Eine der wenigen Schulen, die in Europa Büchsenmacher ausbilden, ist die Gewerbliche Schule (GBS) im baden-württembergischen Ehingen. Tim-Magnus Wolf arbeitet dort seit 2019 als technischer Lehrer. Mitte 2020 hat der Büchsenmacher-Meister seinen Unterricht um ein kleines und praktisches Feature erweitert: den Push & Go-Riemenbügel von Halder. Was der kann und weitere interessante Facts über den Beruf des Büchsenmachers, lesen Sie hier.
(Quelle: Gewerbliche Schule Ehingen)
Anlegen, zielen, schießen und im Idealfall auch treffen. Ob Jäger oder Sportschütze – sie alle verlassen sich auf die Genauigkeit ihrer Waffen und damit auf die Arbeit und Erfahrung der Büchsenmacher – einem der ältesten Gewerke der Welt. Mit großer Faszination für Technik und Leidenschaft für Präzision entstehen unter den Händen der passionierten Handwerker die genau abgestimmten technischen Wunderwerke. Die Liebe zum Detail lernen sie schon in der vielseitigen Ausbildung.
Büchsenmacher sind oft selbst Jäger oder Schützen
Im Gegensatz zu Waffenfabriken, wo heute meist Werkzeugmacher arbeiten, setzen die traditionellen Handwerksbetriebe weiterhin auf das umfangreiche Know-how der Büchsenmacher. Kein Wunder, sind die Feinmechaniker mit einem Faible für das Besondere doch meist selbst Jäger oder Schützen und wissen genau, worauf es im Revieralltag ankommt. Und auch wenn moderne Fertigungsmethoden längst Einzug gefunden haben, bauen Büchsenmacher Gewehre und Pistolen auch heute noch mit viel Geschick, Hingabe und Handarbeit. Sie stimmen alle Einzelteile perfekt aufeinander ab: den präzise gelöteten Lauf, den eleganten Schaft, der gut in der Hand liegt, und die feine Mechanik zum Spannen und Abfeuern – das Herzstück der Waffe – aus kleinen Teilen präzise zusammengebaut, fast wie ein Uhrwerk. Das ist höchste Handwerkskunst.
Büchsenmacher: Vielseitiger und seltener Beruf
Auch wenn es das Büchsenmacherhandwerk so lange geben wird wie Jäger und Sportschützen, ist es doch kaum verwunderlich, dass der Beruf verhältnismäßig selten ist. Dabei ist nahezu kein anderes Handwerk so vielseitig wie das der Büchsenmacher: Sie arbeiten bei der Fertigung, Montage, Instandhaltung und Pflege von Waffen sowie deren Einzelteilen mit verschiedensten Materialien – mit Metall, Holz und auch Kunststoff. Sie brauchen Kenntnisse in Ballistik, Optik und über gesetzliche Vorschriften. Sie prüfen, justieren und schießen Waffen ein. Oft müssen sie die Waffen auf die speziellen Wünsche der Schützen anpassen. Dazu sind enge Kontakte zu den Kunden wichtig. Das macht auch die Ausbildung enorm interessant und abwechslungsreich.
