Schrauben finden sich überall – genormt und in riesigen Stückzahlen. Wo Normschrauben für eine Befestigungsaufgabe nicht mehr ausreichen, beginnt die Produktpalette von Kamax. Sonderschrauben oder in Spezialform – die Gewindespezialisten aus Homberg/Ohm entwickeln und liefern, was der Kunde wünscht. Dass hierbei Simulation und Berechnung eine wichtige Rolle spielen, ist keine Überraschung: Kamax arbeitet mit Ansys und lässt sich dabei von Inneo unterstützen.
Bei der KXPanded-Spezialschraube hat sich Kamax für einen zweiteiligen Schraubkopf entschieden.
(Bild: Kamax)
Kamax ist ein technologisch weltweit führender Hersteller hochfester Verbindungselemente und kompetenter Partner für die Entwicklung und Produktion komplexer Kaltformteile. Spezielle Schrauben für die Automobilindustrie waren schon seit der Gründung des Familienunternehmens im Angebot: Pleuelschrauben, Radbefestigungsschrauben oder auch hochfeste Schrauben nach Normvorschrift wurden schon damals in der alten Fassfabrik in Osterode produziert. Der Firmenname deutet schon auf die Kernkompetenz des Unternehmens hin, denn „Kmax“ steht im Maschinenbau für maximale Festigkeit. Heute hat das Unternehmen seinen Hauptsitz im hessischen Homberg (Ohm).
Das Produktspektrum umfasst Schrauben in Größen etwa von M6 bis M24. Handelsübliche Schrauben haben eine Festigkeitsklasse von 6.6, 8.8 oder – hier beginnt die höhere Festigkeit – von 10.8. Kamax fertigt Schrauben bis 17.8U. Da der vordere Wert ein Hundertstel der Zugfestigkeit in Newton pro Quadratmillimeter der Querschnittsfläche darstellt, hält eine Schraube mit Festigkeitsklasse 17.8 gewaltige 1.700 N/mm2 aus, das entspricht ungefähr dem Gewicht von zwei Elefanten und ist mehr als das Doppelte einer 8.8-Schraube. Hochfeste Schrauben können deshalb im Durchmesser kleiner dimensioniert werden, sie benötigen weniger Platz und sind leichter.
Vielfalt an Sonderschrauben
Der Gewindespezialist fertigt darüber hinaus eine große Vielfalt von Sonderschrauben, die sich oft im Motor und Fahrwerk von Autos finden, beispielsweise die selbstentwickelte KX Head, die im Kopf 30 Prozent weniger Gewicht mitbringt. Andere Schrauben sind elektrisch isolierend und verhindern, dass sie Strom übertragen. Hohlschrauben verbinden beispielsweise Bremsleitungen mit dem Bremssattel, die Bremsflüssigkeit fließt durch die hohle Schraube.
Unter dem Namen KXpanded entwickelte der Hersteller Halteschrauben für E-Batterien in LKW, die mit 60 Zentimeter Länge für Gewindegröße M8 sehr lang ist. Zudem stellt dieser Anwendungsfall hohe Anforderungen an die Geradheit der Schrauben. Diese Schrauben brachten die Fertigungsmaschinen, die auf Drahtmaterial das Gewinde rollen und den Kopf stauchen, an ihre Grenzen. Solch lange Bauteile lassen sich auf den bestehenden Maschinen nicht an beiden Enden bearbeiten. Zudem würden sich die Schrauben bei der folgenden Wärmebehandlung verziehen. So werden Schraubenschaft und Schraubenkopf nun getrennt gefertigt und in einem patentierten Verfahren miteinander verstemmt. Dabei kommt vorvergütetes Material zum Einsatz, so dass kein Verzug auftritt.
Berechnung der Lastfälle
„Ohne Ansys hätten wir das nicht gewagt“, erinnert sich Maximilian Schaller, Leiter des Kompetenzfelds Simulation. „Dank der Berechnung konnten wir sicher sein, dass die Verstemmung die notwendigen Kräfte zuverlässig überträgt.“ Tatsächlich war diese Neuentwicklung der Anlass, Ansys einzuführen. Kamax evaluierte dazu eine ganze Reihe von Systemen, um sich schließlich für das vom Ellwangener Systemhaus Inneo präsentierte Ansys zu entscheiden. Ein wichtiger Grund für die Entscheidung war neben der Funktionalität die Tatsache, dass die nahegelegene technische Hochschule ebenfalls mit diesem System arbeitet und so Fachkräfte einfacher zu rekrutieren sind.
Dank der Ansys-Simulation sind sich die Kamax-Entwickler sicher, dass die Verklemmung des Schraubkopfs das benötigte Drehmoment übertragen kann.
(Bild: Kamax)
„Bei Fragen zur Berechnung konnten wir uns immer an einen technischen Mitarbeiter von Inneo wenden und schnell Unterstützung bekommen“, erinnert sich Schaller. „So lernten wir direkt in der Praxis, wie Ansys zu bedienen ist. Das war sehr effizient und wir bekamen schnell eine Vorstellung, wo uns Ansys im Entwicklungsprozess helfen kann. Inzwischen haben wir zwei Ansys-Lizenzen und berechnen alle Lastfälle außer Kaltumformungen mit diesem System. Im Bereich der Hohlschrauben haben wir schon darüber nachgedacht, Strömungssimulation zu nutzen, haben diese Idee aber bisher noch nicht umgesetzt.“
Passgenaue Lösungen für Sonderschrauben entwickeln
Die KXpanded-Schrauben sind ein gutes Beispiel für die Kompetenzen von Kamax: Außergewöhnliche Formen sowie speziell entwickelte und oft patentierte Werkstoffe ermöglichen Lösungen weit außerhalb dessen, was „normale“ Schrauben leisten können. Schaller fügt hinzu: „Dabei ist es immer sehr wichtig, die Anforderungen des Kunden genau zu verstehen, um eine passgenaue Lösung zu finden. Diese Art, auf den Kunden einzugehen, finden wir auch bei Inneo. Wir hatten von Beginn an direkten Zugriff auf Spezialisten, die uns schnell weiterhelfen können.“
Die Mitarbeiter des Schraubenherstellers wurden mit Hilfe von Individualtrainings in Ansys eingeführt, wobei Inneo nicht nur Ansys im Blick hatte, sondern beispielsweise auch erklärte, wie man CAD-Modelle so aufbaut, dass sie sich optimal in Ansys nutzen lassen. „Die Zusammenarbeit war immer sehr unkompliziert“, so Schaller, „bisher konnten alle Fragen, die wir hatten, über den Support geklärt werden.“
Stand: 16.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die WIN-Verlag GmbH & Co. KG, Chiemgaustraße 148, 81549 München einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von redaktionellen Newslettern nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://kontakt.vogel.de/de/win abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung, Abschnitt Redaktionelle Newsletter.
„Auf unser Unternehmen kommen neue Herausforderungen zu“, fasst Schaller zusammen. „Mit dem Aufstieg der E-Mobilität werden andere Anwendungsfälle kommen, die ersten davon finden wir schon jetzt, beispielsweise in den isolierenden Schrauben für die Verbindungstechnik. Neue Technologien entwickeln sich, bestehende Technologien wie die Brennstoffzelle gewinnen an Bedeutung. Welche sich wirklich durchsetzen, ist unklar, aber mit Ansys und Inneo haben wir das Werkzeug und den Partner, der uns in jedem Fall weiterhelfen wird.“
Der Autor Dipl.-Ing. Ralf Steck ist freier Fachjournalist für die Bereiche CAD/CAM, IT und Maschinenbau in Friedrichshafen.