Wie technische Keramik hilft, Glasfasern aus Mondgestein herzustellen

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Studenten der RWTH Aachen entwickeln derzeit eine Spinnanlage, mit der man Glasfasern aus Mondgestein herstellen kann. Rauschert, Spezialist für Technische Keramik und Industrietechnik, unterstützt das Projekt mit seinen Hochleistungskeramiken.
technische keramik

Quelle: Rauschert

Die maßgefertigte Bauteile wie Ringe aus dem Werkstoff Cordierit sowie geschlitzte Keramikstäbe und Thermoelementschutzrohre aus Aluminiumoxid stellen wichtige Bestandteile für den Projektbeitrag von „AIX2SPACE“ dar. Dabei handelt es sich um den Prototyp einer Spinnanlage zur Herstellung von Glasfasern aus Mondgestein, in dessen Schmelztiegelhalterung die technischen Keramiken verbaut sind.

Technische Keramik: Beständig gegen hohe Temperaturen, Korrosion, Erosion und Verschleiß

Juan Carlos Arañó Romero, Teamleiter von AIX2SPACE, erklärt: „Die Zusammenarbeit mit Rauschert war angenehm und zielorientiert. Die Mitarbeiter haben sich die Zeit genommen, uns zuzuhören und Ideen auszutauschen. Dadurch konnten wir von deren Erfahrungen profitieren und daraus lernen. Zudem sind die Qualität des verwendeten Materials und die Verarbeitung der Komponenten auf unsere Anwendung zugeschnitten. Das gibt uns die Sicherheit, die für unseren Prototyp so entscheidend ist“.

Technische Keramiken von Rauschert kommen insbesondere in Anwendungen zum Einsatz, die Beständigkeit gegen hohe Temperaturen, Korrosion, Erosion oder Verschleiß erfordern.

Was können Fasern aus Mondgestein?

Mithilfe der Spinnanlage von AIX2SPACE und durch Photovoltaik gewonnene Energie lässt sich Mondgestein durch höchste Temperaturen schmelzen und verspinnen. Die gewonnenen Fasern können beispielsweise als Isolationsmaterial und Verstärkungsmaterial für den Bau von Unterkünften auf dem Mond oder als Substrat zur Zucht von Nutzpflanzen dienen.


Der Prototyp der Spinnmaschine von AIX2SPACE am Pilatusberg in der Schweiz. Einmal ausgereift, können mit dieser Anlage in Zukunft Glasfasern aus Mondgestein hergestellt werden. Bild: Rauschert

Im Hinblick auf die enormen Transportkosten, die bei Raumflügen entstehen – zum Beispiel 1 000 000 USD bei einem Liter Wasser in der Flasche – ist es Ziel, dass die Herstellung von Fasern in Zukunft vollautomatisiert auf dem Mond stattfindet.  Aufgrund des geringeren Gewichts ist es weitaus günstiger, die fertige Anlage zur Produktion von Fasern als Baumaterial auf den Mond zu transportieren, als große Mengen des benötigten Materials selbst. Die erforderlichen Rohstoffe sind auf dem Mond vorhanden.

Interdisziplinäre Plattform für die Weltraumforschung

Das Konzept sowie der Prototyp der Spinnanlage ist im Rahmen von IGLUNA entstanden. Dieses internationale Studentenprojekt fungiert als interdisziplinäre Plattform, um gemeinsam an der Zukunft der Weltraumforschung und der Verbesserung des Lebens auf der Erde zu arbeiten.

Als studentische Initiative von „MoonFibre“, einem Forschungsprojekt der Institute für Textiltechnik sowie für Strukturmechanik und Leichtbau an der RWTH Aachen, verfügt AIX2SPACE über das notwendige Know-how für die Teilnahme an IGLUNA.

Insgesamt gibt es zwölf teilnehmende Teams aus verschiedenen europäischen Staaten sowie aus Kanada, von denen einige ihre Beiträge zwischen dem 16.-25. Juli auf dem Pilatusberg in der Schweiz präsentierten.

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