(In der Büchsenmacher-Werkstatt der GBS Ehingen fertigen die Schüler gerade einen komplett neuen Vorderschaft an, in den zum Schluss auch der PUSH & GO Riemenbügel eingesetzt wird. Bild: Gewerbliche Schule Ehingen)
Eine der sehr wenigen Schulen, die in Europa Büchsenmacher ausbilden, ist die Gewerbliche Schule (GBS) im baden-württembergischen Ehingen. Sie ist in Deutschland zentraler Anlaufpunkt für die schulische Bildung im Dualen System. Der Büchsenmacher-Meister Tim-Magnus Wolf ist seit 2019 dort als technischer Lehrer für die gesamte praktische Schulausbildung aller Büchsenmacherlehrlinge verantwortlich. Zudem ist er Prüfer in der Gesellenprüfung und auch Schaumeister während der Meisterprüfung. „Genauso vielseitig wie der Beruf ist auch die Ausbildung. Wir fertigen zum Beispiel mit den Auszubildenden eigene spezielle Werkzeuge wie Fischhauteisen, Gravierstichel und Gravierhammer an, mit denen sie dann auch selbst arbeiten. Um die erlernte Theorie zu verstehen, führen wir Versuche am Modell durch. Natürlich fertigen und montieren wir zusammen Waffenteile sowie Zubehör.“
Riemenbügel: Einfach zu handhaben und geräuschlos
Ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung ist, Waffen nach Kundenwunsch zu spezifizieren. Wer später den Jäger oder Sportschützen dabei auch gut beraten will, muss vielfältige Möglichkeiten kennen. Um genau abgestimmte Einzelstücke nach den Vorstellungen des jeweiligen Schützen zu schaffen, kommt es auf die richtigen Details an. Seit Mitte 2020 hat Wolf seinen Unterricht deswegen um ein kleines und praktisches Feature erweitert: den Push & Go Riemenbügel von Erwin Halder. „Den Riemenbügel habe ich bereits während meiner ‚aktiven‘ Zeit als Büchsenmacher kennengelernt und bin wirklich überzeugt davon. Ich nutze das System auch selbst an einigen meiner eigenen Jagdwaffen“, so der Büchsenmacher-Meister. „Ein großer Vorteil des Riemenbügels ist, wie leicht sich damit Gewehrriemen lösen und wieder befestigen lassen – einfach den Druckknopf betätigen. Doch als passionierter Jäger hat mich vor allem ein besonders Detail begeistert: Der Riemenbügel selbst ist komplett geräuschlos und verschreckt kein Wild beim Aufnehmen bzw. Bewegen der Waffe.
(Die GBS Ehingen im baden-württembergischen Ehingen ist eine der sehr wenigen Schulen, die in Europa Büchsenmacher ausbilden, und in Deutschland zentraler Anlaufpunkt für die schulische Bildung im Dualen System. Foto: Gewerbliche Schule Ehingen)
Riemenbügel: Hochwertig und dennoch kostengünstig
Im Praxisunterricht zeigt Tim-Magnus Wolf den Auszubildenden, wie die Aufnahmebuchsen, die Gegenstücke zu den Riemenbügeln, in den Gewehrschaft eingepasst werden. „Die Montage ist ebenso wie die Handhabung denkbar einfach – nicht nur für Büchsenmacher. So entstehen dem Schützen beim Umrüsten auf dieses System keine hohen zusätzlichen Kosten. Auch die Verarbeitung und die verwendeten Materialien – die Riemenbügel bestehen aus rostfreiem Edelstahl – sind hochwertig, und trotzdem ist die Anschaffung kostengünstig. Das sind wichtige Punkte, wenn es um die Kundenfreundlichkeit geht. Das sollte ein guter Büchsenmacher auch immer im Blick haben“, ergänzt der Büchsenmachermeister. „Auch rein optisch gefallen mir die Riemenbügel gut. Vor allem die Variante mit 6 mm – bei der die Buchse bei abgenommenen Riemen vollständig im Schaft verschwindet.“
Stand: 16.12.2025
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Ein Beruf mit Leidenschaft
„Ich denke, das Büchsenmacherhandwerk ist für viele eher eine Berufung als nur ein Beruf und mit sehr viel Faszination und Leidenschaft verbunden. Dafür spricht, dass wir auch viele in der Zweitausbildung hier an der GBS haben“, so Wolf. „Die Auszubildenden kommen aus ganz Deutschland aus ihren Lehrbetrieben zum Blockunterricht nach Ehingen. Pro Lehrjahr liegt die aktuelle Klassenstärke im Schnitt bei zirka 22 Schülern. Mich freut dabei besonders, dass in diesem männerdominierten Beruf auch immer mehr Frauen eine Ausbildung absolvieren – zurzeit zirka zwei bis drei pro Klasse. Auch liegt unsere Abschlussquote nahezu bei 100 Prozent, die Ausbildung wird so gut wie nie abgebrochen. Welcher Berufszweig kann das schon von sich behaupten.“