So lassen sich Konstruktionsdaten zur Produkt-Visualisierung nutzen

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"Das Auge kauft mit", diese Aussage könnte ein neue Bedeutung bekommen, denn manche Unternehmen arbeiten bereits mit aufbereiteten Konstruktionsdaten im Vertrieb.
So lassen sich Konstruktionsdaten zur Produkt-Visualisierung nutzen

Quelle: Blue Silver

CAD-Daten der Produktentwicklung verbleiben meist in den an der Konstruktion beteiligten Abteilungen. Bereiche wie Marketing, Vertrieb oder Schulung haben kein Bildmaterial zur Verfügung, bis das Produkt fertiggestellt ist. Dabei sind die CAD-Daten ein wahrer Schatz, der lediglich aufbereitet werden muss, um das Produkt zum Leben zu erwecken. Gerade jetzt, wo persönliche Kundenbesuche auf Grund der Corona-Pandemie nicht mehr möglich sind, sind animierte Produktdarstellungen eine sehr gute Option für den virtuellen Vertrieb.

Das Kernproblem: Wie lassen sich Kunden überzeugen?

Wie kann man Kunden im Verkaufsgespräch überzeugen, wenn das Produkt zum Vorzeigen gar nicht zur Verfügung steht, weil es noch keinen Prototypen gibt oder es viel zu groß ist? Oder, wie aktuell durch das Coronavirus, weil keine Messen und keine 1:1 Kundengespräche stattfinden. Fotos? Machen alle. PowerPoint? Meistens langweilig und zu textlastig. Videos? Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich neu auf dem Markt. Wer dagegen im Verkaufsgespräch beeindrucken möchte, kann auf innovative 3D-Animationen zurückgreifen, die es erlauben, jedes kleinste Detail realitätsnah zu erleben.

Die Digitalisierung hat manche Unternehmen vielleicht schneller erreicht als ihnen lieb war, aber so ist es auch möglich, die vielen Vorteile auszuschöpfen. Warum nicht dem Kunden über ein Screensharing die Produkte und Dienstleistungen vorstellen? Am realitätsnahsten ist hier das Streaming von 3D-Content bei einer Onlinepräsentation, die den Kundenbesuch ersetzt.

So lassen sich Konstruktionsdaten streamen

Animationen wurden vielleicht bis jetzt noch als zu teuer abgelehnt. Wer aber den vorhandenen CAD-Datenschatz aus der Produktentwicklung nutzt, der kann kostengünstigen Content erstellen, der das Produkt aus allen Perspektiven sichtbar macht. 3D-Animationen sind Alternativen für digitalen Vertrieb und Marketing: nicht nur, dass man sie den Kunden in einem Online-Meeting vorstellen kann – mit ihnen lassen sich sogar virtuelle Messen erstellen.

Wenn zum Beispiel ein Gabelstapler nur im Rechner existiert, können auf Basis dieser Konstruktionsdaten Visualisierungen erstellt werden, bevor das Fahrzeug physisch greifbar ist. Bei dieser Art der Produktdarstellung stimmt jeder Winkel und jeder Zentimeter. 3D-Animationen helfen, das Unsichtbare sichtbar zu machen, etwa bei Wirkstoffen in der Medizin oder bei Steuerungsabläufen innerhalb einer Maschine.

Vertriebler, die bereits damit arbeiten, schätzen das sehr einfache Format, das sich auch auf mobilen Endgeräten abspielen lässt: einfach auf Start drücken und der Betrachter kann das Produkt aus allen Perspektiven mit einem sehr hohen Detailgrad betrachten, sogar von innen. Gerade für Industrieunternehmen steht so ein sehr interessantes Tool zur Verfügung.

3D-Animationen von zukünftigen Projekten und Anlagen schaffen ein hochwertiges und innovatives Image und sind nicht nur ein gutes Werkzeug für den Vertrieb, sondern auch für die Marketing-Abteilung, die sie für die Social Media Accounts oder die Webseite nutzen kann. Ganz nebenbei hat digitalisierter Content auch Vorteile gegenüber Fotografien: Angenommen, das Produkt ist schon fertig und steht in der Werkshalle, so muss im Nachgang das Bild oft bearbeitet werden, weil die Hallen im Foto nicht sichtbar sein sollen.

Auch in der Hintergrundgestaltung bieten 3D-Animationen unendliche Möglichkeiten. Falls es nach dem Shooting noch Änderungen gibt, muss der Fotograf normalerweise noch einmal in die Firma kommen. Dieser Aufwand lässt sich vermeiden, wenn gleich digital gearbeitet wird.

