Die VDE-Fachgruppe „Vertrauenswürdige Elektronik“ der Forschungsplattform „Velektronik“ und dem VDE wird das Thema im Verbund von Industrie, Forschung und Behörden in Deutschland vorantreiben.
Zwei Mitarbeiter des Fraunhofer AISEC prüfen elektronische Bauteile mit Spezialgeräten auf Herz und Nieren. Zusammen mit Infineon leitet das Fraunhofer AISEC ab sofort die neue VDE-Fachgruppe "Vertrauenswürdige Elektronik", dem zentralen Anlaufpunkt für vertrauenswürdige Elektronik in Deutschland.
(Bild: Fraunhofer AISEC/Oliver Bodmer)
Die VDE-Fachgruppe „Vertrauenswürdige Elektronik“ wurde vom Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik und der Forschungsplattform „Velektronik“ gegründet. Die Ziele sind, das Bewusstsein und die Unterstützung für vertrauenswürdige Elektronik zu fördern, bisherige Forschungsaktivitäten zu verstetigen, Forschungsergebnisse in die Anwendung zu bringen, sowie Industriestandards mitzugestalten.
Die Mikroelektronik ist eine wichtige Schlüsseltechnologie der technischen Transformation. Weder Alltagsgegenstände wie Smartphones und Personalausweis noch industrielle Fertigungsverfahren oder medizinische Diagnosesysteme sind ohne Mikroelektronik denkbar. Umso wichtiger ist es, dass Elektronik zuverlässig und vertrauenswürdig ist.
Aufgrund des Cyber Resilience Act (CRA) der EU müssen Hersteller von Hard- und Software in Zukunft nachweisen, dass ihre Produkte bestimmte Sicherheitsstandards erfüllen. Elektronische Bauteile als Herzstück jeder Technologie sollen dazu beitragen, dass elektronische Erzeugnisse ausfallsicher sowie zuverlässig funktionieren und keine Sicherheitslücken aufweisen. Die Elektronik selbst soll kein Risiko darstellen, da sonst Produktzuverlässigkeit und menschliche Sicherheit gefährdet sein können.
VDE: Neue Fachgruppe wird zentraler Anlaufpunkt
Die Umsetzung der Vorgaben des CRA sind jedoch angesichts standardisierter und kosteneffizienter Fertigungsprozesse in der Halbleiterproduktion eine große Herausforderung, was ein koordiniertes Vorgehen der beteiligten Akteure verlangt. Für diesen Zweck hat die Forschungsplattform Velektronik – bestehend aus Fraunhofer-Gesellschaft, Leibniz-Gemeinschaft und dem edacentrum – und VDE die neue VDE-Fachgruppe „Vertrauenswürdige Elektronik“ ins Leben gerufen, die ab sofort zentraler Anlaufpunkt für vertrauenswürdige Elektronik in Deutschland ist.
Der inhaltliche Fokus der Fachgruppe liegt unter anderem auf:
- dem Informationsaustausch zu neuen Erkenntnissen aus der Forschung.
- der Definition und dem Austausch von Best Practice zwischen Hochschulen, Forschungsinstituten, Industrie, Behörden, Prüflaboren und Distributoren.
- der Beobachtung der Entwicklung neuer gesetzlicher Vorschriften für sichere Produktion (NIS 2) und für sichere Produkte (CRA).
- der Beobachtung der internationalen, relevanten Standardisierung für vertrauenswürdige Elektronik.
- der Analyse und Diskussion zu neuen Vorfällen im Bereich der vertrauenswürdigen Elektronik.
- der Ableitung neuer Forschungsprojekte aus den Erkenntnissen der oberen Punkte.
VDE lädt Industrie, Behörden und Forschung zur Mitgestaltung ein
Sprecher der Fachgruppe sind Prof. Dr. Georg Sigl, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC, und Dr. Detlef Houdeau, Senior Director Business Development, Infineon Technologies. Die beiden Elektronik-Experten laden Industrie, Forschung und Behörden dazu ein, sich an der neuen Fachgruppe zu beteiligen und das Thema der vertrauenswürdigen Elektronik in Deutschland und Europa mitzugestalten.
„Der Cyber Resilience Act ist ein gutes Beispiel dafür, warum eine Mitwirkung in der neu gegründeten Fachgruppe von großem Mehrwert sein kann“, erklärt Prof. Dr. Georg Sigl. „Denn die EU-Verordnung definiert nicht nur die Leitplanken für die zukünftige Umsetzung von Cybersicherheit, sondern auch von vertrauenswürdiger Elektronik. Wir wollen die Mitglieder der Arbeitsgruppe frühzeitig über Anforderungen und Lösungen für die Umsetzung des CRA informieren und für fehlende Lösungen gemeinsame Forschungsprojekte definieren.“
Dr. Detlef Houdeau, ergänzt: „Die Zusammenarbeit zwischen Industrie, Forschung und Behörden ist entscheidend, um vertrauenswürdige Elektronik in Deutschland und Europa voranzutreiben. Mit der neuen VDE-Fachgruppe haben wir nun eine zentrale Plattform, um unsere Expertise zu bündeln, neue Forschungsprojekte anzustoßen und Sicherheitsstandards mitzugestalten.“
Ergebnisse der Forschungsplattform Velektronik in die Anwendung transferieren
Die Gründung der Fachgruppe wurde auf den Tagen der vertrauenswürdigen Elektronik (TdvE) bekanntgegeben, die Anfang Juni 2024 in der Münchener Fraunhofer-Zentrale stattfanden. Im Mittelpunkt der TdvE standen die Ergebnisse der Förderrichtlinien des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), ZEUS und ZuSE, die eine vielfältige Themenbreite von Design über Fertigung und Analyse vertrauenswürdiger Elektronik behandelten. Inhaltliche Schwerpunkte waren dabei Technologien und Methoden für sichere Designs, Absicherung von Lieferketten, Hardware-Fingerprinting, Schutz vor Angriffen auf Implementierungen, sichere Lebenszyklen von Geräten sowie Anpassung von Prozessoren.
Stand: 16.12.2025
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Die neue Fachgruppe wird diese Themen weiterführen und zusammen mit Partnern aus Industrie, Forschung und Behörden in die Anwendung bringen. Die Tage der vertrauenswürdigen Elektronik sind zukünftig das zentrale Veranstaltungsformat in Deutschland für das Thema. Die neue Fachgruppe trifft sich neben den regulären Treffen auch dort zum Austausch.
Die neue Fachgruppe „Vertrauenswürdige Elektronik“ (MN 5.8.) ist angesiedelt im VDE ITG Fachbereich Mikro- und Nanoelektronik und erweitert das Themenspektrum des Fachausschusses „Qualität und Zuverlässigkeit integrierter Schaltungen“ (MN 5). Die Fachgruppe verstetigt die Aktivitäten der Forschungsplattform Velektronik, die mit dem TdvE 2024 ihren Abschluss fand, und ermöglicht eine dauerhafte Förderung.