Eine schnellere Markteinführung ist heute ein wichtiges Ziel bei der Produktentwicklung. Produktteams, die eine schnellere Markteinführung erreichen, sichern sich mit höherer Wahrscheinlichkeit Marktvorteile und größere Umsatzanteile. Eine verkürzte Time-to-Market stellt außerdem sicher, dass die Strategien zur Einführung neuer Produkte (NPI) erfolgreich sind, da die Ziele des Teams erreicht werden.
(Quelle: SWC Partnership, Nick Turpin)
Die digitale Fertigungsautomatisierung spielt heute eine entscheidende Rolle: Sie liefert frühzeitige Kostenprognosen und wichtigen Input bezüglich der Umsetzbarkeit der Designs über den gesamten Entwicklungsprozess hinweg und unterstützt so die zeitnahe Einführung neuer Produkte am Markt (verkürzte Time-to-Market). Digitale Plattformen bieten auf Abruf genaue Einblicke in die Fertigungsprozesse und berücksichtigen dabei die realen Produktionsbedingungen.
Im folgenden Beitrag geht es um die Bedeutung, die digitale Automatisierung und Einblicke in die Produktionsgegebenheiten im Hinblick auf eine Verkürzung der Markteinführungszeit von NPIs (New Product Introduction) spielen. Außerdem wird erklärt, wie Produktteams Automatisierung nutzen können, um den Prozess des Lebenszyklusmanagements zu beschleunigen und geplante Termine für die Markteinführung einzuhalten.
Die Bedeutung von Time-to-Market für Hersteller
Die Time-to-Market (TTM), also die Zeit, bis ein Produkt auf den Markt kommt, ist ein Key Performance Indicator (KPI), der die Zeitspanne von der Ideenfindung bis zur Markteinführung eines Produkts misst. Es ist mittlerweile erwiesen, dass eine verkürzte TTM einen Wettbewerbsvorteil bietet. Denn insbesondere bei innovativen Neuheiten bietet eine kurze TTM eine hohe Chance der Kundenbindung, wenn das Produkt qualitativ hochwertig ist. Eine kürzere Zeit bis zur Markteinführung ermöglicht es Unternehmen, ihre Produkte früher in die Hände der Kunden zu bringen und sich so einen größeren Marktanteil zu sichern.
Die Time-to-Market wird gemessen, indem die leitenden Management-Teams Launch-Termine festsetzen und damit sicherstellen, dass die Produktentwicklung von der Konzeption bis zur Markteinführung des Produkts effizient arbeitet. Manche Unternehmen beginnen mit der Messung der TTM, sobald der NPI-Prozess festgelegt ist und die Lebenszyklus-Teams sich abgestimmt haben. Sobald die Messung beginnt, wird die Zeit gezählt, bis das Produkt die Konsumenten erreicht.
Markteinführungszeit verkürzen
Egal, wie umfangreich und gut durchdacht der NPI-Prozess ist, die Markteinführungszeit kann nur dann verkürzt werden, wenn bei Produktteams die folgenden Voraussetzungen bestehen:
Eine Abteilung für das Kostenmanagement: Es ist wichtig, dass Herstellungsunternehmen eine auf Kalkulationen spezialisierte Abteilung haben, da diese am besten dafür geeignet ist, die mit einem Produkt einhergehenden Kosten und potenzielle Probleme bei der Herstellung zu erkennen. Damit die sogenannten Costing Departments bei Bedarf frühzeitig intervenieren können, müssen sie bereits in den Designprozess miteinbezogen werden, um etwaige spätere Änderungsaufträge oder „Engineering Change Orders“ (ECOs) vermeiden zu können. Die Abteilung teilt ihr Fachwissen rund um das Thema Kalkulationen mit dem gesamten Produktentwicklungsteam, sodass der NPI-Prozess bestmöglich eingehalten werden kann.
Einblicke in die Fertigung durch Automatisierung und Simulationen: Im Zeitalter von Industrie 4.0 können Hersteller Produktions-Workflows einfacher als jemals zuvor optimieren. Die inzwischen stark verbreiteten Fertigungssimulatoren geben den an der Produktentwicklung beteiligten Teams bereits frühzeitig wichtige Einblicke in Produktionsvorgänge wie auch in die Kosten für ein Produkt.
Time-to-Market: Produkte schneller auf den Markt bringen
Um die Time-to-Market zu reduzieren, müssen Unternehmen auch ihre Produktentwicklungs-Prozesse modernisieren. Laut der Unternehmensberatung McKinsey & Company können Teams, die ihre internen Abläufe modernisieren, die Zeit bis zur Markteinführung um rund 30 bis 50 Prozent reduzieren. Außerdem ermöglicht es eine Modernisierung, die Produktivität um bis zu 26 Prozent steigern. Produktentwicklungsteams, die ihre internen Abläufe modernisieren, können die TTM um 30 bis 50 Prozent reduzieren
Auch die Automatisierung von Herstellungsprozessen bietet großes Potenzial, wenn es darum geht, die Zeit bis zur Markteinführung zu reduzieren. Mit folgenden zwei Ansätzen lässt sich die TTM reduzieren:
1. Design-to-Cost-Ansatz (DTC) bei der Produktentwicklung: Das Grundprinzip von DTC ist simpel: Da die Teams weniger Zeit mit Produktanpassungen verbringen, wird die TTM verkürzt. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Produktentwicklungsteams einen DTC-Ansatz verfolgen, wenn sie die TTM für neue Produkte verkürzen möchten. So wird sichergestellt, dass die Kosten eines neuen Produkts bereits von Anfang an berücksichtigt werden, was kostspielige Redesigns und Änderungsaufträge in den späteren Phasen des Produktlebenszyklus vermeidet.
