Wie der Schiffbau mit effizienten Technologien eine Spitzenposition halten kann, diskutierten Experten aus Verbänden und Unternehmen auf dem 15. Branchentag Schiff & See von Eplan und Rittal.
Wirtschaftlich geht es der Schiffbau-Branche in diesem Jahr gut. Der Auftragsbestand bewegt sich auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren.
Die Perspektiven für deutsche Schiffswerften und Zulieferer sind gut. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette steigt der weltweite Auftragsbestand – eine große Chance für den deutschen Schiffbau. Der 15. Branchentag Schiff & See, der am 6. November 2025 in der Hammerbrooklyn Factory in Hamburg stattfand, zeigte, welch großen Einfluss die geopolitische Lage aktuell auf das Marktgeschehen hat. Dazu präsentierten Vertreter der beiden Branchenverbände VDMA Marine Equipment & Systems und Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) aktuelle Zahlen. Wie sich die Player der Branche das Marktgeschehen optimal zunutze machen können, thematisierten die Hochschule Flensburg und Unternehmen wie Phoenix Testlab, Cimpa PLM, Rittal und Eplan. Anwesend waren rund 70 Vertreter von Planungsbüros, Komponentenherstellern, Systemanbietern und -integratoren sowie Werften.
Wirtschaftlich geht es der Branche in diesem Jahr gut. Hauke Schlegel, Geschäftsführer VDMA Marine Equipment & Systems und Jon Steinlein, VSM, berichteten den Teilnehmenden von einem fünfprozentigen Umsatzplus der maritimen Zulieferindustrie im Jahr 2024 und ähnlichen Aussichten für 2025. Der Auftragsbestand im Schiffbau bewegt sich auf dem höchsten Stand seit zehn Jahren. Steinlein und Schlegel gaben Einblicke in eine Branche, die im globalen Vergleich eine gute Ausgangsbasis hat, um an der weltweit stark steigenden Nachfrage nach Schiffen teilzuhaben. Beide erklärten: Die Chancen für deutsche Werften und Zulieferer, vom Wachstum zu profitieren, stehen gut.
Wer im Schiffbau das Risiko scheut, verpasst Chancen
Der 15. Branchentag Schiff & See zeigte, welch großen Einfluss die geopolitische Lage aktuell auf das Marktgeschehen hat.
(Bild: Rittal)
Laut den beiden Verbandsvertretern sind es vor allem drei Entwicklungen, die für hohe Dynamik sorgen: die Umstellung der globalen Schiffsindustrie auf alternative Antriebssysteme und Kraftstoffe, die Steigerung der Energieeffizienz zur Emissionsreduzierung – verbunden mit umfangreichen Flottenerneuerungen – sowie geopolitische Spannungen, die zu erheblichen Investitionen in Marine-Vorhaben rund um den Globus führen. Das bestätigte auch Andreas Kirchhofer, Cimpa PLM Services, in seinem Vortrag zum Einsatz von System Life Cycle Management. Doch auch die Risiken sind gestiegen: die Bedrohung auf den Meeren, Krise der WTO (World Trade Organization), Protektionismus und Regularien können schnell zu einer Kurswende führen. Umso wichtiger sei es, sich gut zu positionieren und strategisch zu vernetzen. Darin bestärkte Prof. Michael Thiemke von der Hochschule Flensburg die Teilnehmenden in seiner Keynote „Maritime Digitalisierung: Sind wir auf Kurs?“. Sein Rat: „Wer jedes Risiko scheut, alle Fehler vermeidet, verpasst auch alle Chancen.“ Thiemke wählte ein interaktives Format, um die Selbsteinschätzung der Teilnehmenden in Bezug auf Digitalisierung und Cybersicherheit widerzuspiegeln. Sein Fazit: „Ein ‚weiter so‘ reicht schon lange nicht mehr aus!“
Engineering-Plattform vereinfacht Abnahmeprozesse
Wie etwa Reedereien mit Hilfe digitaler, durchgängiger Software-Lösungen komplexe Abnahmeprozesse in der Konstruktion optimieren und beschleunigen können, zeigten die beiden Software-Experten Malte Schulz und Marc-Michael Reeh von Eplan. So kann über die Eplan Plattform der Abnahmeprozess zwischen Zulieferern, Werften und Reedereien digital und automatisiert vollzogen werden – nicht nur bei Steuerungs- und Schaltanlagen, sondern über verschiedene Gewerke eines Schiffes hinweg, von der Schiffsbetriebs- und Verfahrenstechnik über Klima- und Lüftungstechnik bis zur Elektrotechnik. Mit dieser Engineering-Software sei es möglich, den kompletten funktionalen digitalen Zwilling abzubilden – von Einzelkomponenten und Anlagen bis hin zum ganzen Schiff.
In den Breakoutsessions nach der Mittagspause war Interaktivität gefragt. In mehrere Gruppen aufgeteilt durchliefen alle Teilnehmenden vier Stationen, die von Inspired Consulting, Bechtle PLM, Phoenix Testlab und Rittal gestaltet wurden. Dabei ging es vor allem um praxisnahe Fragestellungen. So konnten die Teilnehmenden zum Beispiel die Möglichkeiten der neuen Stromverteilungs-Plattform RiLineX von Rittal kennenlernen.
Technologisch an der Spitze bleiben
Die zunehmende Elektrifizierung und Digitalisierung erfordert auch neue Kühlkonzepte. Wie sich größere Wärmelasten aus dem Maschinenraum oder der Bord-IT effizient abführen lassen, erläuterte Ralf Schneider von Rittal. So biete der Hersteller Lösungen, die die vorhandenen Kühlwasserkreislaufsysteme nutzen können. Für eine Infrastruktur-unabhängige Kühlung stellte der Klimatisierungsexperte die energieeffizienten und DNV-zertifizierten Kühlgeräte der Serie „Blue e+ Dynamic“ vor. Dank einer stabilen mechanischen Konstruktion eignen sich die Kühlgeräte besonders für den Einsatz in dynamischen Anwendungen auf Schiffen. Die Scheu vor maritimen Spezifikationen nahm Norman Klatt von Phoenix Testlab, indem er die Teilnehmenden Schritt für Schritt durch den „Dschungel“ der Standards und Klassifikationen in der Schiffsindustrie führte.
Stand: 16.12.2025
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Der Branchentag Schiff & See wurde bereits zum 15. Mal veranstaltet. Mit ungebrochenem Zuspruch und einer breit gefächerten Teilnehmerschaft vom Zulieferbetrieb über den Schaltschrankbauer bis zum Schiffbau auf der Werft zeigte sich wieder einmal, dass der Branchentag exakt den Nerv der Branche traf.