SKF-Pilotprojekte: Schlaue Lager auf der Schiene und im Windrad

Mit Insight liefert SKF eine Lösung für das Lagerzustandsmanagement, das aktuell in mehreren Branchen getestet wird. Die Technik basiert auf drahtlosen, intelligenten Minisensoren, die direkt in SKF-Lager integriert werden können. Ohne eigene Stromversorgung laufen und versenden sie ihre Messdaten via Internet.

Pilotprojekte basierend auf Insight laufen derzeit in Windenergieanlagen und Schienenfahrzeugen. Eine Auswertung der Zustandsdaten durch von SKF entwickelte Algorithmen erlaubt eine adaptive Instandhaltung.

Während die herkömmliche Zustandsüberwachung darauf abzielt, bereits entwickelnde Lagerschäden zu erkennen, spürt SKF Insight ungewöhnliche Betriebsbedingungen auf, die zu Schäden führen können. Dadurch bleibt dem Anwender meist noch ausreichend Zeit, um Schlimmeres zu verhindern. Ronnie Spolidoro, Manager für Geschäftsentwicklung, erklärt die Vorteile: „Unsere Lösung geht über die aktuelle Sensorlagertechnologie hinaus. Sie integriert unterschiedliche Sensoren, setzt intelligente Funktechnik ein und bringt ihre eigene Stromversorgung mit. Die Lager senden ihre Daten in die SKF-Cloud und der Kunde hat Zugriff auf die Diagnose- und Supportleistungen von SKF. So wird ein umfassendes Lagerzustandsmanagement möglich.“

SKF Insight überwacht Schwingungen, Temperaturen, Schmierbedingungen, Belastungen und weitere Parameter. Bei ungewöhnlichen Bedingungen wird der Anwender benachrichtigt. Die Zustandsdaten können mittels SKF „@ptitude“ von Diagnosezentren abgerufen und ausgewertet werden.

Die Informationen können Werksbetreiber, Maschinenhersteller, SKF Experten und andere befugte Personen mit Internetzugang zugänglich gemacht werden. Die Daten lassen sich auch mit Smartphones und Tablets aufrufen.

Das Lagerzustandsmanagement mit SKF Insight ist ein innovativer Ansatz, dessen Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Mit dieser Lösung lässt sich ermitteln, wie die tatsächlichen Betriebsbedingungen den Lagerzustand beeinflussen und welche Korrekturmaßnahmen erforderlich sind (z.B. automatische Schmierung, Anpassung der Maschinenparameter u. ä.). So werden Lagerschäden vermieden und die Lebensdauer des Lagers verlängert sich.

Einer der vielversprechendsten Anwendungsbereiche sind Windenergieanlagen, bei denen naturgemäß erhebliche Instandhaltungskosten anfallen. Unter Umständen kann der Austausch des beschädigten Hauptlagers einer Windenergieanlage so teuer sein, dass sich der Anlagenbetrieb nicht mehr amortisiert. In solchen Fällen kann SKF Insight die Belastungen und Schmierbedingungen überwachen, so dass ausreichend Zeit bleibt, um schädliche Prozessbedingungen zu beseitigen. SKF arbeitet bereits mit einem Kunden aus der Windenergiebranche an der Entwicklung eines solchen Systems. Das System kann auch nachträglich eingebaut werden. Es könnte weltweit mehrere tausend Windenergieanlagen auf einen Schlag zuverlässiger machen.

Eine ähnliche Lösung entwickelt SKF auch für Schienenfahrzeuge. Radlager sind sicherheitskritische Komponenten und werden daher meist in festen Abständen – unabhängig von ihrem tatsächlichen Zustand – ausgetauscht. SKF Insight bietet eine kostengünstige Möglichkeit zur Erfassung von Zustandsüberwachungsdaten und erlaubt so eine Bestimmung der Lagerlebensdauer und der Austauschintervalle anhand der tatsächlichen Betriebsbedingungen.

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