Die Elektrische Automation rechnet bis Ende 2025 mit einem Umsatzplus von einem Prozent. Dabei gilt Datenökonomie als Schlüssel für neue Geschäftsmodelle. Zudem unterstützt der VDMA den materialHUB.
Dr. Reinhard Heister, Geschäftsführer VDMA Elektrische Automation und Forum Manufacturing-X und Vorsitzender des SPS Anwender- und Besucherkomitees.
(Bild: VDMA)
Die Elektrische Automation verzeichnete in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres ein reales Auftragsplus von fünf Prozent, doch der Umsatz blieb im Vergleich zum Vorjahreszeitraum unverändert. Auf Kundenseite geht der Abbau der Lagerbestände auf Komponentenebene voran, aber es fehlen im Maschinen- und Anlagenbau weiterhin Aufträge, um die Auftragslage wieder auf eine stabile Basis zu heben. Die zuletzt unberechenbare Zollpolitik der USA hat hier für weitere Zurückhaltungen gesorgt. Neue Investitionen seitens der Kundenbranchen werden wegen der Unwägbarkeiten am Markt zurückgestellt und Investitionsentscheidungen verschoben. Insgesamt rechnet die Elektrische Automation für dieses Jahr mit einem Plus von einem Prozent beim Umsatz gegenüber dem Vorjahr. „Aufgrund der geopolitischen Herausforderungen erwartet die Branche für die erste Jahreshälfte 2026 eine weiterhin angespannte Auftragslage gegenüber 2025. Bei verbesserten politischen Rahmenbedingungen ist in der zweiten Jahreshälfte mit einem Aufwärtstrend zu rechnen“, prognostiziert Jörg Freitag, Vorstandsvorsitzender VDMA Elektrische Automation.
Zukunftspfad: Digitalisierungschancen nutzen und klare Entlastungen durch die Politik
„Die fortschreitende Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und technologischen Innovationen im Produktionsbereich bieten die Chance zum Wachstum für die Elektrische Automation“, sagt Freitag. Deshalb engagiert sich der VDMA Elektrisch Automation in Digitalisierungsthemen wie Datenökonomie, Cyber Resilienz und Tools aus einer anwendungsorientierten Perspektive. „Ungeachtet dessen ist es unerlässlich, nichtwertschöpfende Kostenbelastungen durch Bürokratie und Steuern sowie Energiepreise und Lohnnebenkosten wirksam in den Griff zu bekommen. Diese Kosten müssen deutlich reduziert werden, um international wieder wettbewerbsfähig zu werden“, betont Jörg Freitag.
Datenökonomie im Maschinen- und Anlagenbau – Umfangreiches Verzeichnis deutscher und europäischer Datenraumprojekte
Der VDMA legt eine Neuauflage seines erstmals im Vorjahr erschienenen Verzeichnisses deutscher und europäischer Datenraumprojekte vor. Zu den „Akteuren der industriellen Datenökonomie 2025“ zählen rund 650 Unternehmen, Verbände, Forschungseinrichtungen und sonstige Institutionen, die sich mit Datenökosystemen im industriellen Kontext beschäftigen und damit zur Avantgarde gehören. Die digitale Broschüre soll dabei helfen, die Akteure miteinander zu vernetzen, für Austausch und übergreifende Standards zu sorgen und den Unternehmen, die noch keinen Zugang zu dem Thema gefunden haben, Möglichkeiten für einen Anschluss zu bieten.
Die Datenökonomie ist kein abstraktes Zukunftsthema – sie ist ein konkreter Hebel zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Maschinen- und Anlagenbaus. Wer heute in Datenkompetenz, vertrauenswürdige Datenräume und unternehmensübergreifende Kooperationen investiert, schafft die Grundlage für resiliente, effiziente und innovative Geschäftsmodelle von morgen. Das Fazit lautet: Wer teilt hat mehr.
Cyber Resilience Act
Mit dem Cyber Resilience Act (CRA) wird die Europäische Union Rahmenbedingungen für die Cybersicherheit setzen. Mit den ersten notwendigen Umsetzungen ist bereits im Jahr 2026 zu beginnen. Um seine Mitglieder bei der Umsetzung zu unterstützen, hat der Fachverband Elektrische Automation seinen branchenübergreifenden Arbeitskreis „Cyber Resilience Act (AK CRA)“ etabliert, in dem heute über 120 Teilnehmende aus mehr als 85 Mitgliedsunternehmen des VDMA mitwirken.
Zentrale Themen dieses Arbeitskreises sind Fragestellungen zur Umsetzung innerhalb der kompletten Lieferkette, zur Verordnung selbst sowie praxisorientierte FAQ und Handreichungen, die auch die große Anzahl an KMU im Maschinen– und Anlagenbau bei der Umsetzung der Vorgaben des CRA unterstützen sollen.
Materialwahl im Fokus: VDMA unterstützt Ausbau der Plattform materialHUB
Die Auswahl geeigneter Werkstoffe ist ein zentraler Erfolgsfaktor in der Produktentwicklung. Neben funktionalen Anforderungen gewinnen Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte zunehmend an Bedeutung. Neue gesetzliche Vorgaben stellen Maschinenhersteller und ihre Zulieferer vor wachsende Herausforderungen – insbesondere hinsichtlich Inhaltsstoffen und Berichtspflichten. Dabei sind nicht nur neue Produkte betroffen, sondern auch bestehende Serienlösungen. Forschung, Konstruktion und Produktion stehen daher regelmäßig vor der Aufgabe, Materialien zu identifizieren, die sowohl den technischen Anforderungen als auch den regulatorischen Vorgaben gerecht werden.
Um diesen Prozess zu unterstützen, engagiert sich der VDMA im Ausbau der öffentlich geförderten, nichtkommerziellen und frei zugänglichen Plattform materialHUB zur Recherche von Material- und Werkstoffdaten. Die VDMA-Interessengruppe materialHUB setzt sich aktiv für die Weiterentwicklung und Optimierung des Online-Tools ein. In Zusammenarbeit mit zahlreichen Unternehmen wurden aktuelle Umwelt- und Nachhaltigkeitskriterien integriert, die Benutzerführung verbessert und die Suchfunktionen erweitert – für eine praxisnahe und nutzerfreundliche Anwendung.
Stand: 16.12.2025
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Neues Anwender- und Besucherkomitee stärkt Praxisnähe der SPS
Mit der Intension, die Messe SPS – Smart Production Solutions in Nürnberg sowie den ganzjährigen SPS Automation Hub konsequent an den Anforderungen der Automatisierungscommunity und den Erwartungen der Besucher auszurichten, wurde das SPS Anwender- und Besucherkomitee gegründet. „Das SPS Anwender- und Besucherkomitee schafft gute Voraussetzungen, um gemeinsam mit dem Maschinen- und Anlagenbau als Anwenderbranche von Automatisierungstechnik, technologische Innovationen und Trends zu identifizieren, damit die SPS stets praxisnah am Puls der Zeit ist“, erklärt Dr. Reinhard Heister, Geschäftsführer VDMA Elektrische Automation und Forum Manufacturing-X und Vorsitzender des SPS Anwender- und Besucherkomitees. Ziel des Komitees als beratendes Gremium ist es, aus einer Anwender- und Besucherperspektive attraktive und zielgruppengerechte Formate im Rahmen der SPS nachhaltig mitzugestalten.