So bleiben Unternehmen auch in Krisenzeiten handlungsfähig

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PTCs Präsident und CEO Jim Heppelmann sprach in seiner LiveWorx 2020 Keynote über die Vorteile digitaler Strukturen. Er sieht vor allem vier wesentliche Fähigkeiten, die Unternehmen helfen, in Krisenzeiten handlungsfähig zu bleiben.
Krisenzeiten

Quelle: PTC

Die Keynote 2020 wurde online aus Heppelmanns Bostoner Wohnung übertragen. Er sprach darin die menschlichen und wirtschaftlichen Kosten von Covid-19 an und würdigte die Leistungen der Beschäftigten in den Betrieben, die weltweit helfen, die Krise zu bewältigen. Die Pandemie bezeichnete Jim Heppelmann als bislang letzte in einer Reihe globaler Störungen. Er nannte Terrorismus, den Brexit und die jüngsten Handelskriege. Die Welt befinde sich in einer weniger stabilen und vorhersehbaren Ära und müsse nun in Krisenzeiten Wege finden, damit umzugehen und sich dennoch weiter­zuentwickeln.

Krisenzeiten bewegen Innovationen

Neben viel Leid habe die Krise auch Inno­vationen und Einfallsreichtum hervorgebracht. Nicht zuletzt im eigenen Haus sei es dank des Einsatzes der Mitarbeiter gelungen, das globale Geschäft fortzuführen und entscheidende Releases wie Creo 7 von zu Hause aus umzusetzen. Bei dem Update handelt es sich um „eines der ehrgeizigsten und innovativsten“ Releases der Unternehmensgeschichte.

Die Ergebnisse der digitalen Arbeit bewertete Jim Heppelmann als „in vielen Bereichen überraschend positiv“. Dank Cloud-Lösungen und SaaS habe die Mehrheit der Büro- oder Wissensarbeiter relativ nahtlos zur Distanzarbeit übergehen können. Bei etwa 75 Prozent der weltweit anfallenden Tätigkeiten sei die physische Präsenz am Arbeitsplatz aber unerlässlich, etwa in der Produktion, Montage, Distribution oder im Außendienst. Für diese Beschäftigten ist die gegenwärtige Lage eine enorme Herausforderung.

In Krisenzeiten brauchen Unternehmen vier entscheidende Fähigkeiten

Durch Beobachtung der Krisenbewältigung, resümierte Heppelmann, habe er erkannt, dass vor allem vier Fähigkeiten von Unternehmen entscheidend dafür seien, diese nicht nur zu überleben, sondern erfolgreich weiteragieren zu können. Diese dürften sich in den kommenden Monaten und Jahren als erfolgsentscheidend erweisen.

1. Mobilität und Resilienz der Arbeitskräfte

Die erste Fähigkeit ist die Mobilität und ­Resilienz der Arbeitskräfte. Die verstärkte Nutzung von Cloud-Technologien lasse ­Arbeitnehmer unabhängig von ihrem Standort auf Werkzeuge und Daten zugreifen, die sie für ihre Arbeit benötigten. Mit der Übernahme von Onshape im November 2019 hat PTC nicht nur eine vollständige Suite von SaaS-CAD- und PLM-Tools erworben, sondern auch die Grundlage für die künftige Bereitstellung von SaaS-Versionen aller Produkte geschaffen.

Solche Strukturen, so Jim Heppelmann, hätten bei vielen produzierenden Unternehmen „den Tag gerettet“. Das treffe unter anderem für Kunden des PLM-Systems Windchill zu, das eine lange Cloud-Historie habe. Er nannte Beispiele: GreyOrange stellt autonome Roboter her, die berührungslose Interaktionen unter anderem in Lagern und Distributionszentren ermöglichen. Als die Entwickler von zu Hause aus arbeiteten konnten sie dank Windchill auf Informationen und Designs zugreifen. So blieb das Unternehmen produktiv.

Medizingeräte-Spezialist Fresenius zählt zu den größten Anbietern von Dialyse-Ausrüstung und -dienstleistungen. Auch hier arbeiteten Angestellte statt in einer der Betriebsstätten von zu Hause aus weiter an Lösungen, die Dialyse-Patienten den Gang ins Krankenhaus und damit ein erhöhtes Infektionsrisiko ersparen sollen. Und wie bei GreyOrange erwies sich die PLM-Plattform als funktionierendes Werkzeug für die Zusammenarbeit auf Distanz.

