Künstliche Intelligenz dringt zusehends von der digitalen Welt in die Realwirtschaft vor. Auf dem Siemens RXD Summit in Peking, brachte das Unternehmen mehr als 2000 Kunden, Partner, Entwickler und Branchenführer zusammen, um zu diskutieren, wie industrielle KI von der Testphase zum großflächigen Einsatz in Fabriken, Infrastruktur und industriellen Lieferketten übergeht.
„Die industrielle KI-Revolution hat begonnen. Gemeinsam experimentieren, bauen und skalieren wir – das funktioniert nur in Partnerschaften. Das wird enorme Wirkung entfalten“, sagte Roland Busch, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG.
(Bild: Siemens)
Bei der Eröffnungsrede von Roland Busch, dem Vorstandsvorsitzenden der Siemens AG, kamen auch Joe Tsai, Vorsitzender der Alibaba Group, Wang Xingxing, Gründer, Vorsitzender und CEO von Unitree Robotics, sowie Professor Ni Jun, Chief Manufacturing Officer und Co-Präsident für Technik, Forschung und Entwicklung bei CATL, mit auf die Bühne.
„Für den Einsatz von KI in der Praxis braucht es mehr als nur herausragende Modelle“, erklärte Roland Busch. „Es braucht ein Betriebssystem für industrielle KI – einen Technologie-Stack, der Daten, Software und intelligente Hardware nahtlos miteinander verbindet. Hier in Peking zeigen wir, wie sich dieses System weiterentwickelt – durch engere Partnerschaften und neue Produkte, die auf die realen Bedürfnisse unserer Kunden zugeschnitten sind. Über Siemens Xcelerator, unsere offene digitale Business-Plattform, bündeln wir diese Kompetenzen und machen industrielle KI in großem Maßstab zugänglich.“
Zur Umsetzung seines Vorhabens hat Siemens 26 neue Produkte auf den Markt gebracht und seine strategische Partnerschaft mit Alibaba intensiviert, um globale Innovationen mit in China entwickelten innovativen Lösungen zu verbinden, die industrielle Infrastruktur, Automatisierung sowie KI-Anwendungen umfassen.
Joe Tsai (rechts), Vorsitzender der Alibaba Group, und Roland Busch (links), Vorstandsvorsitzender der Siemens AG, verkündeten die Erweiterung der Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen.
(Bild: Siemens)
„Siemens ist seit langem ein fester Bestandteil des industriellen Ökosystems in China“, sagte Xiao Song, Präsident und CEO von Siemens Greater China. „Im beginnenden Zeitalter der industriellen KI sind wir mehr denn je überzeugt: Nur ein starkes Ökosystem kann das volle Potenzial von KI erschließen. Siemens verbindet seine globale Technologiekompetenz mit Chinas Innovationsgeschwindigkeit, industrieller Stärke und vielfältigen Anwendungsszenarien – und schafft so die Grundlage für qualitatives Wachstum, in China und darüber hinaus.“
Zugang für modernste Simulationstechnologie und industrielle KI
Im Zuge ihrer Bestrebungen, fortschrittliche Entwicklungs- und KI-Fähigkeiten einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, haben Siemens und Alibaba Cloud den Ausbau ihrer Partnerschaft angekündigt. Gemeinsam wollen sie in China ansässigen Kunden Computer-Aided-Engineering-Funktionen (CAE) als Infrastructure-as-a-Service (IaaS) zur Verfügung stellen, indem sie das Simulationsportfolio von Siemens mit den leistungsfähigen Computing-Kapazitäten und sicheren Cloud-Infrastruktur von Alibaba Cloud kombinieren.
