Sicherheitsscheiben für Werkzeugmaschinen: Safety first!

Verantwortlicher Redakteur:in: Rainer Trummer 4 min Lesedauer

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Der Retrofit älterer Maschinen ist oft günstiger als eine Neuanschaffung. Gerade bei der Auswahl der Sicherheitsscheiben sollte jedoch die Qualität entscheiden, denn sie müssen das Personal zuverlässig vor umherfliegenden Teilen schützen. Ein neues Drehfenster sorgt zudem für eine klare Sicht in den Innenraum auf den Fertigungsprozess.

(Quelle:  Hema Maschinen- und Apparateschutz)
(Quelle: Hema Maschinen- und Apparateschutz)

Maschinensicherheitsscheiben sollen vor umherfliegenden Spänen und Werkzeug- oder Werkstückteilen schützen. Die Sicherheitsscheiben von Hema werden aus Verbundglas gefertigt: Zum Maschinenraum hin bestehen sie aus Einscheiben- oder Verbundscheibensicherheitsglas, auf der Bedienerseite aus abriebfest beschichtetem Polycarbonat. Die Kanten der Scheiben sind diffusionsdicht und kühlmittelresistent versiegelt. Hema liefert die Sicherheitsscheiben auf Wunsch mit oder ohne Rahmen montagefertig an und bietet auch einen Wechselservice: In einer Bestandsaufnahme und Beurteilung erhält der Maschinenbetreiber eine detaillierte Übersicht der in seinen Maschinen eingesetzten Maschinensicherheitsscheiben und der Tauschzeitraum wird festgelegt. Auf dieser Basis können der Ausbau und die Vermessung der vorhandenen Scheiben sowie die Konstruktion und sichere Auslegung der Ersatzscheiben in Angriff genommen werden.

Durchblick nicht nur im Retrofit

Die neuen Spinvista-Drehfenster von Hema sind für alle Arten von CNC-Hochgeschwindigkeitsfräs- und Drehmaschinen sowie Bearbeitungszentren geeignet. Der Einbau kann sowohl in der OEM-Erstausstattung als auch nachträglich erfolgen. Wenn Werkzeugmaschinen in Betrieb sind, ist die Sicht in den Innenraum durch Späneflug und umherspritzendes Kühlschmiermittel stark eingeschränkt. Das-Drehfenster sorgt für klare Sicht auf den Fertigungsprozess: Es rotiert mit so hoher Geschwindigkeit, dass Flüssigkeiten und Verschmutzungen abgeschleudert und von der Maschinenschutzscheibe ferngehalten werden. Das Ergebnis ist ein klarer Blick auf den Bearbeitungsvorgang in der Maschine. Arbeitsergonomie und Produktivität verbessern sich dadurch erheblich. Leichtes Gewicht, einfache Montage und die dank modularer Bauweise optimale Wartung reduzieren die Kosten für den Einsatz des Sichtsystems. Hema liefert auch Komplettlösungen wie Maschinenschutzscheiben mit bereits eingebautem Drehfenster. Die Systeme lassen sich vorkonfigurieren, so dass sie nur noch eingebaut und angeschlossen werden müssen. Alle Drehfenstersysteme erfüllen die jeweils geltenden Sicherheitsanforderungen.

Sicherheitsscheiben: Drehfenster in zwei Ausführungen

Das Drehfenster ist in zwei Ausführungen lieferbar, die sich in der Größe ihrer Sichtfläche unterscheiden: Spinvista Evo ist mit einem Außendurchmesser von ­253 Millimeter und einer Sichtfläche von zirka 284 cm² kompatibel mit bestehenden Drehfenster- und Montagesystemen des Anbieters. Dadurch eignet es sich für den Ersatz bereits montierter Systeme bei einem Defekt oder Upgrade. Das Spinvista Neo bietet mit einem Außendurchmesser von 290 Millimeter und einer Sichtfläche von ca. 430 cm² einen größeren Sichtbereich. Für Neukonstruktionen oder beim Retrofit von Maschinenschutzscheiben bzw. Sicherheitsscheiben ist es ebenfalls gute Wahl.

