Die enge Certified-Excellence-Partnerschaft mit Bosch Rexroth steht im Mittelpunkt der Projektarbeit bei ANT-Antriebstechnik, einem Anbieter von Systemlösungen im Bereich Automatisierung. Im Interview skizziert der neue Vertriebsleiter Viktor Ortel, was das Partnerkonzept beinhaltet und wie die Kunden davon profitieren.
(Quelle: ANT GmbH)
(Victor Ortel. Bild: ANT GmbH)
Herr Ortel, als Vertriebsleiter gehört es zu Ihren primären Aufgaben, das Partnerkonzept von ANT im Markt zu kommunizieren. Wie gehen Sie dabei vor?
Viktor Ortel: ANT Antriebstechnik ist ja bereits seit 1991 aktiv und versorgt aktuell etwa 500 Kunden in zahlreichen Schlüsselbranchen mit einsatzfertigen Systemeinheiten und Prozesskomponenten für die Automatisierungstechnik. Unser Partnerkonzept verfügt daher bereits über einen gewissen Bekanntheitsgrad. Gerade für die Realisierung anspruchsvoller Montage-, Prüf- und Handhabungssysteme von höherer Komplexität erweist es sich immer wieder als ideale Form der Projektarbeit.
Welche Aspekte stellen Sie denn in den Mittelpunkt, wenn Sie den Kunden das Partnerkonzept Ihres Unternehmens vorstellen?
Ortel: Der Dreh- und Angelpunkt ist hierbei inzwischen die intensive strategische Zusammenarbeit mit Bosch Rexroth im Rahmen der Certified Excellence-Konzeption, kurz auch CE-Partnerkonzept genannt. Diese Partnerschaft qualifiziert uns als Experten für die ständige Verfügbarkeit der Lineartechnik-Komponenten von Bosch Rexroth und gewährleistet schnelle Umsetzungsprozesse – von der Lieferung bis hin zur Endmontage und dem Service. Dazu muss man wissen: Zum Kreis der Certified Excellence-Partner zählt in Deutschland nur eine kleine Gruppe mittelständischer Firmen.
Auf welche Weise profitieren Ihre Kunden von dieser exklusiven Positionierung Ihres Unternehmens?
Ortel: Der direkte Zugriff auf das komplette Bosch Rexroth-Sortiment an Linearführungen und Kugelgewindetrieben ist ein Garant für die hohe Produktqualität und funktionelle Effizienz unserer Lösungen. Der doppelte Mehrwert für unsere Kunden besteht insbesondere darin, dass sie einerseits Lineartechnik aus der weltweit bewährten Großserien-Produktion eines Global Players erhalten, andererseits aber von der Kundennähe und der hohen Flexibilität eines mittelständischen Unternehmens profitieren. Und zwar nicht nur wenn standardisierte Komponenten gefragt sind, sondern auch dann, wenn die Aufgabenstellung eine aufwändige Sonderbearbeitung erfordert!
(Bei ANT kundenspezifisch bearbeitet: Kugelgewindetriebe für hochdynamische Automationssysteme aus dem Sortiment von Bosch Rexroth. Bild: ANT GmbH)
Wie gelingt Ihnen denn dieser Spagat zwischen Standardisierung und Sonderlösung in der Praxis?
Ortel: Ursprünglich um die Liefertreue unserer eigenen Spindelhubgetriebe und Lineareinheiten zu verbessern, haben wir bei ANT bereits vor über 15 Jahren damit begonnen, eine eigene In-house-Fertigung aufzubauen, in der alles auf die konkreten Anforderungen der Kunden ausgerichtet ist. Heute verfügen wir hier über einen breit gefächerten, modernen CNC-Maschinenpark, der große Freiräume für die kunden- und anwendungsspezifische Komplettbearbeitung der Kugelgewindetriebe und Führungsschienen aus dem Portfolio von Bosch Rexroth bietet. In unserer Rolle als CE-Partner können wir auf diese Weise jederzeit flexibel auf Sonderwünsche oder ausgefallene Situationen reagieren. Dabei gehört es zu unseren großen Stärken, die Vorstellungen des Kunden rasch zu erfassen, innovativ weiterzuentwickeln – und schließlich gemeinsam mit unseren eingespielten Systempartnern wirtschaftlich umzusetzen.
Eingespielte Systempartner? Was meinen Sie damit konkret?