Die Konstruktionsdaten für andere Bereiche aufarbeiten

Wie werden also CAD-Daten aufbereitet, um sie abseits der Konstruktion nutzen zu können? Hier muss man bedenken, dass zwei Welten aufeinander prallen. CAD-Daten sind ursprünglich für die Produktion gedacht – es handelt sich um große Dateien mit vielen Details. Die Daten müssen alle Produktinformationen enthalten, etwa welche Schrauben wo sitzen müssen, wo Halterungen platziert sind und vieles mehr. In einer Visualisierung hingegen kommt es darauf an, dass alles gut aussieht. Natürlich müssen die Proportionen stimmen, aber es ist nicht die gleiche Masse an Daten notwendig wie für die Produktion.

Das führt zu Problemen bei der Weiterverarbeitung, weil die Dateien durch Qualität und Quantität der Daten so groß werden, dass sie sich nicht so einfach austauschen lassen. Bevor die 3D-Animation aus Konstruktionsdaten entstehen soll, gilt es aufzuräumen, um unnötigen Datenballast zu bereinigen. Das spart nachher sehr viel Zeit.

„Die Datei sollte nicht größer als 100 MB sein und im STP-Format vorliegen“, empfiehlt Stefan Barnewitz. Barnewitz ist Marketing- und Vertriebsleiter bei der Blue Silver GmbH, die Kunden aus der Industrie beim Erstellen von 3D-Animationen unterstützt. Für den Datenaustausch empfehlen Experten Tools wie 3D Studio Max und Power Translator von NPower Software. Einige auf dem Markt erhältliche Produkte für einen Austausch zwischen Konstruktions- und 3D-Software implizieren erfahrungsgemäß eine umfassende manuelle Nachbearbeitung oder es gehen sogar Daten verloren.

Synergien mittels aufbereiteten CAD-Daten schaffen

Aus den CAD-Daten lassen sich unendlich viele Produkte erstellen: Sei es die schon genannten 3D-Visualisierungen aber auch Material für Broschüren und Poster, Darstellungen für Schulungen, 3D-Druck, ja sogar Virtual Reality- und interaktive Anwendungen sowie Computerspiele. Für den digitalen Vertrieb lassen sich 3D-Animationen optimal einsetzen, zum Beispiel in Kombination mit Videokonferenzen und Webinaren.

Voraussetzung für diese großen Synergien ist aber, dass als zweiter Schritt die Konstruktionsdaten in ein möglichst universelles Format wie ein fbx-File konvertiert werden. So ist garantiert, dass sich die Daten in allen gängigen 3D-Programmen bearbeiten lassen, zum Beispiel auch für Echtzeit Game-Engines. Auch wenn nach dem Austausch nicht alle Informationen erhalten bleiben, so doch etwa 70%. Das schafft deutliche Synergien, die sich auch auf die Kosten auswirken.

Je nach Anwendung können Low Poly 3D- oder High Poly 3D-Modelle unterschieden werden. Mit den reduzierten Daten des Low Poly werden etwa Augmented Reality- Anwendungen erstellt, die auf mobilen Endgeräten mit geringer Rechenleistung funktionieren müssen. High Poly 3D-Daten werden hingegen für 3D-Animationen, Virtual Reality und Print benutzt. Gerade 3D-Renderings werden zur Zeit immer beliebter. Die Erstellung ist viel günstiger als ein Fotoshooting und alle Produkte im Portfolio sehen gleich aus.

Die Synergien sollten natürlich im Unternehmen klar kommuniziert werden. Denn häufig kommt es vor, dass unterschiedliche Abteilungen 3D-Anwendungen beauftragen, ohne voneinander zu wissen. Dabei kann der 3D-Content gesammelt und mit den gleichen Konstruktionsdaten in Auftrag gegeben werden. Das spart Budget und Zeit.

Fazit: Dieses Potenzial steckt in den Konstruktionsdaten

3D-Animationen aus Konstruktionsdaten haben ein großes Potenzial für viele Abteilungen. Seien es Produktvideos für den digitalen Vertrieb, virtueller Messestand oder 360-Grad-Videos – vielfältige Anwendungen sind denkbar, die mit ihrem Detailgrad einen deutlichen Mehrwert bringen und zudem sehr innovativ sind.

Wenn also angedacht ist, CAD-Daten für Marketing, Vertrieb und Schulungen zu nutzen, dann sollte das Format auch für Weiterverwendungen geeignet sein. Um die Vorteile des Datenschatzes voll auszunutzen und Synergien entstehen zu lassen, sollte ein abteilungsübergreifender Informationsaustausch stattfinden.

Autorin: Claudia Ballhause, IT-Journalistin

Weiterlesen auf Digital Engineering Magazin: Acht Erfolgsfaktoren für die Umsetzung von IIoT im Mittelstand

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