Rapid Manufacturing: Direct Manufacturing Research Center gegründet

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Boeing, EOS Electro Optical Systems, Evonik Industries und MCP HEK Tooling haben gemeinsam mit der Universität Paderborn das Direct Manufacturing Research Center (DMRC) gegründet.

Vertreter der Unternehmen und der Universität unterzeichneten eine Vereinbarung mit dem Ziel, die Entwicklung von Direct Manufacturing-Prozessen und -Systemen, der automatischen, schichtweisen Herstellung von Bauteilen auf der Basis eines Computermodells, voranzutreiben.

Grundlage der Zusammenarbeit ist die Erfahrung der Industriepartner in der Luft- und Raumfahrt, der Materialherstellung und der Anlagenentwicklung sowie die Forschungskompetenz der Universität Paderborn. Das DMRC soll im Herbst 2008 eröffnet werden.

"Direct Manufacturing hat das Potenzial, Produktionskosten für Bauteile erheblich zu verringern, sowie Bauteile mit komplexen Geometrien und erweiterter Funktionalität herzustellen", sagte Jeff DeGrange, Chairman des DMRC Konsortiums und Senior Manager für Direct Digital Manufacturing bei der Forschungs- und Entwicklungseinheit von Boeing, Phantom Works.

Das DMRC wird seinen Sitz an der Universität Paderborn haben und auf den Kompetenzen der Universität im Bereich Maschinenbau (z.B. Mechanik, Leichtbau, Partikeltechnik, Kunststofftechnik, Mechatronik) und Chemie (Polymermaterialien, Grenzflächenprozesse) bis hin zur Informatik aufbauen.

"Wir freuen uns sehr, Teil dieses Konsortiums zu sein. Es eröffnet unseren Studierenden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Möglichkeit, mehr über die neueste Generation der Direct Manufacturing Technologie zu lernen und unsere Kompetenzen in diesem Zukunftsfeld einbringen zu können", sagte der Präsident der Universität Paderborn, Professor Dr. Nikolaus Risch.

"Das DMRC hat sich zum Ziel gesetzt, zu einem der führenden Instituten auf dem Gebiet des Direct Manufacturing zu werden. Diese Technologie bietet die Chance, hochwertige Arbeitsplätze für qualifizierte Mitarbeiter zu schaffen: Die starke mittelständische Industrie in Nordrhein-Westfalen und speziell in Ostwestfalen-Lippe kann davon profitieren – vom Maschinenbau und der Medizintechnik bis zur Luftfahrt- und Automobilindustrie", sagte der nordrhein-westfälische Innovationsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Frästechniken, werden bei Direct Manufacturing-Technologien Bauteile auf Basis eines CAD-Datensatzes (CAD: Computer-Aided Design) automatisch, schichtweise, z.B. mittels Laser aufgebaut. Die Technologien werden heute bereits in der Prototypenentwicklung eingesetzt und nur in wenigen Fällen in der Produktion kleiner, komplexer Bauteilserien.

Voraussetzungen für eine breitere Anwendung in der Serienproduktion sind technische Lösungen im Hinblick auf Qualität und Kontinuität des Produktionsprozesses, Industriestandards, Automatisierung und Produktionsgeschwindigkeit.

Die Industriepartner bringen ihre Kernkompetenzen in die Forschungskooperation ein, um gemeinsam an diesen Herausforderungen zu arbeiten: Boeing definiert Anforderungen aus der Luft- und Raumfahrt an den Produktionsprozess sowie an die Systeme. Evonik Industries produziert polymerbasierte Standardmaterialien sowie speziell auf Direct Manufacturing abgestimmte Materialien. Die Expertise in der Entwicklung von Laser-Sinter- bzw. Laser-Melting-Anlagen für Metalle sowie Polyamide kommt von EOS und MCP HEK Tooling.

Die vier Gründungsunternehmen werden über die Vertragslaufzeit von fünf Jahren insgesamt 2 Mio. Euro in das DMRC investieren, dies entspricht jährlich 100.000 Euro je Unternehmen. Die Universität Paderborn wird zudem 600.000 Euro beitragen. Das DMRC begrüßt ausdrücklich den Beitritt weiterer Industriepartner, um die Bandbreite der Forschung kontinuierlich zu erweitern.

Das Land Nordrhein-Westfalen gab heute bekannt, dass es 1,4 Mio. Euro investieren wird, um die Ausstattung der Universität Paderborn im Bereich Direct Manufacturing zu verbessern. Mit den Mitteln werden Geräte für das DMRC angeschafft und damit die Grundlagen für Projekte in diesem Forschungsgebiet geschaffen. Das Land Nordrhein-Westfalen stellt zudem in den nächsten fünf Jahren bis zu 3,4 Mio. Euro für Forschungsprojekte des DMRC zur Verfügung, wenn die industriellen Partner sich mit weiteren Mitteln in gleicher Höhe beteiligen. Die Partner gehen davon aus, dass das Gesamtbudget des DMRC innerhalb von 5 Jahren auf eine Summe von rund 11 Mio. Euro anwachsen wird.

Die Forschung am DMRC wird von Professoren der Universität Paderborn geleitet und von technischen Mitarbeitern und Studenten der Universität durchgeführt. Auch Mitarbeiter der Industriepartner werden sich beteiligen und gegebenenfalls vor Ort an gemeinsamen Projekten arbeiten. Zu Beginn wird sich die Forschung auf die Verbesserung der Verfahren Laser Sintering/Melting von Metall- und Kunststoffpulver konzentrieren sowie auf die industriellen Anforderungen an Materialien, Ausbildung und die Entwicklung von Standards.

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte http://www.dmrc.de.

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