Mathworks erweitert die TÜV-Süd-Zertifizierung um KI-Richtlinien und ermöglicht so den sicheren Einsatz von KI-Agenten im Automotive-Engineering.
KI-Agenten benötigen fachspezifische Werkzeuge und Kenntnisse, um ihre volle Leistungsfähigkeit entfalten zu können.
(Bild: MathWorks)
Mathworks hat die TÜV Süd-Zertifizierung für Matlab, Simulink, Stateflow und System Composer im Rahmen des IEC Certification Kit erweitert. Sie umfasst nun eine allgemeine Richtlinie zur Klassifizierung von KI-Werkzeugen gemäß der Automobilnorm ISO 26262. Damit stellt Mathworks als erster Toolanbieter eine auf TÜV SÜD-evaluierten Anwendungsfällen basierende Richtlinie für ausgewählte KI-gestützte Engineering-Workflows bereit. Die Richtlinie beinhaltet praktische Anwendungen von KI-gestütztem Model-Based Design mit einem Schwerpunkt auf Workflows, die das Simulink Agentic Toolkit für die Entwicklung agentenbasierter Modelle, die Modellprüfung und die Generierung von Testfällen nutzen. Die Richtlinie veranschaulicht, wie diese Anwendungsfälle kontrolliert und nachvollziehbar in sicherheitskritische Entwicklungsprozesse integriert werden können. So unterstützt sie Unternehmen dabei, die Entwicklung zu beschleunigen und gleichzeitig die technische Präzision, die Rückverfolgbarkeit und die Einhaltung von Normen zu gewährleisten
KI-Agenten wandeln Anforderungen in validierte Simulink-Entwürfe um, wodurch die Entwicklung beschleunigt und Nacharbeiten reduziert werden.
(Bild: MathWorks)
Die Mathworks-Technologie hinter diesem Ansatz integriert Agentic AI-Funktionen mit Model-Based Design-Workflows. Diese Fähigkeiten ermöglichen es Ingenieuren, über das bloße Prompting von KI-Systemen hinauszugehen und KI-Agenten einzusetzen, die direkt auf Simulink-Modellen und Entwicklungs-Workflows operieren. Mathworks baut seine Agentic AI-Fähigkeiten mit neuen Skills weiter aus, die Agenten bei der Anwendung von Matlab- und Simulink-Funktionen für Entwicklungsaufgaben unterstützen.
Das Simulink Agentic Toolkit ermöglicht es KI-Agenten, Modellstrukturen zu verstehen, Designs zu erstellen und zu modifizieren, Simulationen durchzuführen, Tests zu generieren und Anforderungen mit Modellen zu verknüpfen. Das Toolkit kombiniert Simulink-spezifische Tools mit von MathWorks-Experten entwickelten Skills für Model-Based Design-Workflows. Diese Skills führen Agenten durch die Modellentwicklung, die Spezifikation von Algorithmen, die Anlagenmodellierung, das Testen, die Validierung und die Erstellung von Anforderungen. Sie leiten die Agenten an, die jeweils passende Funktionalität für jede Aufgabe einzusetzen, während Ingenieure weiterhin für die Validierung der Ergebnisse verantwortlich sind.
Das Polyspace Agentic Toolkit erweitert diese Workflows auf Softwareanalyse- und Verifikationsaktivitäten und unterstützt die Analyse der Code-Robustheit, die Einhaltung von Codierungstandards sowie die Fehlererkennung. Zusammen ermöglichen die Toolkits Unternehmen, KI-Agenten über den gesamten Entwicklungszyklus hinweg zu integrieren und dabei etablierte Validierungs- und Überprüfungsverfahren beizubehalten.
„Ingenieurteams suchen nach Möglichkeiten, die Vorteile von Agentic AI zu nutzen, ohne die in der Systementwicklung erforderliche Präzision zu verlieren“, sagt Michael Carone, Principal Product Marketing Manager – Simulink Platform, MathWorks. „Durch die Anbindung von KI-Agenten an Simulink-Modellen, Simulationen und Testabläufen unterstützt MathWorks Ingenieure bei der Anwendung von Agentic AI innerhalb etablierter Entwicklungsprozesse und gewährleistet gleichzeitig die für komplexe technische Systeme erforderliche Genauigkeit und Zuverlässigkeit.“
Da Unternehmen den Einsatz von Agentic AI im Ingenieurwesen ausweiten, benötigen sie Ansätze, die KI-Fähigkeiten mit dem domänenspezifischen technischen Kontext und der für Engineering-Workflows erforderlichen deterministischen Verifikation kombinieren. Durch die Verknüpfung von KI-Agenten mit ausführbaren technischen Ressourcen wie Modellen, Simulationen und Tests unterstützt MathWorks Teams dabei, KI in etablierte Entwicklungsprozesse zu integrieren.
Die auf dem Model Context Protocol (MCP) basierenden Funktionen unterstützen verschiedene agentische KI-Plattformen, darunter GitHub Copilot, Codex, Gemini CLI, Claude Code und weitere MCP-kompatible Agenten. Dies gibt Unternehmen die Flexibilität, Agentic AI in Engineering-Workflows über die von ihnen gewählte Plattform zu integrieren. Ingenieure können mehr Entwicklungsaktivitäten mit KI-Unterstützung automatisieren, die auf technischen Erkenntnissen basiert, und behalten dabei weiterhin die Verantwortung für finale Entscheidungen und Freigaben.
Stand: 16.12.2025
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