Produktentwicklung Simulationssoftware: Comsol zieht positive Jahresbilanz 

Quelle: Comsol 3 min Lesedauer

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Comsol, Anbieter von Simulationssoftware, blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück. Zu den Highlights zählen die Comsol Conference in Amsterdam, der Launch der Version 6.4 sowie das 25-jährige Jubiläum der Niederlassung in Göttingen.

Vortrag von Daniel Ericsson von Deflexional AB auf der Comsol-Konferenz 2025.(Bild:  Comsol)
Vortrag von Daniel Ericsson von Deflexional AB auf der Comsol-Konferenz 2025.
(Bild: Comsol)

Im Jahr 2000 wurde in Göttingen der deutsche Standort des schwedischen Softwareunternehmens gegründet. Comsol entwickelt Simulationssoftware, mit der Forscher und Entwickler Prozesse und Produkte virtuell testen können, bevor sie real umgesetzt werden. Dank der Multiphysik-Modellierung lassen sich unterschiedliche physikalische Effekte sowie relevante Einflussgrößen wie Temperatur, elektrische Felder und Strömungen in einem gemeinsamen Modell abbilden. Mit dem Application Builder können zudem individuelle Apps erstellt werden, die auch Anwendern ohne Modellierungskenntnisse den Zugang zur Multiphysik-Simulation ermöglichen. Dadurch findet die Software von Comsol branchenübergreifend Anwendung.

Multiphysik-Simulation in der Praxis

Die jährliche europäische Comsol Conference fand 2025 in Amsterdam statt. Die dreitägige Veranstaltung bringt Wissenschaftler, Ingenieure und Entwickler zusammen, um aktuelle Arbeiten aus Modellierung und Simulation vorzustellen und sich über Projekte und Ideen auszutauschen. In Keynotes unter anderem von Porsche, Bosch und Endress+Hauser erhielten die Teilnehmenden Einblicke in den Einsatz von Simulation in unterschiedlichen Branchen und in der Forschung sowie in daraus hervorgehende innovative Entwicklungen.

Elektrochemische Prozesse besser verstehen

Die Porsche AG zeigte beispielsweise, wie Modellierungsmethoden der Comsol-Simulationssoftware das Verständnis elektrochemischer Prozesse in hochenergetischen Lithium-Ionen-Batterien vertiefen. Dies eröffnet neue Ansätze, um der steigenden Nachfrage nach Batterien mit großer Reichweite und kurzen Ladezeiten zu begegnen. Ergänzend zu den Fachvorträgen bot die Konferenz Podiumsdiskussionen, Minikurse und Gast-Vorträge. Letztere umfassten 23 Beiträge, die jeweils innovative Anwendungen von Modellierung und Simulation vorstellten, unter anderem in den Bereichen Brennstoffzellen, Mikroelektronik und Uhrmacherkunst. „Es war beeindruckend zu sehen, wie vielseitig trainierte Surrogat Modelle eingesetzt werden können, um multiphysikalische Simulationsergebnisse nahezu in Echtzeit zu liefern“, berichtet Phillip Oberdorfer, Technology Communications Manager bei Comsol. „Mein Lieblingsbeispiel zeigt: Das Ticken einer hochwertigen Uhr lässt sich damit in rund zehn Minuten optimieren. Dieser Prozess würde mit einem vollständigen FEM-Modell mehrere Stunden dauern.“

Comsol stellt mit Version 6.4 erweiterte Möglichkeiten vor

In Amsterdam wurde außerdem die neue Version 6.4 von Comsol Multiphysics vorgestellt. Sie bietet neue Features, erhebliche Leistungsverbesserungen und erweiterte Möglichkeiten für die Multiphysik-Modellierung und die Entwicklung von Simulations-Apps. Mit Version 6.4 integriert der Anbieter erstmals umfangreiche GPU-Beschleunigung und erweitert die Multi-GPU-Funktionen im Bereich der Akustiksimulation. Comsol verbessert so die Skalierbarkeit und Leistung der Löser. Die GPU-gestützte Lösung für transiente Druckakustiksimulationen lässt sich nun sowohl auf mehreren GPUs innerhalb eines Systems als auch auf ganzen GPU-Clustern ausführen. Die Rechenzeit bei größeren Modellen wird dadurch erheblich reduziert.

Neues Add-On Granular Flow Module

Die Version 6.4 beinhaltet das neue Add-On Granular Flow Module, das auf der Methode der diskreten Elemente basiert. Forscher und Ingenieure können so granulare Prozesse wie Mischen, Trichterentleerung und Pulververteilung modellieren. Dies ist für diverse Industrie- und Forschungszweige hilfreich. Es findet bereits Anwendung in der chemischen Verarbeitung und der pharmazeutischen Industrie, aber auch in der additiven Fertigung, dem Bergbau und der Landwirtschaft.

Nichtlineare Ereignisse simulieren

Mit der Version 6.4 lassen sich Falltests simulieren. Beispielsweise für tragbare Unterhaltungselektronik.(Bild:  Comsol)
Mit der Version 6.4 lassen sich Falltests simulieren. Beispielsweise für tragbare Unterhaltungselektronik.
(Bild: Comsol)

Version 6.4 führt außerdem ein neues Framework für zeitexplizite Dynamikanalysen ein, das schnelle und stark nichtlineare Ereignisse wie Stöße, elastische Wellen oder Quetschungen effizient simuliert. Es unterstützt zahlreiche nichtlineare Strukturmaterialien, lässt sich mit dynamischen Bruchsimulationen kombinieren und bietet eine automatische Kontakterkennung für komplexe mechanische Baugruppen. So können beispielsweise Falltests von tragbarer Unterhaltungselektronik wie Mobiltelefone simuliert und getestet werden.

Comsol Day am, 8. Januar 2026

Die Version 6.4 wird beim Comsol Day am 8. Januar digital präsentiert. In fünf Vorträgen können Teilnehmende die Neuerungen von 12:00 bis 15:45 Uhr kennenlernen. Registrierung und weitere Informationen hier.

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