Supercomputing: Upgrade für die Kathedrale

Im Rahmen der International Supercomputing Conference (ISC) 2017 hat Lenovo bekannt gegeben, dass die Bereitstellung und Implementierung des weltweit größten, auf der nächsten Generation von Intel-Technologie basierenden Supercomputers für das Barcelona Supercomputing Center (BSC) abgeschlossen wurde. Der 11,1-petaFLOP-Rechner Marenostrum 4 steht im ‚schönsten Datenzentrum der Welt‘, der Kapelle Torre Girona auf dem Gelände der Polytechnischen Universität von Katalonien in Barcelona, Spanien.

Der Supercomputer in der Kapelle Tore Girona kommt in verschiedenen Wissenschaftsfeldern zum Einsatz, von der Forschung am menschlichen Genom, in der Bioinformatik und Biomechanik bis hin zur Wettervorhersage und Analyse der Zusammensetzung der Atmosphäre. Das neue System wird mit der Zeit weiter wachsen; derzeit ist das System auf Platz 13 der aktuelle TOP500 (top500.org) gelistet, die ebenfalls heute vorgestellt wurde.

„Die schnelle Bereitstellung, Installation und Optimierung des MareNostrum 4 Systems für das BSC demonstriert die umfassende Stärke von Lenovo im Bereich des High Performance Computing“, erklärt Kirk Skaugen, President Lenovo Data Center Group. „Wir bauen auf unsere 25 jährige Geschichte im Bereich des x86 Server Computing und unserer Position als Nummer 1 bei der Kundenzufriedenheit und Zuverlässigkeit von x86 Servern auf. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, der weltweit größte Anbieter von Supercomputern zu werden, um so durch die rasche Weiterentwicklung bestehender Technologien und Innovationen dazu beizutragen, die größten Herausforderungen der Menschheit zu lösen.“

3.400 Knoten

Das System wird mit mehr als 3.400 Knoten der nächsten Generation von Lenovo Servern betrieben, die mit skalierbaren Intel Xeon Prozessoren arbeiten. Die Knoten sind untereinander mit mehr als 60 Kilometern Omni-Path 100 GB/s Netzwerkkabeln von Intel verbunden. Es ist das dritte High Performance Computing (HPC)-System, das Lenovo im Rahmen der Partnership for Advanced Computing in Europe (PRACE) Initiative installiert hat. Dadurch ist Lenovo zum größten Anbieter von HPC-Systemen für diese einflussreiche, wissenschaftliche Gemeinschaft avanciert und hat die Stellung von Lenovo als das am schnellsten wachsende Unternehmen im Bereich Supercomputing in Europa gefestigt.

„Die Bereitstellung eines Systems dieser Größer und Komplexität erfordert ein überragendes Niveau hinsichtlich Integration und Können, vom Labor über die Fertigung bis hin zu den Teams vor Ort, die die Implementierung vornehmen“, betont Madhu Matta, VP & General Manager High Performance Computing und Artificial Intelligence bei Lenovo. „Es erfordert, sich auf die ganzheitliche Nutzererfahrung zu konzentrieren; eine Fähigkeit, die so nur sehr wenige Unternehmen bieten können.“

92 Einträge in der Top500-Liste

Seit seinem Debüt in der Liste der TOP500 im Jahr 2014 hat sich Lenovo zum weltweit am schnellsten wachsenden Anbieter unter den TOP500 Unternehmen entwickelt (2). Weltweit belegt Lenovo mit 92 Einträgen den zweiten Platz hinsichtlich Systemen in der TOP500. In China, der größten und am schnellsten wachsenden Region für Supercomputing weltweit, belegt Lenovo Platz 1; hier kommen 50 Prozent mehr Systeme von Lenovo als von seinem nächsten Mitbewerber.

HPC-Center in Stuttgart

Lenovo möchte seinen Kunden stets Zugang zu neuen Technologien ermöglichen. Das unterstreicht Lenovo, indem es sein in Stuttgart angesiedeltes Global HPC Innovation Center aufwertet. Hier kommen in Zukunft 6.000 Kerne der neuesten Generation von skalierbaren Intel Xeon Prozessoren gemeinsam mit den neuesten Nvidia GPUs zum Einsatz. Die Kerne sind untereinander mit einer Reihe von industrieweit führenden Hochleistungsstrukturen von Mellanox und Intel verbunden. Das HPC Innovation Center wurde im Mai 2015 mit dem Ziel der Intensivierung der Zusammenarbeit mit Kunden eröffnet. Es ermöglicht Kunden den Zugang zu den neuesten Technologien und bietet Gelegenheit, die gleichen Systeme auszuprobieren, die im BSC MareNostrum 4 zum Einsatz kommen, noch bevor diese flächendeckend in den Handel kommen. Die vollständige Aufwertung des Systems wird im August 2017 abgeschlossen.

Ein Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Industrie, die Dank des Global HPC Innovation Centers zustande kam, ist die University of Birmingham, die eine zentrale Forschungseinrichtung mit dem Namen Birmingham Environment for Academic Research (BEAR) eingerichtet hat. BEAR ist eine Sammlung von IT Ressourcen, die der Universitätsgemeinschaft und qualifizierten, externen Wissenschaftlern kostenfrei zur Verfügung gestellt wird, um die Beschleunigung ihrer Forschungen auf einer Vielzahl von Forschungsfeldern wie den Bio- und Naturwissenschaften, einschließlich der Genom-Sequenzierung, der Medizinforschung und den Sprachwissenschaften zu ermöglichen.

„Die Genomsequenzierung kann rasche Einsichten über Umfang und Verbreitungsmuster bei wichtigen Epidemien liefert. Als Zika über Amerika hereinbrach waren wir in der Lage rasch zu reagieren, indem wir in betroffenen Regionen eine mobile Sequenzierung einrichteten und binnen Tagen Sequenzierungsdaten generieren konnten“, berichtet Professor Nick Loman, Professor für Microbial Genomik und Bioinformatik an der Universität Birmingham. „Die vergleichende Genomsequenz-Analyse stellt substantielle Anforderungen an Rechenleistung und Speicherkapazität. Das neue System bietet bei Bedarf rasch Rechenleistung, um die Analyse zu beschleunigen. Wir können sofort auf hunderte von CPUs, tausende Gigabyte RAM und zweistellige Terabyte Speicher zugreifen. Das bedeutet, wir können mit dem Tempo der Erhebung von Daten Schritt halten und rasch neue, wichtige Erkenntnisse mit der Wissenschaftsgemeinschaft und dem öffentlichen Gesundheitssektor teilen, um die Reaktion auf Epidemien zu unterstützen.“

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