(Dank Labyrinth-Konstruktion und optionalem Überdruck sind die Drehfenster sehr überspüldicht. Bild: Hema Maschinen- und Apparateschutz)
(Dank Labyrinth-Konstruktion und optionalem Überdruck sind die Drehfenster sehr überspüldicht. Bild: Hema Maschinen- und Apparateschutz)

Drei Anschlusspositionen wählbar bei Sicherheitsscheiben

Bei der Montage wird das Drehfenster auf einer geklebten Montageplatte verschraubt. Bohrungen sind nicht erforderlich. Die Einbaulage ist dank der 360°-Ausrichtung frei wählbar, da der Montagerahmen für die Klebebefestigung auf der Maschinenschutzscheibe in jeder Lage montiert werden kann. Es sind drei Anschlusspositionen wählbar, optional kann auch ein Sperrluftanschluss gegen Kondensatbildung auf der Scheibe integriert werden. Hema verwendet für die neuen Drehfenster Aluminium mit harteloxierter Gehäuseoberfläche. Dieses Material ist widerstandsfähig gegen Abrieb und hat eine sehr gute Wärmeleitfähigkeit. Dank der verbesserten Gehäusegestaltung ergibt sich eine besonders große Sichtfläche und die geringe Bauhöhe von weniger als 32 Millimeter inklusive Montagerahmen ermöglicht die Montage auch an vielen Kabinentüren. Die Drehfenster können sowohl an Fenstern als auch an Bedienertüren befestigt werden. Dank der flachen Bauweise lässt es sich an den unterschiedlichsten Fenster- oder Türausführungen befestigen, bei ausreichend Zwischenraum sogar an Schiebetüren.

Das Funktionsprinzip von Drehfenstern

Die beste Sicht auf den Fertigungsprozess bietet das Drehfenster in Anlagen, in denen Kühlmittel auf Wasserbasis oder dünnflüssige mineralische Öle zum Einsatz kommen. In Umgebungen mit ölhaltigen Kühlmitteln wird zusätzlich die Verwendung einer Scheibe mit spezieller Beschichtung empfohlen. Auf Wunsch wird das Spinvista auch mit ATEX-Schutz ausgestattet. Dafür führt Hema den bürstenlosen 24-VDC-Motor und die Elektronik vollvergossen aus, so dass sie gegen Funkenbildung und Feuchtigkeit geschützt sind. Für den Antrieb kommt bei allen Versionen standardmäßig ein Hightech-Swiss-Motor zum Einsatz. Der Scheibenläufer verfügt über einen Blockier-, Verpol- und Übertemperaturschutz für maximale Betriebssicherheit. Insgesamt bietet die neue Spinvista-Reihe eine wirtschaftliche und hochwertige Drehfensterlösung mit hoher Betriebssicherheit: Dank Labyrinth-Konstruktion und optionalem Überdruck sind die Drehfenster überspüldicht und die Drehscheibe bremst innerhalb weniger Sekunden auf eine nichtkritische Drehzahl und kann gefahrlos berührt werden.

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(Die Faltenbälge schützen Wellen und Spindeln. Bild: Hema Maschinen- und Apparateschutz)
(Die Faltenbälge schützen Wellen und Spindeln. Bild: Hema Maschinen- und Apparateschutz)

Faltenbälge problemlos austauschen

Faltenbälge unterliegen in Werkzeugmaschinen einem besonders hohen Verschleiß. Hema liefert hochwertigen Ersatz für dieses Bauteil: Die Faltenbälge werden in den unterschiedlichen Ausführungen passgenau für die jeweilige Werkzeugmaschine gefertigt. Vor allem Faltenbälge der Elastic- und der Samurai-Serie kommen zum Einsatz. Je nach Anwendung wählt Hema aus einem breiten Portfolio an speziellen Geweben und Beschichtungen die geeignete Materialkombination aus.

Lamellen für mehr Schutz

Die Samurai-Lamellenbälge eignen sich für den Einsatz in HSC-Anwendungen und wurden bereits erfolgreich in Bearbeitungszentren mit Geschwindigkeiten von über 100 Metern pro Minute und einer Beschleunigung von bis zu 2 g integriert. Eine Variante ist die Ausführung mit W-Falte. Mit dieser können Abdeckungen für Maschinen auch mit sehr kleinen Bauräumen verwirklicht werden. Durch die Ausnutzung der eingesetzten Faltenbreite ist eine Reduzierung der eingesetzten Bauteile um bis zu 25 Prozent gegenüber Standardausführungen möglich. Laminat-Faltenbälge eignen sich für den Schutz von Wellen und Spindeln. Durch die Verbindung zweier Materialien sind diese Faltenbälge besonders robust. Sie werden individuell konzipiert und eignen sich für die meisten Anwendungen. Durch geteilte Ausführungen lässt sich der Austausch oder die Nachrüstung einer Schutzabdeckung einfach umsetzen, ohne die Maschine aufwendig zu demontieren.

Der Autor Marc Arendt ist Leiter Vertrieb Spare Parts bei Hema.

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