04.10.2021 – Kategorie: Fertigung & Prototyping

Wie Sprühbeölung den Korrosionsschutz verbessert

Wie Sprühbeölung den Korrosionsschutz verbessertQuelle: Technotrans
Technotrans hat für mehrere Produktionslinien der Bilstein Group maßgeschneiderte und nachhaltige Konzepte für die Sprühbeölung entwickelt. Das ermöglicht nicht nur eine ressourcen- und gesundheitsschonende Produktion, sondern auch mehr Flexibilität und…

Eine hohe Produktverfügbarkeit erfordert bei der Stahlverarbeitung eine intelligente Lagerhaltung. Um die Qualität der Produkte sicherzustellen, genießt ihr Schutz oberste Priorität. Insbesondere der Korrosion der Materialien durch äußere Einflüsse selbst bei der Lagerung in Hallen entgegenzuwirken, spielt dabei eine wichtige Rolle. Schon in den Kaltwalzprozessen setzen Hersteller daher auf die Auftragung eines effektiven Korrosionsschutzes mittels spezieller Öle. Um sie dabei möglichst effizient zu gestalten, bedürfen Beölungseinrichtungen in den Kaltwalzanlagen einer präzisen Auslegung auf die jeweiligen Gegebenheiten.

Korrosionsschutz: Bilstein setzt auf Technotrans

Bisher sorgten technisch einfache Anlagen für die Beölung. Auf der Suche nach einem neuen Lösungsanbieter stieß Bilstein auf die Flüssigkeiten-Kompetenz von Technotrans. Bisher insbesondere in der Druckindustrie sowie der Stanz- und Umformtechnik aktiv, übertrug der Hersteller aus Sassenberg sein Know-how und die etablierte Technologie für die druckluftlose Sprühbeölung auf die Anforderungen von Kaltwalzprozessen.

„Wir sparen Kosten, reduzieren Instandhaltungsmaßnahmen bei der Peripherie und sind flexibel bei der Verarbeitung beölter und unbeölter Kaltbänder auf nur einer Anlage“, erklärt Eugen Schitz, Verantwortlicher für Anlagen- und Verfahrenstechnik bei der Bilstein Group. Diese Beölung kommt an verschiedenen Standorten sowohl beim Nachwalzen als auch beim Längsteilen sowie an der Verpackungslinie zum Einsatz. Für die unterschiedlichen Einsatzbereiche konzipierte Technotrans die maßgeschneiderte Lösung auf Grundlage seiner Spray.xact-Technologie. Im Fokus stand dabei insbesondere ein möglichst hohes Maß an Effizienz und Nachhaltigkeit.

Als vorteilhaft entpuppte sich die druckluftfreie Sprühbeölung des Beölungssystems. „Im Gegensatz zu herkömmlichen Lösungen öffnen und schließen sich die technotrans-Ventile in einer vorgegebenen Taktung durch elektrische Impulse“, erklärt Schitz. „Weil keine Druckluftströme vorhanden sind, erlangen wir eine gleichmäßige und zugleich nebelarme Beölung“ – und das trotz der hohen Verarbeitungsgeschwindigkeiten beim Kaltwalzen von bis zu 16 Metern pro Sekunde. Das ergibt nicht nur ein homogenes Ergebnis, sondern spart auch Kosten ein. Dank der nebelarmen Beölung und minimierten Aerosolmenge kann der Stahlverarbeiter komplett auf den Einsatz von Absauganlagen verzichten, die bei bisherigen Beölungsprozessen nötig waren. Das schützt nicht nur die Gesundheit der Mitarbeiter, sondern verhindert ungewünschte Ablagerungen in der Umgebung. Die Einhaltung von Wartungsintervallen für die Filter spielt keine Rolle mehr. Zudem spart das Unternehmen das teure Medium Druckluft ein.

Seitlich verfahrbar für den Trockenlauf

Die Sprühbalken in den Nachwalzlinien sind seitlich elektrisch oder pneumatisch verfahrbar und so nicht wie bisher starr in der Anlage integriert. Der Stahlverarbeiter kann die Kaltbänder je nach Kundenanforderung sowohl mit als auch ohne Sprühbeölung verarbeiten. Weil bei unbeölten Produkten die Komponenten nicht über den Förderbändern liegen, besteht nicht die Gefahr, dass im Trockenlauf Öltropfen auf die Bänder gelangen.

Beim Nachwalzen sorgt die beidseitige Positionierung der Sprühleisten darüber hinaus für zusätzliche Flexibilität. So lassen sich Prozesse gemäß den jeweiligen Anforderungen anpassen. Denn unterschiedliche geforderte Blechstärken ziehen unterschiedliche Walzintervalle nach sich. „Am Ende ist es egal, ob die Linie in einer geraden oder ungeraden Anzahl walzt“, erklärt Hary Kosciesza, Business Development Manager bei Technotrans. „Je nach Bedarf tragen hinter oder vor dem Walzstuhl befindliche Sprühdüsen das Korrosionsschutzmittel auf.“ Damit die Sprühbalken die benötigte Menge bei den hohen Geschwindigkeiten der Kaltwalzprozesse überhaupt liefern können, wurde teilweise doppelte Sprühreihen mit hintereinanderliegenden Sprühdüsen pro Anlage integriert. So lässt sich Öl in einer Menge zwischen 0,5 bis 2,5 g/m² auftragen.

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