Erweiterung des Digital Twins Simulation und KI: Siemens übernimmt Altair

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Siemens hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Altair Engineering für rund 10 Milliarden US-Dollar unterzeichnet und plant, "das weltweit umfassendste KI-gestützte Design- und Simulationsportfolio" zu schaffen.

Siemens stärkt seine Marktposition bei Industriesoftware und KI durch die Akquisition von Altair Engineering.(Bild: Siemens)
Siemens stärkt seine Marktposition bei Industriesoftware und KI durch die Akquisition von Altair Engineering.
(Bild: Siemens)

Die Aktionäre von Altair erhalten 113 US-Dollar pro Aktie, was einem Unternehmenswert von ungefähr 10 Milliarden US-Dollar entspricht. Der Angebotspreis entspricht einer Prämie von 19 Prozent auf den unbeeinflussten Schlusskurs von Altair am 21. Oktober 2024, dem letzten Handelstag vor Medienberichten über eine mögliche Transaktion. Mit der Akquisition stärkt Siemens seine Position als führendes Technologieunternehmen und seine Führungsrolle bei industrieller Software.

Altair Engineering bietet Software- und Cloud-Lösungen in den Bereichen Simulation und Analyse, Datenwissenschaft und KI sowie Hochleistungsrechnen („High-Performance Computing“) an. Das unternehmen wurde 1985 gegründet, ging 2017 an die Börse (Nasdaq) und hat seinen Hauptsitz in Troy, Michigan (USA). Von den mehr als 3.500 Mitarbeitenden arbeiten ungefähr 1.400 Mitarbeitende im Bereich Forschung und Entwicklung. 

"Bedeutender Meilenstein für Siemens"

„Die Akquisition von Altair ist ein bedeutender Meilenstein für Siemens. Diese strategische Investition steht im Einklang mit unserem Engagement, die digitale und nachhaltige Transformation unserer Kunden durch die Verbindung der realen und digitalen Welt zu beschleunigen. Durch die Kompetenzen von Altair in den Bereichen Simulation, Hochleistungsrechnen, Datenwissenschaft und künstliche Intelligenz zusammen mit Siemens Xcelerator entsteht das weltweit umfassendste KI-gestützte Design- und Simulationsportfolio“, sagt Dr. Roland Busch, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG. „Es ist ein logischer nächster Schritt: Wir haben in den vergangenen 15 Jahren unsere Führungsrolle bei industrieller Software ausgebaut und zuletzt die Vorteile von Daten und KI für ganze Industrien nutzbar gemacht.“

Physikbasiertes Simulationsportfolio als Teil von Siemens Xcelerator 

Das Simulationsportfolio von Altair, so heißt es bei Siemens, ist im hohen Maße komplementär. Insbesondere mit den ausgeprägten Fähigkeiten in der mechanischen und elektromagnetischen Simulation, erweitert Siemens seinen umfassenden Digitalen Zwilling und kann so ein vollständiges, physikbasiertes Simulationsportfolio als Teil von Siemens Xcelerator anbieten. Die datenwissenschaftlichen und KI-gestützten Simulationsfunktionen von Altair ermöglichen es jedem, vom Ingenieur bis zum Generalisten, mit Simulationstools zu arbeiten. Das beschleunigt Design-Iterationen und verkürzt Markteinführungszeiten. Darüber hinaus werden die Fähigkeiten von Altair im Bereich der Datenwissenschaft die Nutzung der Branchenexpertise von Siemens in Produktlebenszyklen und Fertigungsprozessen weiter beschleunigen.

„Die Akquisition von Altair bietet signifikante Synergieeffekte und unterstreicht die stringente Kapitalallokation von Siemens, auf der Grundlage einer starken Bilanz ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Investitionen und Aktionärsrendite anzustreben. Wir erwarten, dass die Transaktion ab dem zweiten Jahr nach Vollzug positiv zum Ergebnis je Aktie (vor PPA-Effekten) beitragen wird“, sagte Prof. Dr. Ralf P. Thomas, Finanzvorstand der Siemens AG.

"Höhepunkt von fast 40 Jahren Altair"

James Scapa, Gründer und CEO von Altair, erklärt: "Diese Akquisition markiert den Höhepunkt von fast 40 Jahren Altair, in denen sich das Unternehmen von einem Start-up in Detroit zu einem weltweit führenden Software- und Technologieunternehmen entwickelt hat. Wir haben Tausende von Kunden weltweit in den Bereichen Fertigung, Biowissenschaften, Energie und Finanzdienstleistungen hinzugewonnen und eine großartige Belegschaft sowie eine innovative Unternehmenskultur aufgebaut. Wir glauben, dass diese Kombination von zwei sich stark ergänzenden Marktführern im Bereich der Engineering Software das breite Portfolio von Altair in den Bereichen Simulation, Datenwissenschaft und Hochleistungsrechnen mit der starken Position von Siemens in den Bereichen Mechanik und EDA-Design zusammenbringt. Die herausragende Technologie, die strategischen Kundenbeziehungen und die technologiegeprägte Kultur von Siemens passen hervorragend zu Altair, um den Innovationspfad mittels Computational Intelligence weiter fortzusetzen.“

Signifikante Synergien erwartet

Die Transaktion soll den Umsatz im digitalen Geschäft von Siemens deutlich um +8 Prozent steigern und den im Geschäftsjahr 2023 berichteten Umsatz im digitalen Geschäft um ungefähr 600 Millionen Euro erhöhen. Mit einem Umsatzeffekt von mittelfristig mehr als 500 Millionen US-Dollar pro Jahr, der langfristig auf mehr als 1,0 Milliarden US-Dollar pro Jahr anwachsen wird, erwartet Siemens signifikante Umsatzsynergien, insbesondere durch Cross-Selling des in hohem Maße komplementären Portfolios und durch den vollen Zugang von Altair zur globalen Präsenz und zum globalen Industrie- und Kundenstamm von Siemens. Darüber hinaus strebt Siemens mit einem EBITDA-Effekt von mehr als 150 Millionen US-Dollar pro Jahr im zweiten Jahr nach Vollzug der Transaktion kurzfristig Kostensynergien an. Es wird erwartet, dass sich die Transaktion ab dem zweiten Jahr nach Vollzug positiv auf das Ergebnis je Aktie (vor PPA-Effekten) auswirken wird. Die Akquisition wird vollständig in bar mit bestehenden Mitteln von Siemens sowie den sich durch seine starke Bilanz ergebenden Finanzierungsmöglichkeiten durchgeführt. Diese Möglichkeiten werden durch das hervorragende Rating untermauert, zu dessen Beibehaltung sich Siemens verpflichtet fühlt. Ein proaktiver Abbau des Verschuldungsgrades wird dabei durch erhebliche liquide Mittel aus dem bereits abgeschlossenen Verkauf von Innomotics unterstützt. Darüber hinaus verfügt Siemens über erhebliches Finanzierungspotenzial durch den Verkauf von Anteilen an börsennotierten Unternehmen. 

Der Vollzug der Transaktion steht unter dem Vorbehalt üblicher Bedingungen und wird für die zweite Hälfte des Kalenderjahres 2025 erwartet.

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