Stand: 16.12.2025
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Damit der DTC-Ansatz sein Potenzial voll entfalten kann, müssen alle an der Produktentwicklung beteiligten Teams eng zusammenarbeiten. So ist es zum Beispiel wichtig, dass sich die Abteilungen für Kosten und Designentwicklung abstimmen, um sicherzustellen, dass die im NPI-Prozess definierten Ziele erreicht werden. Laut einer aktuellen Studie können Unternehmen, die den DTC-Ansatz implementieren, zwischen 15 und 40 Prozent der Kosten einsparen.
2. Software für die Fertigungssimulation einsetzen: Simulationssoftware für Fertigungsprozesse liefert Produktteams wahrheitsgetreue Kostendaten in Echtzeit. Dadurch wird sichergestellt, dass alle am Lebenszyklus des Produkts beteiligten Abteilungen zur richtigen Zeit über die richtigen Kostenprognosen verfügen. Da die Kosteninformationen zentral zugänglich sind, können Entscheidungen effizienter getroffen werden, was Zeit spart und dazu führt, dass das Produkt schneller auf den Markt kommt.
Moderne Ingenieure können digitale Technologien gezielt nutzen, um nicht nur ihre Designs nachhaltiger zu gestalten, sondern auch bei der Fertigung auf Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz zu achten. Automatisierte Lösungen stellen den Ingenieuren die dafür notwendigen Informationen zu den verwendeten Materialien zur Verfügung.
Eine Software für Fertigungssimulationen verwendet digitale Fabriken, um zu simulieren, wie sich die Fertigung unter realen Bedingungen auf die Produktkosten auswirken kann. Dabei können die digitalen Fabriken für jede Simulation so angepasst werden, dass die Kosten auf Grundlage der vorhandenen Fabrikbedingungen, Fertigungsprozesse, Arbeitslöhne und Materialien berechnet werden. Diese Art der Digitalisierung und Automatisierung bietet den Produktentwicklungsteams die Möglichkeit, die Produktkosten zu steuern, sodass sie leichter Kostenziele und Launch-Termine einhalten können.
Um eine Software zur Fertigungssimulation sinnvoll nutzen zu können, müssen Ingenieure ihre bestehenden PLM-Systeme für das Lebenszyklusmanagement der Produkte in die Simulationssoftware integrieren. Diese kann dann automatisch die im PLM-System gespeicherten 3D-CAD-Konstruktionsdateien bewerten und Feedback zu den Produktkosten und der Durchführbarkeit geben, sodass die Lebenszyklus-Teams den Produktentwicklungsprozess optimieren können.
Optimierung der Produktentwicklung im Maschinenbau
Im Maschinenbau sind die Ingenieure dafür verantwortlich, wichtige Technologien wie Verbrennungsmotoren oder elektrische Generatoren zu entwickeln. Ohne automatisierte Einblicke in den Fertigungsprozess wird oft viel Zeit dabei verschwendet, Designs anzupassen, die sich in der Produktion als schwer umsetzbar erweisen. Wenn die Ingenieure allerdings Zugriff auf sofort verfügbare Informationen zu den Produktions- und Maschinenspezifikationen haben, können sie von Anfang an fundierte Entscheidungen treffen.
So können automatisierte, digitale Lösungen den Weg für eine völlig neue Art der Ingenieursarbeit ebnen, die nicht nur effizienter ist, sondern auch einen ganzheitlicheren Zugang erlaubt. Ingenieure bekommen Einblicke, mit deren Hilfe sie bereits von Anfang an Aspekte wie Kosten, Herstellbarkeit und Nachhaltigkeit in ihre Designs einfließen lassen können. So können sie die Aspekte gegeneinander abwägen und in kürzerer Zeit bessere Entscheidungen treffen.
Um wettbewerbsfähig zu bleiben, ist es wichtig, dass Hersteller durch die Nutzung von Automatisierung und Simulationssoftware ihre Produktions-Workflows optimieren und effizienter gestalten. Wenn Produktteams Simulationen des Herstellungsprozesses einsetzen, bekommen sie bereits in der Konzeptions- und Designphase wichtige Einblicke bezüglich Kosten und Herstellbarkeit eines Produkts. Dadurch können wichtige Entscheidungen getroffen und die Komponenten auf effiziente Art und Weise gefertigt werden. Entscheidend ist, dass Automatisierung die Zeit bis zur Markteinführung neuer Produkte deutlich verkürzen kann.