor allem Betriebe in der Fertigungsindustrie nutzen meist spezialisierte Einzellösungen für die Digitalisierung von Prozessen wie dem Angebotsmanagement.

Optimierte Prozesse durch zentrale Datenspeicherung

Damit verzichten die Unternehmen auf wesentliche Vorteile, die eine zentral gesteuerte Digitalisierung bietet. So lassen sich bei einer integrierten Kombinationslösung alle Produktdaten zentral in einem Data-Backbone speichern. Damit kann jede Abteilung schnell und einfach auf benötigte Informationen zugreifen. Durch das zentralisierte Produktdaten-Management lassen sich verschiedene Prozesse – von der Angebotserstellung bis zur Rechnungslegung – optimieren. Das spart Zeit und Kosten ein. Auch Ergänzungen oder Änderungen am Produkt sind schneller umsetzbar.

Ein besonders hohes Maß an Produktivität und Informationssicherheit bieten CPQ-Module (Configure Price Quote). Mit dedizierten CPQ- und PLM-Lösungen (Product Lifecycle Management) lassen sich auch Herausforderungen wie hohe Arbeitskosten und die Varianz bei der Produktion gut bewältigen. Durch die Verbindung des CAD-Systems mit dem Produktkonfigurator werden die Daten automatisiert an die Konstruktionsabteilung übertragen. Das beschleunigt die Angebotserstellung – vor allem, wenn es um spezifische Kundenanforderungen geht. Bereits während der Konfiguration lässt sich ein 3D-Modell des Endprodukts auf Basis der Daten aus dem CAD-System visualisieren.

CPQ-Systeme bieten zudem den Vorteil, dass die unterschiedlichen Konfigurationen unmittelbar nach Auftragseingang an das ERP-System übermittelt werden können. Dadurch haben die Mitarbeiter alle Informa­tionen an der Hand, die sie für die Bearbeitung der Kundenanfragen benötigen.

Optimierung von Fördertechnologien mit CPQ-Lösung

Auch die Bleichert Automation in Osterburken profitiert von den Vorteilen einer CPQ-Lösung. Das Unternehmen ist seit Jahrzehnten Vorreiter in der Konstruktion, Fertigung und Implementierung von Fördertechnologien. Als spezialisierter Anbieter von maßgeschneiderten Förderanlagen für verschiedene Branchen hilft das Unternehmen seinen Kunden, die Betriebseffizienz ihrer Arbeitsabläufe zu steigern.

Ein Beispiel ist die Erstellung von Fertigungsunterlagen für den Automobilsektor. Dieser Prozess ist zeitaufwändig und ressourcenintensiv –früher war fast ein Viertel der Belegschaft damit beschäftigt. Denn nicht nur die Produkte, auch die Dokumentationen mussten manuell an die Anforderungen einzelner Kunden angepasst werden.

Das gesamte Know-how im Unternehmen ist an einer Stelle zentral gebündelt und bei Bedarf leicht auffindbar. (Bild:  Revalize)
Das gesamte Know-how im Unternehmen ist an einer Stelle zentral gebündelt und bei Bedarf leicht auffindbar.
(Bild: Revalize)

Um die Konstruktionsprozesse zu optimieren, suchte das Unternehmen nach einer modernen und flexiblen Konfigurationslösung, die aber auch eine manuelle Bearbeitung erlaubt. Für Felix Sigwart, Teamleiter Digitalisierung, Prozesse und CAD bei Bleichert, war es zudem wichtig, dass die Lösung vollständig in einer Browseranwendung funktioniert. Außerdem sollte sie in der Lage sein, 3D-CAD-Vorschauen zu erstellen und Modelle über einen Batch-Service zu generieren – und zwar ganz ohne die Unterstützung eines Designers.

Automatisierung entlastet bei Auftragsspitzen

Die Wahl fiel auf die CPQE-Software Speedmaxx von Revalize, mit der sich Angebote erstellen und Aufträge für konfigurierbare Produkte bearbeiten lassen. Dabei erfolgen sich wiederholende Prozessschritte automatisiert. Zudem lassen sich interne Systeme an die Lösung anschließen. Das sorgt für deutliche Zeitersparnisse.

Auch in Osterburken wurden nach der Implementierung der Lösung viele Ressourcen frei. Das Unternehmen konnte ohne zusätzliches Personal den Auftragsumfang und den Umsatz steigern. Laut Teamleiter Sigwart ein absolutes Novum: „Früher mussten wir immer eine ganze Reihe von freiberuflichen Konstrukteuren anstellen, um die Auftragsspitzen zu bewältigen. Heute bringen uns digitale Tools durch die Peak-Phasen.“ Der Konfigurator soll demnächst auch in die Website integriert werden. Dann können die Kunden ihre Produkte selbst konfigurieren und noch mehr Zeit und Ressourcen einsparen.

Schneller Service durch CPQ-Lösung erhöht die Kundenzufriedenheit

Eine CPQ-Lösung liefert automatisierte Antworten auf Anfragen der Kunden – etwa zu Kosten oder Lieferzeiten. Das spart nicht nur Zeit, sondern fördert auch die Kunden­zufriedenheit und -bindung. Speziell jüngere Kaufinteressenten schätzen schnelle Antworten und greifen oft gleich beim ersten Angebot zu. Sie nehmen auch einen höheren Preis dafür in Kauf, dass der Auftrag schnell und nach ihren individuellen Vorgaben bearbeitet wird.

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Bei der Bedarfsermittlung und Portfolioentwicklung profitieren Unternehmen ebenfalls vom Einsatz eines Produktkonfigurators. Denn anhand der erfassten Daten können sie ohne zusätzlichen Aufwand ermitteln, welche Produktmerkmale die Kunden besonders stark nachfragen, und woran kein Interesse besteht. Auf Basis der Ergebnisse können die Verantwortlichen das bestehende Angebot entsprechend anpassen.

Wertvolles Wissen bleibt im Unternehmen

Ein weiterer Vorteil: Wenn das CPQ-System an das Produktdatenmanagement angebunden ist, fungiert der Produktkonfigurator als Single Source of Truth. Das heißt, das gesamte Know-how im Unternehmen ist an einer Stelle zentral gebündelt und bei Bedarf leicht auffindbar. Auch wenn Beschäftigte gehen, bleibt ihr Wissen zu bestimmten Produkten und ihren Varianten oder Eigenschaften erhalten.

Eine kombinierte CPQ-Lösung verschafft Fertigungsbetrieben damit nicht nur finan­zielle Vorteile. Sie beschleunigt und standardisiert auch die Produktionsprozesse und bietet so einen nicht zu unterschätzenden operativen und strategischen Mehrwert. Zum einen sinkt der Kostendruck, zum anderen können die verschiedenen Abteilungen flexibler zusammenarbeiten. Somit bieten CPQ-Systeme alles, was ein Unternehmen braucht, um den Return-on-Investment (ROI) zu erhöhen und sich auch in einem wettbewerbsintensiven Umfeld erfolgreich im Markt zu positionieren.

Der Autor Falk von Rötel ist Director Innovations Prototyping bei Revalize.