Im Rahmen der Zusammenarbeit plant Siemens, seine cloudbasierten CAE-Lösungen auf Alibaba Cloud zu validieren und bereitzustellen. Kunden sollen so Zugang zu skalierbaren Simulationsumgebungen erhalten – darunter virtuelle Simulationsanwendungen und High-Performance-Computing-Cluster aus der Cloud. Das wird Ingenieurs-Teams helfen, komplexe Simulationen effizienter durchzuführen und gleichzeitig von der Flexibilität und Skalierbarkeit der Alibaba-Cloud-Infrastruktur zu profitieren.
Untersucht werden soll außerdem, wie die Large Language Models der Qwen-Serie von Alibaba die KI-Funktionen der Product Lifecycle Management Software von Siemens unterstützen können. Dies eröffnet neue Möglichkeiten für KI-unterstützte Engineering-Workflows und eine intelligentere Produktentwicklung.
Aufbau der Infrastruktur für das KI-Zeitalter
Technologien von Siemens leisten auch einen wichtigen Beitrag zum Betrieb der Infrastruktur, die das Rückgrat der KI-Wirtschaft bildet, darunter große Rechenzentren wie Alibabas Zhangbei Rechenzentrum. Für diese kritischen Umgebungen stellt Siemens innovative Technologien bereit, die eigens für die nächste Generation der KI-Infrastruktur konzipiert wurden.
Das Siemens-Portfolio umfasst industrielle Konnektivitäts- und Datenlösungen, die für die Datenströme und die Systemintegration intelligenter Industrieprozesse unabdingbar sind. Zusätzliche Technologien sichern kritische Rechenumgebungen zum Schutz der Infrastruktur ab und gewährleisten den zuverlässigen Betrieb von Systemen, auf denen umfangreiche KI-Workloads ausgeführt werden.
Eine lokal entwickelte neue Generation von Schutzschaltern gewährleistet eine zuverlässige Gleichstromverteilung in Hochleistungsrechenzentren und unterstützt Betreiber dabei, die rasch steigenden Energiedichten effizient zu bewältigen.
KI trägt auch dazu bei, die Kühlung in energieintensiven Umgebungen zu optimieren. Eine neue KI-gestützte Kühllösung analysiert und optimiert fortlaufend den Kühlbetrieb, wodurch die Effizienz gesteigert und der Energieverbrauch gesenkt wird.
Stand: 16.12.2025
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Stärkung der Steuerungs- und Umsetzungsebene für KI-gestützte Fertigung
Die Skalierung moderner Fertigungsprozesse erfordert Systeme, die nicht nur KI Analysen generieren, sondern auch nahtlos in der Fertigung umsetzen können. Auf dem Summit beantwortete Siemens diese Herausforderung mit der Vorstellung neuer Edge-, Automatisierungs- und KI-Lösungen in denen sich die weltweite Technologieführerschaft des Unternehmens mit lokaler Innovation in China verbindet.
Eine neue Generation von speicherprogrammierbaren Steuerungen bietet beispielsweise eine deutlich verbesserte Leistung und Speicherkapazität, fungiert als „Gehirn“ von Produktionslinien und koordiniert Maschinen in Echtzeit.
Die präzise Ausführung in der Fertigung wird durch fortschrittliche Motion-Control Lösungen wie kompakte Servosysteme ermöglicht, die digitale Befehle in hochpräzise Roboter- und Maschinenbewegungen umsetzen und zugleich Komplexität und Kosten des Systems verringern.
Neben innovativen Automatisierungslösungen präsentierte Siemens auch neue KI gestützte Anwendungen, die zur Optimierung industrieller Prozesse entwickelt wurden. So analysiert eine neue Software für vorausschauende Wartung beispielsweise Betriebsdaten kritischer Anlagen, um Anomalien frühzeitig zu erkennen und kostspielige Ausfallzeiten zu vermeiden.
Zusammen stärken diese Innovationen die Steuerungs- und Umsetzungsebene, die intelligente Systeme erst in die Lage versetzt, digitale Erkenntnisse in modernen Produktionsumgebungen in zuverlässige Maßnahmen umzusetzen.