Ortel: Über die Certified Excellence-Partnerschaft mit Bosch Rexroth und unsere eigenen CNC-Fertigungskapazitäten hinaus ist die projektspezifische und flexible Einbindung verschiedener Spezialfirmen ein weiterer Aspekt unserer erfolgreichen Projekte in der Automatisierung. Hierbei handelt es sich ausnahmslos um Unternehmen, mit denen wir bereits seit vielen Jahren im engen Knowhow-Transfer stehen und deren Kompetenzen auf den Gebieten des Maschinen- und Anlagenbaus, der Steuerungs- und Programmiertechnik oder des Elektro-Engineerings und Schaltschrankbaus uns bestens vertraut sind.
(Führungsschienen von Bosch Rexroth: In der CNC-Fertigung von ANT anwendungs- und kundenspezifisch modifiziert und fertigbearbeitet. Bild: ANT GmbH)
Welche Vorteile ergeben sich durch diesen arbeitsteiligen Aspekt für die ANT-Kunden?
Ortel: Der entscheidende Vorteil unseres erweiterten Partnerkonzepts besteht in der Kostenoptimierung durch die Konzentration auf das Kerngeschäft. Als federführendes Unternehmen übernehmen wir stets die Gesamtverantwortung für die Projekte – wir decken also auch Entwicklung, Konstruktion, Montage und Inbetriebnahme ab – und steuern die mechanische Antriebstechnik und die komplette Lineartechnik bei. Von unseren Systempartnern kommen vorrangig die Steuerungstechnik, die elektrische Antriebstechnik und der Schaltschrankbau. Dank dieser Vorgehensweise müssen wir bei ANT für viele Leistungen keine eigenen Kapazitäten vorhalten. Infolgedessen schlagen für den Endabnehmer nur die anteiligen Kosten der Systempartner für das jeweilige Projekt zu Buche. So sind wir in der Lage, selbst komplexe Vorhaben schlank und wirtschaftlich zu realisieren. Alleiniger Vertrags- und Ansprechpartner für den Kunden bleibt dabei immer ANT.
Stand: 16.12.2025
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ANT übernimmt dabei auch die Verantwortung für die Leistungen der Partnerfirmen?
Ortel: Gegenüber den Kunden ja. Wissen Sie, alle beteiligten Unternehmen unseres Partnerkonzepts bewähren sich tagtäglich in der Zusammenarbeit mit der Schweinfurter Großindustrie. Ihre Hard- und Softwaresysteme müssen daher ebenso auf dem aktuellen Stand der Technik sein wie ihr Knowhow in den Bereichen Elektronik, Fertigungsautomation oder Anlageninbetriebnahme – um nur einige Punkte aufzuführen. Es sind erfahrene Schaltschrankbauer, E-Motorenbauer und Programmierer mit dieser Expertise, die wir im Rahmen unseres Partnerkonzepts einsetzen. Das ist ein wichtiger Aspekt unserer eignen Qualitätssicherung.
(Für eine Automotive-Montagelinie realisierte ANT leistungsstarke Drei-Achsen-Linearportale für neue Palettierer, die bis zu 35 kg schwere Trays mit sehr hoher Genauigkeit versetzen. Bild: ANT GmbH)
Mit welchen Erwartungen blickt man denn bei ANT in die Zukunft?
Ortel: Es liegen wachstumsstarke Jahre hinter uns und wir befinden uns aktuell auf einem stabilen Expansionskurs. Derzeit ziehen wir in eine neue Fertigungs- und Montagehalle, mit der wir uns weitere 560 Quadratmeter Nutzfläche schaffen. Im Verlauf seiner inzwischen 30ig-jährigen Firmengeschichte hat sich ANT einen breit gefächerten Fundus an Technologie- und Engineering-Knowhow aufgebaut – über alle Branchengrenzen hinweg. Parallel dazu ist es uns gelungen, unsere Wettbewerbsposition durch die Certified Excellence-Partnerschaft mit Bosch Rexroth erheblich zu stärken und ein überaus leistungsfähiges Kompetenz-Netzwerk aufzubauen. Und nicht zuletzt sind wir ja nach wie vor auch als klassischer Zulieferer hochwertiger Lineareinheiten und Spindelhubgetriebe aktiv. Gesamtheitlich betrachtet steht ANT also auf drei Säulen, die ein starkes Fundament für die weitere Entwicklung des Unternehmens bilden. Für zahlreiche Anlagenbauer und Fabrikplaner – nicht nur im süddeutschen Raum – werden wir auch in Zukunft eine wichtige Anlaufstelle in Sachen Automatisierung sein.