2. Flexible und innovative Lieferketten

Bei der zweiten Fähigkeit handelt es sich um flexible und innovative Lieferketten. In einer Welt, in der viele Unternehmen gemeinsam an der Entwicklung und Herstellung eines Produkts arbeiten, so Heppel­mann, stellten Software-Inkompatibilitäten weiterhin ein Hindernis dar. Auch in dieser Hinsicht vereinfacht ein cloudbasiertes Produkt wie Onshape die Zusammenarbeit.

Das zeigen die Beatmungsgeräte, die von einem Konsortium lokaler Firmen in El Salvador unter der Leitung der Francisco Gandia Universität hergestellt wurden. Auch das Franchisemodell des deutschen Elektrofahrzeugspezialisten e.GO Mobile profitiert davon. Gemeinsam mit Partnern aus Forschung, Industrie und Stadtplanung entwickelt e.GO ein Elektroauto, das mit OEMs konkurrieren kann. Weltweit sollen Franchisenehmer das Design übernehmen, es an ihren lokalen Markt anpassen und das Fahrzeug produzieren.

Das Betriebskapital von e.GO besteht vor allem aus geistigem Eigentum. Deshalb benötigt das Unternehmen eine Lösung, mit deren Hilfe es Produktinformationen mit den Franchisenehmern teilen und gleichzeitig sein geistiges Eigentum schützen kann. e.GO fand diese Lösung in Onshape. So erhalten Partner Zugang zu Daten, ohne dass der E-Fahrzeug-Entwickler ihnen eine Kopie überlassen muss. Auch bei lokalen Anpassungen können sie so kooperieren.

3. Konnektivität & Kooperation an Präsenzarbeitsplätzen

Die dritte Fähigkeit ist die Ermöglichung von Konnektivität und Kooperation an vorderster Front. Hier ging Jim Heppelmann auf PTCs Vuforia Augmented Reality (AR)-Anwendungen ein. „Ich bin überzeugt, dass AR Mitarbeitern in Produktion, Distribution, Lager oder Außendienst massive Vorteile verschaffen wird“, sagte Heppelmann. Ein Beispiel: Die Toyota Motor Company setzt Vuforia Chalk ein, damit Mitarbeiter aus der Ferne die Subunternehmer auch in Krisenzeiten unterstützen können, die sich um die ­Installation neuer Fertigungslinien kümmern und bestehende Anlagen auf der ganzen Welt warten.

In Großbritannien stellte PTC als Teil des KonsortiumsVentilatorChallengeUK seine AR-Plattform zur Verfügung. Mit Hilfe von Vuforia Expert Capture konnten Fachleute die Montageschritte beim Bau von Beatmungsgeräten aufzeichnen und mit den Arbeitern in den Werken derjenigen Partner, die in „normalen“ Zeiten andere Dinge fertigen, teilen.

4. Fernüberwachung und -wartung

Auch die Fernüberwachung und -wartung in Krisenzeiten mit Hilfe des Internet of Things (IoT) spielt eine immer größere Rolle. Sie hält die ­Maschinen in den Fabriken am Laufen und gewährleistet deren vorausschauende Wartung nach Kauf und Installation durch die Kunden.

Medizingerätehersteller Elekta konnte durch IoT-Konnektivität die Zeit für den Austausch von Teilen an Strahlentherapiegeräten von 60 auf 15 Stunden reduzieren. Etwa die Hälfte der Geräteprobleme wird inzwischen aus der Ferne gelöst. Beim Unternehmen Autoliv, das Sicherheitsausrüstung wie Airbags und Sicherheitsgurte fertigt, wird IoT zur Echtzeiterkennung von Problemen bei der Produktqualität und -zuverlässigkeit eingesetzt.

Digitale Transformation als Antwort auf die Herausforderungen in Krisenzeiten

„Die Coronakrise stellt uns vor schwerwiegende gesundheitliche und wirtschaftliche Probleme, aber sie beschleunigt die Entwicklung hin zu digitalen Technologien wie IoT, AR und SaaS. Diesen Technologien hat PTC immer höchste Priorität eingeräumt, und sie machen unser Unter­nehmen so einzigartig“, resümierte Jim Heppelmann am Ende seiner Ansprache.

„Wenn man langfristig mit Unsicherheiten und Unterbrechungen rechnen muss, ist die Beschleunigung der digitalen Transformation die ideale Antwort“, sagte er weiter. „Es ist an der Zeit, eine Bestandsaufnahme vorzunehmen, was funktioniert und was nicht – und im Interesse langfristiger geschäftlicher Vorteile über aktuelle Sachzwänge hinaus zu denken“.

KrisenzeitenQuelle: PTC
Jim Heppelmann ist Präsident und CEO von PTC.

Lesen Sie auch: Messtechnik: Eine Plattform für alles

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